Wer NICHT die Wahl hat – hat die Qual

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Das Schönste am Fernsehen war bislang doch immer noch die Möglichkeit sich auszusuchen, was man sehen möchte und was nicht. Diese Entscheidungsfreiheit wird einem jedoch mit zunehmendem Maße genommen, wenn es um Helene Fischer geht.

Hinwegsehend über die Qualität ihrer musikalischen Leistung ist Helene Fischer ohne Frage eine bildhübsche Ausnahme-Schlagersängerin, der mithilfe ihres Hits „Atemlos“, über die Schlagerszene hinaus, ihr großer Durchbruch gelang und die Fans aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten um sich scharen konnte.

Ihr Schlagertechnohit „Atemlos“ wurde mit einer solchen Penetranz in das Gehirn eingetrichtert, dass er sich sogar zur deutschen Hymne der Fußballweltmeisterschaft 2014 avanciert hat und nicht mehr aus der deutschen Musiklandschaft wegzudenken ist. Ob beim Aprés Ski, im Dorffestzelt oder in der Großstadtdiskothek, ob freiwillig oder nicht, fast jeder kennt in irgendeiner Weise den Songtext und die halbe Gesellschaft gröhlt/trällert/singt spätestens nach dem dritten Schnaps mit.  Die andere Hälfte wird zunehmend genervt.

Mittlerweile hat es Helene Fischer von Radio bis hin zu den Fernsehgeräten der Deutschen geschafft. Seit 2011 inszeniert sie  sich im ZDF gekonnt selbst in ihrer alljährlichen Weihnachtsausgabe der „Helene Fischer Show“ (2011-2012 im ARD).Die einen lieben sie – die anderen wünschen sie einfach nur noch weg.

Fans der Sängerin raten damit doch einfach das Programm zu wechseln – Ja, wenn Das mal so einfach wäre! Im massivsten Falle schaltet man den Fernsehr ein und zappt auf das ZDF, bekommt sie in der gefühlt 19. Ausstrahlung ihrer eigenen Sendung bei einem Duett mit irgendeinem anderen“Star“ präsentiert. Wechselt man zu einem privaten Sender klärt sie einen in Werbeplatzierungen auf, wie gut doch das vollkommen neue Baguette von Meggle schmeckt, oder dass es jetzt bei Tchibo eine wunderschöne Schmuckkollektion gibt, die ihren Namen trägt, oder wie man seine blonde Engelsmähne mit dem aktuellen Shampoo von Garnier pflegen sollte. 2015 übernimmt das Multitalent sogar eine Schauspielrolle im hochheiligen Primetimerenner der ARD – dem Tatort. Die Frau kann einfach Alles!

Das Management von Helene Fischer läuft Experten zu Folge jedoch Gefahr, dass das Publikum ihrer Omnipräsenz in den Medien überdrüssig werden könnte und das ihrer Popularität negativ zusetzen könnte. Dem ein oder anderen Zuschauer würde ein bisschen weniger Helene sicher gut tun.

Manchmal ist weniger einfach doch mehr.

 

 

 

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/tatort-in-der-ard-2015-auch-mit-helene-fischer-a-1010542.html

http://www.bunte.de/musik/helene-fischer-irgendwann-wird-sie-keine-hallen-mehr-fuellen-114353.html

http://www.bunte.de/musik/helene-fischer-diese-frau-ist-ueberall-112380.html

http://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_72225638/helene-fischer-ist-ueberall-sind-sie-auch-vom-hype-genervt-.html

http://www.bild.de/regional/koeln/helene-fischer/kebekus-parodiert-fischer-auf-comedypreisbuehne-38251624.bild.html

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Ein Kommentar zu “Wer NICHT die Wahl hat – hat die Qual”

  1. [Trierer Medienblog] Wer NICHT die Wahl hat – hat die Qual | netzlesen.de sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/17678 […]

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