Und der Theodor-Wolff-Preis 2015 geht an…

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Es ist wieder soweit. Bis zum 16.02.2015 haben die Journalisten Deutschlands noch Zeit sich mit einem Artikel ihrer Wahl zu bewerben.

Seit 1962 nun ist es dem Journalisten vertraut – wer den Theodor-Wolff-Preis verliehen bekommt, wird eine große Ehre zuteil. Die Bedingungen: Der Beitrag des hauptberuflichen Journalisten muss im Vorjahr online oder gedruckt in einer deutschen Tages-. Sonntags- oder politischen Wochenzeitung veröffentlicht worden sein.
Honoriert wird hierbei aber nicht der bloße Text. Der Fokus der Jury, welche aus 9 anerkannten Chefredakteuren und Autoren aller Art besteht, liegt auf der Leistung, die Öffentlichkeit auch heute noch auf die journalistische Bedeutung und Verantwortung in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen.
Die Preise von jeweils 6000 Euro werden in der Regel an fünf Journalisten vergeben, dabei gibt es jeweils zwei in den Kategorien „Lokaljournalismus“ und „Reportage/Essay/Analyse“, sowie einen im Rahmen „Meinung/Leitartikel/Kommentar/Glosse“. Und alle paar Jahre wird zusätzlich ein verdientes „journalistisches Lebenswerk“ ausgezeichnet.

Erinnern soll die Verleihung an den langjährigen Chefredakteur des Berliner Tageblatts. Der jüdisch geborene Theodor Wolff begann seine Karriere mit einer kaufmännischen Lehre bei der Tageszeitung, ursprünglich von seinem Cousin Rudolf Mosse geleitet, und ließ ihr Ansehen in seiner Zeit dort beträchtlich wachsen. Durch seine Korrespondenz in Frankreich lernte er Parlamentarisierung und Demokratisierung schätzen und das Berliner Tagesblatt wurde in Deutschland für seine Fortschrittlichkeit und Liberalität bekannt. Außerdem gründete er die „Deutsche Demokratische Partei“ und sprach sich in der Politik regelmäßig öffentlich gegen die Ziele der damaligen NSDAP aus. 1933 floh er unter Lebensgefahr ins Ausland, wurde allerdings nicht viel später verhaftet und starb letztendlich in der Gewalt der Gestapo. Seine Werke wurden noch zu seinen Lebzeiten öffentlich verbrannt.

Seit 1973 wird der Preis von dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger gestiftet.
Im vergangenen Jahr waren die glücklichen Gewinner in der Kategorie „Lokaljournalismus“ Johannes Ehrmann vom Tagesspiegel mit seinem Bericht „Wilder, weiter, Wedding“ über einen Berliner Stadtteil und Benjamin Piel von der Elbe-Jeetzel-Zeitung, der mit „Bettys erstes Mal“ ein Projekt vorstellt, in dem behinderte Menschen an sexuelle Erfahrungen herangeführt werden.
In dem Gebiet „Reportage/Essay/Analyse“ durften Kai Strittmatter der Süddeutschen Zeitung mit seiner Auslandsreportage „Wolfskind“ aus der Sicht eines chinesischen Kindes über die Kulturrevolution und Kerstin Kohlenberg von der Zeit mit ihrem Artikel „Aufnahme läuft!“ über die anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten einer Filmproduktion sich freuen.
Peter Unfried von der tageszeitung erhielt die Ehrung mit seinem Bericht „Auf der Suche nach Adorno“ über die Vorurteile des Bildungsbürgertums in der Kategorie „Meinung/Leitartikel/Kommentar/Glosse“.
Und schließlich wurde noch Rudolph Chimelli ebenfalls von der Süddeutschen Zeitung für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Nun geht es in eine neue Runde. Die Wahlurnen sind offen für jedermann. Auch ein Vorschlag durch einen Dritten, etwa den Verleger oder Chefredakteur, ist möglich. Also lasst die Spitzer warmlaufen, das Blatt bereit gelegt und ran an die Stifte, liebe Schreiberlinge!
Wir sind gespannt, wenn es im Mai wieder heißt…

„Und der Theodor-Wolff-Preis 2015 geht an…“

 

 

 

Quellen

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger – Die Ausschreibung (07.01.2015)

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger – Preisträger (07.01.2015)

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger – Jury (07.01.2015)

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger – Theodor Wolff (07.01.2015)

Süddeutsche Zeitung (07.01.2015)

Wikipedia (07.01.2015)

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