Die sprachliche Darstellung Putins in der Ukrainekrise

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Eine derzeit höchst aktuelle sowie brisante Debatte ist die um die Darstellung Putins in der Ukrainekrise. Gabriele Krone-Schmalz, langjährige ARD-Korrespondentin, prangert das Schwarz-Weiß-Muster der Berichterstattung an und stellt fest, dass in den westlichen Medien stets der Westen als gut und der Osten als böse dargestellt werden. Des Weiteren bemängelt sie einen fehlende Reflexion und Kritik der Journalistenkollegen untereinander. Der vollständige Artikel kann hier gelesen werden.

In meiner Hausarbeit zum Thema „Die sprachliche Darstellung Putins in der Ukrainekrise“ habe ich mit Hilfe der Wissenssoziologischen Diskursanalyse fünf Meilensteine der Berichterstattung in deutschen Medien analysiert. Diese waren die Vertragsunterzeichnung im Kreml durch den russischen Präsidenten, seine Rede zur Annexion der Krim, der Putin-Hitler-Vergleich durch Schäuble, die Militärparade auf der Krim sowie Putins Besuch zum D-Day in der Normandie.

Die Ergebnisse meiner Diskursanalyse bestärken Krone-Schmalz‘ Kritik zum größten Teil. Putin wird als Symbol für russische Politik, und somit das gesamte russische System, dargestellt. Der russische Präsident wird als machthungrig, zielstrebig und eigensinnig wahrgenommen. Auch Macht und Stärke sind im Diskurs von großer Bedeutung. Es geht um Russland als starker Staat in allen Belangen, politisch wie wirtschaftlich, und dies auch mit Hilfe von militärischen Mitteln versucht, durchzusetzen. Auch die Darstellung des Ostens als böse wird besonders in der Berichterstattung zum D-Day deutlich. Spiegel online titelt sogar „Putin beim D-Day: Lass uns reden, Bösewicht“. Eine distanziertere Perspektive nehmen die Journalisten lediglich beim Thema Hitler-Vergleich ein. Die Berichterstattung zu diesem Thema ist gekennzeichnet durch distanzierte, neutrale Beschreibungen der Situation und wird als warnender geschichtlicher Vergleich, um die Bevölkerung vor möglichen Konsequenzen zu warnen, dargestellt.

Um diese Ergebnisse mit der ebenso aktuellen Debatte um journalistische Qualitätskriterien in Verbindung zu bringen, kann man sagen, dass es wünschenswert wäre, wenn die Journalisten generell einen objektiveren Standpunkt einnehmen würden. Natürlich sind die journalistischen Akteure westlich sozialisiert und ihr Weltbild dementsprechend geprägt, allerdings könnte versucht werden, zwischen den Kulturen zu vermitteln und so zum gegenseitigen Verständnis und eventuell zu einer Deeskalation des Konflikts beitragen zu können.

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