Wie die letzten Umfragewerte zeigen wird auch der diesjährige Bundestagswahlkampf relativ eng ausgehen. Nun berichtet u.a. Heise wie die CSU versucht die letzten nötigen Stimmen mit einer großangelegten Email-, SMS- und Voicemail-Aktion zu bekommen. Es sollen bis zu 300.000 mails verschickt werden. Außerdem sollen 2000 CSU Mitglieder SMS-Anfragen an Bekannte versenden, ob diese eine kostenlose Tonbandaufnahme von Stoiber erhalten wollen. Es wird erwartet, dass diese Empfänger die SMS dann noch weiter verbreiten.
Inzwischen hat sich darüber eine kontroverse Diskussion in der Bloggerszene entwickelt. Für die eine Seite, zumeist Anhänger der CDU/CSU handelt es sich um “moderne Wahl-Werbung” und die andere Seite spricht von “Belästigung der Wähler” wie zum Beispiel Bayerns SPD-Vize Florian Pronold. Bei den E-Mail-Adressen handelt es sich angeblich um öffentlich zugängliche Adressen, die der Übersendung von Werbung zugestimmt hätten.
Spätestens am 18. September wird sich zeigen, inwieweit diese Aktion Erfolg gebracht hat.
14. September 2005 um 22:41
Na prima, jetzt kaufen die Parteien auch noch E-Mail-Adressen ein. Bin mir nicht ganz sicher, ob ich das nicht als Spam empfinde. Jedenfalls wird es in meinem Spam-Ordner landen, wie alles, was ich nicht ausdrücklich zugelassen habe. Als wenn man hier in Bayern nicht schon genug von der CSU belästigt würde (ach nee, München ist ja rot regiert). Aber wer weiß – vielleicht ist das ja die Wahlwerbung der Zukunft. Man gewöhnt sich an (fast) alles.
14. September 2005 um 22:45
Also mich würde das ja echt nerven. Vor allem, da ich schon weiss, dass ich das politische Lager wählen werde, welches diese Idee aufgegriffen hat(die übrigens auch wieder mal aus den USA stammt).
14. September 2005 um 23:39
Mich würde es auch nerven – aber in Wahlkämpfen, in denen jede Stimme am Ende den Ausgang bestimmen kann, bringt es für die betreffende Partei unter Umständen doch etwas. Als Spam würde ich diese Werbemails nicht ansehen. Jede Partei kann beim Einwohnermeldeamt der Kommunen ganz legal Postadressen kaufen, sogar nach Zielgruppen aufgefächert, und ihnen Wahlwerbung zusenden. Ich weiß nicht, ob es einen Unterschied macht, ob die Werbung jetzt per Post oder per E-Mail kommt. Wobei immer die Frage im Hintergrund steht, woher die CSU die E-Mail-Adressen hat. Sind es tatsächlich “öffentlich zugängliche Adressen”, z.B. aus dem E-Mail-Verzeichnis der Telekom, sehe ich überhaupt keine Probleme.
15. September 2005 um 22:51
Naja, wenn sie es so nötig haben… Das wird sich bestimmt nicht durchsetzen, die Meisten sind genervt von so einer Flut an Wahlpropaganda von ein und derselben Partei. Das kann wirklich als Belästigung empfunden werden.
16. September 2005 um 15:24
[...] Es lässt sich also feststellen, dass die elektronischen Medien von den Parteien sehr unterschiedlich genutzt werden. Die CSU scheint im Umgang mit E-Mails ihrer Schwesterpartei bereits deutlich voraus zu sein, wie die Diskussion um die Werbe-Mails zeigt. [...]
24. September 2005 um 12:26
Die Parteien sollten sich überlegen, ob eine solche e-mail-werbung-bombadierung nicht eher den gegenteiligen Effekt hat, und die Wähler, da sie sich belästigt fühlen, negativ eingestimmt werden.
25. April 2006 um 18:01
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