Murdoch kauft Dow Jones

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Rupert Murdoch, weltweit berüchtigter bekannter Medienmogul, will die amerikanische Dow Jones & Company kaufen. Er bietet 5 Mrd. $ für die Firma, deren Börsenwert je Aktie bislang zwischen 35 und 40$ herumdümpelte, nach seinem Kaufangebot allerdings auf 56 $ anstieg. Murdochs Kaufangebot würde 60$ je Aktie entsprechen. Unter Druck gerät damit die bisherige Besitzerfamilie, die sich zwischen ihrem Glauben an Journalismus als einer Dienstleistung für die Gemeinschaft und dem, die wirtschaftlich angeschlagene Firma eventuell rettenden Angebot Murdochs, entscheiden muss.

Dow Jones & Company verlegt u.a. das Wall Street Journal, die zweitgrösste Tageszeitung der USA, und mit diesem Kauf würde Murdoch den Zeitungsmarkt USA in bisher unbekanntem Ausmaße betreten. Sein bisher bekanntestes “Aushängeschild” ist der konservative Nachrichten-TV-Sender Fox. Auch beim Wall Street Journal(oder einfach nur Journal) macht man sich Sorgen, dass Murdoch auf die schon konservative Ausrichtung weiteren Einfluss ausübt, hinzu kommt die Sorge um die Zukunft von NewsCorp., Murdochs Firma. Angesichts von Murdochs fortgeschrittenem Alter(76) ist nicht absehbar, inwiefern in der Führung eine Konstanz bestehen bleibt.

Die vier Familienmitglieder der Bancroft-Familie, welche Hauptanteilseigner sind, wären mit einem anderen Käufer, wie Bill Gates oder Warren Buffet, offenbar zufriedener, und würden dafür auch einen geringeren Preis in Kauf nehmen.

Offensichtlich will Murdoch seinem Imperium nicht nur einen weiteren Zeitungsverlag hinzufügen, sondern es geht ihm um die Wirtschaftsberichterstattung, deren bekanntester Exponent der Dow Jones(eigentlich die Namen zweier der Gründer) als Aktienindex für den amerikanischen Markt ist. Ein Vertreter von Gabelli Global Multimedia Trust sagte: ?Dow Jones is electronic journalism disguised as a newspaper. Next year, we estimate that close to two-thirds of the cash flow will come from electronic businesses: Factiva, Marketwatch, Journal.com. And Rupert?s history has been one of moving from print to electronic.? Zudem will Murdoch offenbar das Netzwerk der Dow Jones & Company nutzen, um seine anderen Medien entsprechend mit Wirtschaftsinformationen “aufzuwerten”.

Quelle: http://www.nytimes.com/2007/05/02/business/media/02dow.html?_r=1&oref=slogin&pagewanted=all

4 Kommentare zu “Murdoch kauft Dow Jones”

  1. herm2204 sagt:

    Die Übernahme durch Murdoch wäre für das “Wall Street Journal” wohl ein schwerer Schicksalsschlag. Schließlich ist der Medienmogul dafür bekannt, dass er in seinen Medien vor allem seine Meinungen durchsetzt und so die Inhalte beeinflusst.
    Bleibt nur zu hoffen, dass die Famile Bancroft ihren Widerstand gegen die Übernahme aufrechterhält.
    Für Murdoch wäre der Kauf auch für sein geplantes Projekt von Vorteil: Im Herbst will er einen Sender mit Wirtschaftsnachrichten ins Leben rufen.

  2. j_salm sagt:

    Ich frage mich nur: Warum wären die denn mit Gates oder Buffet zufriedener? Letzten Endes ist doch egal wer versucht damit Geld zu verdienen und das Projekt bei Misserfolg abstößt…

  3. Andreas Breitbach sagt:

    Naja, zumindest haben sowohl Gates als auch Buffet wohltätige Stiftungen, während Murdoch vor allem ein Hang zu den Konservativen nachgesagt wird. Der würde sich mit den Ansätzen der Bancroft-Familie(Journalismus als öffentliches Gut, für die Gemeinschaft)schlecht vertragen, denk ich mal.

  4. Tamedia übernimmt Espace Media Group « Philippe Willi Blog sagt:

    [...] Mai 25th, 2007 Die Tamedia Gruppe übernimmt die Espace Media Group für rund CHF 300 Mio.- (davon CHF 200 Mio.- in bar und der rest in Aktien), damit entsteht ein Konzern mit gegen 1 Milliarde Umsatz in der schweizer Verlagsszene mit einer beachtlichen medialen Macht. Was ich persönlich spannend finde, ist die Bewertung der Espace Media Group: 1) Umsatz 2006 Espace Media Group, CHF 250 Mio. – // Kaufpreis CHF 300 Mio.- // Faktor 1.2 auf dem Jahresumsatz 2) Dow Jones & Company (Wallstreet Journal), Umsatz 2006 1.784 Milliarden Dollar// Kaufpreis (Angebot Murdoch), 5 Milliarden Dollar // Faktor 2.8 auf dem Jahresumsatz [...]

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