Hannah Wolf = Hannah K.? In der “Bild” ist das möglich

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Am Freitag dem 15. Juni 2012 tötete ein Mann in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Wedding die 21-jährige Studentin Hannah K. und sprang aus dem Fenster.

In der „Bild“ -Zeitung (und auf „bild.de“) ist aber nicht das Opfer zu sehen, sondern ein Foto aus dem Internet, von Hannah Wolf, welche so durch „Bild“ zum Mordopfer wird. Das Foto wurde unverpixelt in der Berliner „Bild“ neben der Überschrift „Weddinger tötet Mitbewohner“ abgedruckt.

In dem Artikel heißt es zwar Hannah K., aber eigentlich wird von Hannah Wolf erzählt. Dabei lebt diese in Bremen, nicht in Berlin und ist deutlich älter als 21 Jahre, doch das hat „Bild“ wohl übersehen. Ihr Studienfach, welches die „Bild“ erwähnt, steht nur im Impressum ihres Blogs, so Hannah Wolf. „Dort steht allerdings auch mein richtiger Name, mein korrektes Alter und auch, dass ich nicht mehr in Berlin wohne. All das passt nicht zum Opfer“ (Hannah Wolf im Interview mit Spiegel Online).

Durch eine Nachricht einer Bekannten erfährt Hanna Wolf, dass sie ermordet wurde. Im Internet wird die „Panne“ auch schnell korrigiert, das gedruckte Foto aber bleibt. Die Reaktion der Verantwortlichen: man werde „prüfen, wie dieser Fehler passieren konnte“.

Das die „Bild“ nicht sehr zuverlässig ist, ist ja bekannt. Doch solch eine Panne zeigt einfach, dass es nur um Schnelligkeit und eine emotionale Story geht. Schnell her mit einem Foto des Opfers, wieso auch sich die Mühe machen, wenigsten kurz zu überprüfen ob es auch die ‚richtige’ Hannah ist? Ein solcher Fehler ist nicht zu verantworten und sollte Konsequenzen haben. Es wird wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, alles zu hinterfragen, was die Medien uns als „die Wahrheit“ servieren, besonders wenn es um die „Bild“ –Zeitung geht.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/krautwurst-bloggerin-bild-erklaert-studentin-hannah-fuer-tot-a-839926.html

http://www.wdr.de/tv/aks/sendungsbeitraege/2012/kw25/0622/falsche_studentin_bebildert.jsp

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3090139

5 Kommentare zu “Hannah Wolf = Hannah K.? In der “Bild” ist das möglich”

  1. s2cathul sagt:

    Wow und schon wieder denkt man sich nur: typisch, dass die nur schnell wieder eine gute Story zusammenhaben wollen. Trotzdem schockiert es mich immer wieder wie leichtfertig manche Journalisten mit ihren Materialen und Quellen umgehen. Sowas darf einfach nicht passieren und beweist wie sensationsgeil die meisten Medien heutzutage sind. Dazu gehört sicherlich auch die Bild. So ein Artikel macht sich doch nur gut, wenn ein Foto des Opfers neben dem Artikel zu sehen ist…naja, dann wird schnell mal eins ausfindig gemacht, egal wie.

  2. s2nopfaf sagt:

    Das ist ein absolutes “No Go”.
    Natürlich hat die Bild kein gutes Image doch mit diesem Fehler hat sie nun deutlich die Grenze überschritten.
    Gerade bei solchen gefählichen und empfindlichen Themen sind Fehler eigentlich nicht wieder gutzumachen.

  3. s2raburk sagt:

    Mit seriöser Berichterstattung hat die Bild ja sowieso nichts zu tun, doch so ein Fehler darf einfach nicht vorkommen. Dennoch glaube ich nicht, dass Bild dadurch Leser verliert oder die Auflagen sinken werden.

  4. s2grklim sagt:

    Das die Bild aber nicht die einzige Zeitung ist, der es so geht konnte man 2010 in Polen beobachten. Eine polnische Zeitung berichtete über die Olympischen Spiele in Vancouver und hatte wohl das Logo mit den Maskottchen ebenfalls nur gegoogelt. Heraus kam dabei ein Bild in das sich der “Pedobear”, ein Internetmeme eingeschlichten hatte. Das Peinliche dabei war, dass viele kleinere Zeitungen das Bild für ihre eigenen Ausgaben überhahmen…
    wer Interesse kann es ja mal nachlesen:
    http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/howaboutthat/7187027/Polish-newspaper-claims-Pedobear-is-2010-Vancouver-Olympic-mascot.html

  5. s2anhier sagt:

    Tja, was soll ich dazu sagen: Wie im Text schon erwähnt geht es bei vielen Zeitungen, hier der BILD, nur noch um abgedruckte emotionsreiche Stories für den Leser; Wahrheiten außer Frage. Hierzu verweise ich auch gerne mal auf den Klatsch und Tratsch, den die Gala gerne berichtet, ob dort alles stimmt, sei auch dahingestellt ;-) Und wie mein Vorredner schon erwähnte gibt es genügend Zeitungen, denen solche Missgeschicke wie oben erwähnt passieren. Klar, solche Fehler sollten nicht auftreten, zumal die Zeitung ihren Ruf wahren will und den Lesern keine Lügengeschichten auftischen sollte. Vor Fehlern ist allerdings niemand gefeit, jeder versucht im Mediengeschäft zu “überleben”,ums hart auszudrücken, und der schnellere Journalist, der die besten Stories abliefert, gewinnt nunmal das Rennen. Die BILD ist halt immer schon ein beliebtes Opfer; ohne mich jetzt auf die Seite der Bildzeitung zu schlagen. Schnelligkeit dominiert den Medienalltag und naja, was soll ich sagen, sowas kommt halt manchmal dabei raus. Da hat wohl einer nicht richtig aufgepasst. Hoffen wir einfach nur, dass wir oder andere Journalisten der Zukunft es besser machen werden!

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