Tanja Gräff wird vermisst

Es ist echt bemerkenswert, wie sich der Fall Tanja Gräff über das Internet ausbreitet.

Ich habe zu dem Thema auch eine Blog gefunden,  der die Ausbreitung im StudiVZ thematisiert: http://webzwo.wordpress.com/2007/06/11/tanja-graff-ist-vermisst/  (schaut euch auch mal den ersten Beitrag von Micha an) – was soll man von solch einem Eintrag halten??

Inzwischen zählt die StudiVZ Gruppe „Tanja wird vermisst“ schon 11 435 Mitglieder.

Tanja’s StudiVZ Seite wird regelrecht bombadiert mit Gästebucheinträgen von Studenten aus ganz Deutschland.      Etliche Studenten haben ihre Profilbilder geändert und beteiligen sich an den Diskussionen in den Foren der Gruppe „Tanja wird vermisst“.

Dass sich dieser Fall durch das Internet so schnell ausbreitet ist auf der einen Seite sehr positiv, jedoch bietet das Internet auch leider eine Plattform für wilde Spekulationen über das Verschwinden von Tanja. Die Freunde von Tanja beklagen im StudiVZ auch bereits, dass der Grad zwischen wirklicher Anteilnahme und reiner Sensationsgier leider oft nur sehr schmal ist.

 

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9 Gedanken zu „Tanja Gräff wird vermisst

  1. Ein kleiner Nachtrag, damit es nicht zu Misverständnissen kommt: Es ging mir beim Screenshot nicht um den Begrüßungstext der Gruppe, sondern um die Platzierung der Werbung, die in meinen Augen eine weitere Perversität darstellt (wenn auch wohl nur ungewollt).

  2. Werbung von „Stirb langsam“ neben dem Foto von Tanja…
    Dass traurige Einzelschicksale leider als Werbefläche für brutale Filme dienen ist echt pervers!

  3. Das Foto war ja nicht der Grund für die Werbung. Wenn jemand eine Werbung für einen Kinofilm schaltet, die neben den Gruppenseiten platziert werden soll, dann hat er ja nicht im Hinterkopf, dass es da eben diese eine Gruppe über ein verschwundenes Mädchen in Trier gibt. Wie schon in einem Kommentar vorher gesagt: Ungewollt.
    Aber im Allgemeinen zum Internethype um das Verschwinden Tanjas: Solche Dinge wie diese Gruppe im Studivz, die sind doch meiner Meinung nach sehr fraglich.
    Um eines klar zu stellen: Es ist wichtig, dass Tanjas Verschwinden Aufmerksamkeit erregt und es ist auch wichtig, dass jeder sich überlegt, ob er etwas bemerkt haben könnte. Gott sei Dank gibt es im Fall Tanja mediale Aufmerksamkeit en gros.
    Aber wie vielen Leuten in dieser Gruppe geht es denn noch um echte Anteilnahme und nicht um bloße Sensationsgeilheit? Wie vielen Leuten in dieser Gruppe geht es noch um echte Fakten und nicht um irrsinnige Spekulationen? Wie vielen Leuten geht es denn noch wirklich um Tanja?

  4. Erst einmal will ich sagen, dass auch ich die eingeblendete Werbung, die auf so schreckliche Art und Weise zum Thema der Gruppe passt, einfach nur abartig finde.
    Des Weiteren finde ich, dass der Fall „Tanja“ ein bisschen an den Fall des kleinen, in Portugal entführten Mädchens Madeleine erinnert. In beiden Fällen bedienen sich die Angehörigen und Freunde intensiv der Massenmedien und hoffen auf diese Weise die Aufklärung der Verbrechen unterstützen und beschleunigen zu können. In beiden Fällen ist dies jedoch noch nicht gelungen. Auf der ganzen Welt, bzw. in ganz Deutschland wird zwar Anteil genommen, aber ob dies nun den entführten Mädchen und ihren Angehörigen so viel bringt, ist fraglich. Möglicherweise behindert der Hype sogar die Ermittlungen…
    Aber das Phänomen, dass sich etwas so schnell über das Internet ausbreiten kann, ist schon erstaunlich und immer wieder faszinierend.

  5. Und in eben diesem Moment breitet sich der Hype in diesem blog weiter aus…: – )Ich finde, dass es über dieses Thema nichts zu diskutieren gibt. Wenn die Angehörigen der Ansicht sind ein Eintrag in Studivz bringt auf eine art und weise etwas, sollte man sie machen lassen, darum geht es doch! Außerdem finde ich es nicht angebracht im Zuge dieses Geschehens über Charakteristika des Internets zu philisophieren…

  6. Übrigens: Zu genau diesem Thema gibt es ein Interview in der Saarbrücker Zeitung mit unserem Dozenten Christof Barth.

    Er äußert sich aus medienwissenschaftlicher Sicht zu der StudiVZ-„Tanja Gräff“-Gruppe. Leider kann ich das Interview nicht verlinken, da die SZ im Internet kostenpflichtig ist.

  7. Hallo Robert Ackermann,gibt es eine Moeglichkeit, dass Du mir diesen Artikel per mail zukommen laesst?
    marie.helen@web.de
    Wuerde mich wirklich sehr interessieren, weil ich fuer die Gruppe (mit)verantwortlich bin.
    Danke, falls das klappt…

    (so wie ichs grad gesehen hab, kann man bei der sz keine einzelnen artikel runterladen oder?)
    gruss, marie

  8. Hallo Robert, gibt es eine Moeglichkeit, dass Du mir das Interview per Mail zukommen laesst ?(marie.helen@haefft.de)
    Sieht auf der Website der sz naemlich nicht so aus, als koennte man nur den Artikel kaufen..:( Oder wie komm ich sonst dran?

    Liebe Gruesse!

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