Katastrophen- und Unwetterwarnung per App

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, NachrichtenKommentar schreiben

Katastrophen- und Unwetterwarnung per App, SMS oder E-Mail, dies ist in Rheinland Pfalz zukünftig flächendeckend möglich. Die Grundlage dafür bietet das Warnsystem Katwarn. Dabei handelt es sich um „einen kostenlosen Service für offizielle Warninformationen“ (rpr1.de). Der Name „Katwarn“ ist eine Abkürzung von Katastrophenwarnung.

Katwarn wurde vom Fraunhofer Institut Fokus in Zusammenarbeit mit dem Verband Öffentlicher Versicherer entwickelt und existiert bereits seit 2010 in einigen deutschen Städten und Landkreisen (Liste). Rheinland Pfalz führt Katwarn nun als erstes Flächenland ein. Dazu äußerte sich Landesinnenminister Roger Lewentz: „Ich bin stolz, dass Rheinland-Pfalz als erstes Flächenland Katwarn einführt. Alle angemeldeten Nutzer erhalten jetzt vom Innenministerium bei großflächigen Gefahren für das Bundesland kostenlos behördliche Warnungen und Verhaltenshinweise direkt auf ihr Mobiltelefon“.

Das System sendet im Fall von Katastrophen und starkem Unwetter, wie Großbränden, Stromausfall, Sturm, Hochwasser oder Unfällen in der Nähe von Kernkraftwerken, Warnungen und Verhaltensempfehlungen ortsbezogen und direkt an die angemeldeten betroffenen Bürger. So stellt Katwarn eine weitere wichtige und im Ernstfall möglicherweise lebensrettende, Warnfunktion neben Sirenen, Rundfunk und Lautsprecheransagen dar. Aufgrund der einstellbaren Vibration beim Empfang einer Warnung und der visuellen Darstellung bietet der Dienst besonders für Gehörlose einen wichtigen Informationskanal.

Das Warnsystem bietet seinen Nutzern Warnungen für ihren aktuellen und sieben zusätzliche Standorte. Dies erlaubt es sich gleichzeitig über die Umgebung des Arbeitsplatzes, des eigenen Zuhauses und beispielsweise über den Wohnort der Eltern oder von Freunden informieren zu lassen. Zudem gibt es eine Übersicht über die Warnungen in der weiteren Umgebung, Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes ab Warnstufe rot, die Möglichkeit Warnungen weiterzuleiten oder über soziale Netzwerke zu teilen. Auch ein persönlicher Testalarm auf dem eigenen Smartphone ist möglich. Da das System die Ortsdaten der App-Nutzer nicht via GPS empfängt, sondern ausgehend von der Position des nächsten Handysendemasts ermittelt, werden keine Daten gesammelt und der Nutzer bleibt anonym.

Nach Angaben des Fraunhofer Instituts  nutzen bisher bundesweit rund 250.000 Menschen die Anwendung auf ihrem Smartphone. Es ist jedoch anzumerken, dass das System nicht alle Informationen erfasst, da die Warnung vor Katastrophen und schweren Unfällen in Deutschland förderal geregelt ist. So erfolgt die Information über Stromausfälle und Großbrände durch die Landkreise oder die kreisfreien Städte. Für Hochwassermeldungen in Rheinland Pfalz ist eine Landesbehörde zuständig. Unwetterwarnungen vor schweren Stürmen und Gewittern erfolgen bundesweit durch die Wetterdienste.

Das gesamte Angebot von Katwarn ist nur als App verfügbar, wird Katwarn hingegen als SMS- oder Email-Service genutzt erfolgen nur Warnungen zu einem Postleitzahlgebiet und mit eingeschränkter Funktionalität, z.B. keine Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Nähere Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Quellen:

http://www.rpr1.de/news/476908/warnsystem-fuer-rheinland-pfalz

http://www.katwarn.de/

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/rheinland-pfalz-tritt-warnsystem-katwarn-bei-katastrophen-warnung-direkt-aufs-handy/-/id=1682/nid=1682/did=14893406/189lhe4/

http://www.voev.de/web/html/start/verband/engagement/schadenverhuetung/katwarn/

Schlagwörter: , , , ,

Ein Kommentar zu “Katastrophen- und Unwetterwarnung per App”

  1. [Trierer Medienblog] Katastrophen- und Unwetterwarnung per App | netzlesen.de sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/18008 […]

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO