Internes Strategiepapier von StudiVZ publik

Wie DonAlphonso in der Blogbar berichtet ist ein Strategiepapier der, inzwischen von Holtzbrinck aufgekauften, Social-Networking Plattform StudiVZ an die Öffentlichkeit gelangt, in welchem geplante Promotionaktionen für das Schwesterprojekt SchuelerVZ beschrieben werden.Wenn man dem – vor Rechtschreib- und Grammtikfehlern strotzenden – Papier glauben schenken darf, stehen Deutschlands Schulen (und Jugendzentren) in nächster Zeit diverse, mehr oder weniger gut getarnten, Werbeaktionen bevor. Unter dem Motto „Mehr SchülerVZ. Mehr Action“ sollen unter anderem „getarnte“ Promoter auf Schulhöfen mit Breakdanceeinlagen für Aufmerksamkeit sorgen oder „mächtige 50 Kilo-Hanteln und riesige Reisetaschen unglaublich lässig durch die Gegend“ tragen und so auf die Plattform aufmerksam machen. Auch sollen Kondome, Getränke, Traubenzucker und Müsliriegel (neudeutsch: Power-Riegel) mit entsprechender Aufschrift verteilt werden.

Nun kann natürlich darüber spekuliert werden, ob das Papier nicht nur rein zufällig an die Öffentlichkeit gelangte, sondern gezielt publik gemacht wurde. Diese Spekulationen sind jedoch mangels Antwort momentan eher müßig.

Was jedoch auffällt sind zwei Dinge:

  1. Würde durch solche Aktionen – sofern das Strategiepapier authentisch ist und solche Aktionen tatsächlich durchgeführt würden – in einen geschützten und momentan noch werbefreien Raum eindringen, die Schule. Wobei man sich natürlich fragen muss, inwiefern Schulen heute wirklich noch werbefrei sind und es überhaupt sein können.
  2. Arbeitet man bei StudiVZ, auch nach der Übernahme und dem Abgang des Gründers Ehssan Dariani, noch genauso dilettantisch wie am Anfang. Solch ein Papier, in solch einer Form an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen ist, selbst wenn es absichtlich gesehen ist, in meinen Augen alles andere als eine gute Idee.

Die Nutzer von StudiVZ und SchuelerVZ wirds wahrscheinlich nicht stören, denn die konnten auch diverse Datenschutzpannen, Stalker- und andere fragwürdigen Gruppen (1), erfolgreiche Hacks (1) und andere Peinlichkeiten nicht vertreiben.

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5 Gedanken zu „Internes Strategiepapier von StudiVZ publik

  1. ich zweifel ja immer noch daran, dass schülerVZ an den erfolg von studivz heran kommt. an der schule brauche ich keien internet plattform um zu wissen wer in meiner klasse sitzt, oder auf meine schule geht. Dafür ist die Schule doch ein viel zu überschaubarer Raum. Außerdem fehlt da doch der Vorteil mit seinen alten Schulfreunden in Verbindung zu bleiben und ich weiß auch von mir zu Hause, dass sich die Schüler der Region hier längst in eigenen mehr oder minder lokalen communitys zusammengeschlossen haben.

  2. Ma sein, dass das jetzt viele anders sehen, aber für mich klingt diese „tolle“ Promoaktion ziemlich blöde. Ich meine – Werbung für eine Internetseite über Breakdance?
    Aber ok. Wenn ich einige von den Typen sehe, die mit meinem kleinen Bruder auf die Schule gehen, dann kann ich mir ungefähr vorstellen, warum gerade so etwas als Werbung funktionieren könnte.
    Sollte diese Sache nun Wirklichkeit werden, wird es sicher interessant sein zu erfahren, welche Wirkung sie haben wird und ob das Konzept aufgeht.

  3. Ehrlich gesagt glaube ich, dass dieses angebliche Strategiepapier Blödsinn ist. Denn solch eine Werbeaktion würde sich meiner Meinung nach gar nicht durchsetzen lassen und wäre viel zu aufwendig! Denn erstens würde sowas von den Schulen und ähnlichen Einrichtungen niemals erlaubt werden und zweitens wäre eine solche Werbeaktion sehr teuer…
    Ich denke außerdem, dass solche Portale wie StudiVZ und SchülerVZ ihren Erfolg bwz. ihren Marktanteil langfristig nicht halten können. Man muss sich mal überlegen, wie rasant StudiVZ gewachsen ist und schnell eine Spitzenposition am Markt erreicht hat. Meistens ist es jedoch so, dass diese Modeerscheinungen schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Ich habe z.B. die Erfahrung mit uboot.com gemacht, denn diese Portal ist so ähnlich aufgebbaut wie StudiVZ und lange Zeit waren viele meiner Freunde dort angemeldet, bis es langweilig wurde und heute keine Mensch mehr von uboot spricht…
    Ich denke, dass diese Entwicklung auch irgendwann auf StudVZ zukommen wird und man deshalb solche Werbeaktionen nicht überbewerten soll.

  4. ich schließe mich meinen vorrednern an, insbesondere was uboot angeht (ich hab letztens, wieso auch immer, eine mail deswegen bekommen). Die Promo-Aktion wäre weit übertrieben und würde auch an einem Großteil der Nutzer vorbeigehen.
    Die einzig sinnvolle Promo, die ich bis jetzt bei SchuelerVZ erlebt habe, ist, dass Mitglieder des StudiVZ 20 Schüler ins SchuelerVZ einladen konnten. So wurde zahlreiche Geschwister und deren Freunde geworben.

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