Die deutschen Tageszeitungen im Wandel

geschrieben von D. in Medienwandel, Printmedien, ZeitungskriseKommentar schreiben

Eine Umfrage unter Chefredakteuren deutscher Tageszeitungen hat ergeben, dass diese selbst nicht mehr daran glauben, dass die Tageszeitung noch zu den heutigen Leitmedien dazu gezählt werden könne. Die Umfrage war Teil einer Studie des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Stuttgarter Universität Hohenheim.

Vor wenigen Jahren bezeichnete man den Grund für die Zeitungskrise noch als Konjunkturflaute – inzwischen gesteht man sich jedoch ein, dass das veränderte Nutzungsverhalten der Tageszeitungen zugleich das Problem als auch die Herausforderung für die Zukunft darstellt. Fast 75 Prozent der befragten Chefredakteure machten diese Angabe. An zweiter Stelle nannten fast 49 Prozent der Befragten das Internet als Konkurrenzmedium.

Dass die Papierform für die Zeitung der Zukunft keine Rolle mehr spielen wird, glaubt hingegen so gut wie niemand – 87,4 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass elektronische und mobile Verbreitungswege die gedruckten Ausgaben nicht verdrängen werden.

Dennoch wird deutlich, dass die Tageszeitungen in der Zukunft einem großen Wandel unterworfen sein werden. Die Bedürfnisse des Lesers scheinen in den Vordergrund zu treten, wenn es darum geht, weiterhin konkurrenzfähig bleiben zu können. Hoffentlich verliert die Berichterstattung dabei nicht gänzlich an Bedeutung.

8 Kommentare zu “Die deutschen Tageszeitungen im Wandel”

  1. adam2c01 sagt:

    Wie sagt man so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Es ist gut, dass sich die Verantwortlichen nun den tatsächlichen Problemen stellen und nicht nur irgendwelche obskuren Ausreden suchen, um sich nicht mit der wahren, sehr viel schwerer zu bekämpfenden Natur der Problematik herumschlagen zu müssen. Nur so haben sie eine Chance, die Tageszeitungen fit für die Zukunft zu machen. Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen jetzt noch gute Wege einfallen, dieses Ziel zu erreichen

  2. stei2208 sagt:

    Meiner Meinung nach tragen vor allem die kostenlosen Internetseiten zur Krise der Zeitungen sehr stark bei. Denn warum sollte man sich eine Zeitung kaufen, wenn man viel aktuellere und zugleich noch kostenlose Informationen aus dem Internet bekommt???

    Die leeren Geldbeutel der Leser sehe ich als enormes Problem für die Zeitungen. In den vergangenen Jahren stiegen die Lebenshaltungskosten stark an, was bedeutet, dass die Leute eben an Dingen wie Zeitungen sparen. In meinem Heimatort beispielsweise kommt es heute immer häufiger vor, dass sich Nachbarn ein Zeitungsabo teilen.

    Ein Grund, warum ich persönlich nicht gerne Zeitung lese, ist das unhandliche Format. Man benötigt immer viel Platz und das Blättern ist umständlich. Eine Umstellung auf ein kleineres Format, wie es auch in vielen anderen Ländern üblich ist, würde vielleicht das Leseverhalten ändern.

  3. mlieb sagt:

    Die Tageszeitungen müssen erkennen, welche Möglichkeiten sie haben und wie sie diese als Vorteile ausbauen können. Zwar leiden sie besonders unter dem Internet als schnelleres Konkurrenzmedium, doch die Seriösität und Glaubwürdigkeit einiger Tageszeitungen kann davor bewahren, gegen das Internet zu “verlieren”. Die gedruckte Tagespresse darf jedoch nicht versuchen, mit dem Internet in punkto Schnelligkeit und Aktualität mitzuhalten, denn dies würde auf Kosten der wirklichen Möglichkeiten und Vorzüge der Zeitung gehen. Fit für die Zukunft sind Zeitungen mit gut recherchierten Hintergrundinformationen, Kommentaren und den Mut für Reportagen, die nach mehr als nach Aktualität und Brisanz hechten.

  4. mlieb sagt:

    Die Tageszeitungen müssen sich ihren Möglichkeiten bewusst werden, und diese als Vorteile ausbauen lernen. Das Internet ist nicht unbedingt das Problem der Zeitungen, wenn sie sich nicht dem Kampf mit ihm verschreiben, sondern die Möglichkeiten zur Kooperation nutzen. Ein guter Webauftritt einer Zeitung kombiniert mit der gedruckten Ausgabe, die nicht nur nach schneller Information und Brisanz fragt, deckt viele Leserinteressen ab. Aktualität bietet das Internet, gut recherchierte Hintergrundinformationen, Kommentare und Reportagen sollen die Tagesausgaben liefern.

  5. Torsten Herrmann sagt:

    Ich wüsste gerne, wo die Originalquelle zu finden ist. Ich würde gerne darüber schreiben. Danke!

  6. Netzwerkkommunikation » Medienwissenschaft Trier auf SPON sagt:

    [...] Irgendwann trifft es sie alle (wie Philipp es entdeckt): Auf Spiegel Online (ganz unten) wird auf einen Beitrag von Daniela Pott verwiesen, die im Blog der Trierer Medienwissenschaft geschrieben hat. Nett! [...]

  7. hami3301 sagt:

    Der Artikel hat es heute in den Netzweltticker von Spiegel online geschaft.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,478912,00.html

  8. Daniela Pott sagt:

    Danke für den Hinweis, das habe ich gar nicht gesehen! :-)

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