Einmal Werbung, bitte

geschrieben von in Fernsehen, ZeitschriftenKommentar schreiben

Die Werbung ist ein steter Begleiter auf all unseren Wegen, aber ist das überhaupt nötig?

Wir lesen ein Magazin und überblättern die Werbung einfach. Während der Werbepause im Film gehen wir auf die Toilette. Kommt im Radio Werbung, schalten wir einfach um. Und wenn wir durch die Stadt laufen, nehmen wir die Werbung auf Bussen und Plakaten nur flüchtig wahr. Wozu also das Ganze, wenn sich anscheinend kaum einer darum schert?

Dazu kommt, dass die Unternehmen für ihre Werbung teuer zahlen müssen. Denn immerhin zahlt man für eine DinA4 Anzeige in einer bekannten Zeitschrift wie zum Beispiel „Stern“ oder „Der Spiegel“ ab 58.000€. Werfen wir dann einen Blick auf die Werbeeinnahmen der Fernsehindustrie, so steigen die Preise stark in die Höhe. Die öffentlich-rechtlichen Sender halten sich noch in einem gewissen Rahmen: Bei ZDF zum Beispiel kann man ab 3600€ eine Werbeeinheit senden. Die Privaten sind meist wesentlich teurer.

Warum werben Unternehmen dann?

Weil wir unbewusst doch auf die Werbung reagieren. Die Werbebranche verfügt über diverse ausgefeilte Techniken. Werbesprüche, Logos und Clips sind besonders auffällig gestaltet, sodass sie auch nur bei beiläufiger Wahrnehmung ihre Wirkung haben. Die Information rückt dabei immer weiter in den Hintergrund, während die Unterhaltung eine größere Rolle spielt. Die Kunden sollen gelockt werden, und das funktioniert durch Konditionierung. Man erweckt in der Werbung den Eindruck, das Produkt verleite zu einem besseren Zustand als dem jetzigen –  zum Beispiel das Parfum, das eine unwiderstehliche Wirkung auf das andere Geschlecht hat.

Das ist also die eine Seite der Werbung, die uns mit verschiedenen Tricks und Methoden zum Kaufen verführen soll. Aber auf der anderen Seite funktioniert die Werbung auch als Finanzierung.

Wie würden sich Zeitschriften finanzieren, vor allem im Zeitalter der Digitalisierung, wenn sie ihre Einnahmen nicht aus der Reklame bekämen, sondern nur von den Lesern? Diese müssten dann sehr hohe Preise zahlen und das würde wahrscheinlich keiner tun.

Also können wir sicherlich alle damit leben, in einer Zeitschrift mal ein paar Seiten zu überblättern, wenn wir dafür nicht so viel bezahlen müssen. Nur gilt es, Werbung mit einem geschärften Blick zu bemerken, damit man nicht auf einfache Werbepsychologie hereinfällt.

 

Quellen:

https://www.mediadaten-online.com/mediadaten/tarife/publikumszeitschrift/aktuelle_illustrierte/s/stern/titel_18420.html

http://kommunikationsabc.de/2011/10/20/print-hoerfunk-fernsehen-was-kostet-werbung/

http://www.movie-college.de/filmschule/medien/tv-werbung.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Werbepsychologie

Schlagwörter:

Ein Kommentar zu “Einmal Werbung, bitte”

  1. [Trierer Medienblog] Einmal Werbung, bitte | netzlesen.de sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/17845 […]

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO