“Internet wird Zeitung nicht ersetzen”
geschrieben von j_salm in Allgemeines, Zeitungskrise, Zukunft des InternetKommentar schreibenso Springer-Vorstandschef Matthias Döpfner bei der Eröffnung des neuen Druckzentrums der «Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen» (HNA) in Kassel.
Von der dpa wird Döpfner mit den Worten zitiert: “Den Printmedien geht es wunderbar”. Von Zeitungskrise scheint bei Deutschlands größtem Zeitungsverlag demnach nicht viel zu spüren zu sein.
Weltweit hätten die Auflagen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent zugelegt, in den letzten fünf Jahren um 17,5 Prozent. International gebe es 11 207 Titel, das sei ein Zuwachs um zwölf Prozent im Vergleich zu 2002. Die Branche habe weltweit 180 Milliarden Dollar mit Werbung umgesetzt. «Das sind Zahlen, die Mut machen», sagte Döpfner.Nach seiner Ansicht wird das Internet die Zeitung nicht ersetzen, «genau so wenig, wie das Fernsehen das Kino oder die Zeitung das Buch ersetzt hat».
via ad-hoc-news
5 Kommentare zu ““Internet wird Zeitung nicht ersetzen””
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16. June 2007 um 13:15
Na wenn das so ist, können wir das Seminar ja abbrechen. Man bracht keine Lösungsansätze, sondern man muss nur lange genug den Kopf in den Sand stecken, dann löst sich das Problem von selbst.
Dem guten Mann scheint entgangen zu sein, dass sich die Wirtschaft im Aufschwung befindet und es vielen krisengeschüttelten Branchen im Moment besser geht.
Aber was nutzt einem das konjunkturelle hoch, wenn die tieferliegenden strukturellen Probleme nicht behoben werden und es mit abflauen der Konjunktur wieder abwärts geht?
Denn das der Zeitung die Leser wegsterben kann auch ein Konjunkturhoch nicht verhindern…
16. June 2007 um 22:43
Ich denke, dass “Print” als Druck früher oder später aussterben wird. Zu mindestens für den aktuelle Nachrichten
Bereich (Zur Archivierung u.ä. nicht umbedingt). Das die Zeitung ausstirbt, als “Informationen selektierendes Medium” glaube ich nicht.
Ich zumindestens würde bei praktikabelen elektronischen Papier sofort auf solches umsteigen und mir jeden Morgen/Mittag/Abend die Zeitung meiner Wahl auf mein Display laden.
So gesehen denke / hoffe ich eher, das Print & Online zu einer Einheit zusammen wachsen.
16. June 2007 um 23:27
Also dass Zeitungsleser weniger werden mein ich auch, von daher kann ich Döpfners Optimismus derart nicht teilen – aber ganz austerben?! – das glaub ich allerdings auch nicht. Sich gemütlich mit einer Zeitung wohin setzen ist doch immer noch was anderes als sich irgendwo elektronisch angeschlossen oder batterieabhängig zu sein.
17. June 2007 um 19:32
Die nicht Einbeziehung des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs in die Betrachtung mutet mich auch etwas schönrednerisch an. Außerdem ändert das nichts an der Tatsache, dass es Zeitungen schon mal besser ging (und nicht nur schlechter). Zu bedenken ist auch, dass ein Aufschwung nicht gleich die Konkurrenz auschaltet.
Langfritstig gesehen denke ich schon, dass Zeitungen sich umorientieren müssen – auch wenn es schön ist sich ‘mit einer Zeitung wohin zu setzen’. Briefe schreiben ist auch schön und trotzdem werden mehr E-Mails geschrieben. Die nächste Generation wird es vielleicht schön finden sich mit einem kleinen moblilen Gerät in den Park zu setzen, um dort die neuesten Meldungen zu lesen (oder zu sehen). Und wer weiß? Das Ding nennt sich dann möglicherweise sogar ‘Zeitung’. – Denkbar ist so vieles. Mal abwarten was unser Seminar uns noch lehren wird.
21. June 2007 um 10:57
Naja, wunderbar geht es den Printmedien ja nicht.
Aber ich muss sagen dass ich eigentlich eine ganze Reihe von Leuten kenne, die sich eine Zeit lang sehr intensiv und mit Freude mit dem Internet beschäftigt haben, und dann das Interesse verloren. Das kann man natürlich nicht auf die gesamte Bevölkerung Deutschlands beziehen, spricht aber meiner Meinung nach trotzdem für sich.
Die Zeitung hat einfach auch unschlagbare Vorteile, die das Internet nicht hat. Sie gibt einem z.B. gewisse Freiheiten. (Man muss sich weder Sorgen machen, dass man sie verliert/sie einem gelaut wird, noch dass sie kaputt geht. Um mal ein Beispiel zu nennen.) Vorteile wie diese werden bestimmt dazu beitragen, dass die Zeitung (mit ner guten Vermarktungsstrategie) nicht vom Internet verdrängt wird.