FIFA Women’s World Cup Germany 2011

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Warum ist die Berichterstattung bei der Frauenfußball WM 2011 nicht so umfangreich wie sie es bei den Herren 2006 war?
Sie sind mit Leidenschaft bei der Sache. Auf der Website der FIFA sprechen Abbildungen und Zitate der Fußballnationalmannschaft die eindeutige Sprache von Ehrgeiz und Drang nach der sportlichen Herausforderung. Man hofft auf ein Sommermärchen wie schon 2006.
Es werden Spieler für den Kader ausgewählt, aufgebrachte Fans schreiben Leserbriefe.
Ich spreche über die Vorbereitungen zur Fußball WM der Frauen 2011 in Deutschland.
Nach Angaben der Nationaltrainerin Silvia Neid genoss Frauenfußball nie einen solchen Bekanntheitsgrad wie heute. [1]Sie träumt von einem  Sommermärchen wie schon 2006 bei den Herren.
Doch es stellt sich die Frage ob Deutschland bereit ist für weibliche Fußballhelden.
Denn „König Fußball“ ist in den Köpfen vieler noch immer untrennbar mit männlichen Spielern verbunden. Wie also gehen die Medien mit diesem Ereignis um?
Es gäbe genügend Gründe, die weibliche Nationalelf mit Medienpräsenz zu ehren.
Die Frauen holten bereits zweimal den  WM Titel. Die Nationalspielerinnen sind keine überbezahlten Sportler, sie spielen aus Freude am Sport und mussten im Laufe der Geschichte mehrmals hart für ihr Recht, spielen zu dürfen, kämpfen.
Doch bisher ist die Berichterstattung über die Kickerinnen leider eher dürftig.
Es ist wohl anzumerken, dass Frauenfußball immer populärer wird. Auch sind die weiblichen Nationalspielerinnen  momentan viel präsenter in den Medien als sie es noch vor einem Jahr waren. Jedoch bleibt der immerwärende Vergleich mit den männlichen Kollegen. Und bei einem solchen schneiden die Mädels in Sachen Medienpräsenz leider um einigen schlechter ab.
Ich persönlich zweifele an einem „Sommermärchen“. Denn auch wenn die Fußball WM der Frauen 2011 in Deutschland stattfinden wird und obwohl dieses Großevent inzwischen  nicht mehr weit in der Zukunft liegt, wird vergleichsweise selten darüber berichtet.
Richten sich in diesem Fall die Journalisten nach fetsgefaharenen Vorstellungen und Gewohnheiten der Leser und Zuschauer? Und wenn es  so sein sollte, wäre es dann nicht möglich, dass Leser oder Zuschauer schlichtweg aufgrund von Uninformiertheit Desinteresse zeigen?
Stehen die Medien nicht also in einer gewissen Verantwortung, der Bevölkerung zumindest die Chance zu geben, durch objektive Berichterstattung ein gemeinsames Wissen sicher zu stellen, welches die Grundlage für  eine eigenständige Meinungsbildung ist?
Um der zu Anfangs gestellten Frage auf den Grund gehen zu können, wäre eine Befragung von Journalisten mithilfe eines qualitativen Interviews sicherlich hilfreich. Ebenso könnte eine
Inhalts-/oder Diskursanalyse Aufschluss über  Informationsanteile bereits bestehender Berichte durchgeführt werden.

 

Onlinequellen,  Stand 03.06.2011:

http://de.fifa.com/womensworldcup/index.html (die offizielle Webseite der FIFA )

http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Weltmeisterschaft_der_Frauen_2011 (Wikipedia Artikel zum Thema Frauenfußball )

http://www.zeit.de/sport/2011-03/frauen-fussball-wm2011-kader (Artikel der ZEIT zur Auswahl des Kaders)

http://www.welt.de/sport/fussball/frauen-wm-2011/ (WELT ONLINE, bietet eine eigene Newssite der Frauenfußball WM 2011.)

http://www.zeit.de/sport/2011-05/frauenfussball-silvia-neid (Interview  mit Silvia Neid: Interview der „Zeit“: Anke Myrrhe (26.5.2011) “Frauenfußball ist die Sportart Nummer eins“.   )


[1] Aus dem Interview der „Zeit“: Anke Myrrhe (26.5.2011) “Frauenfußball ist die Sportart Nummer eins“.  http://www.zeit.de/sport/2011-05/frauenfussball-silvia-neid (Stand: 03.06.2011)

 

2 Kommentare zu “FIFA Women’s World Cup Germany 2011”

  1. s2todeck sagt:

    Ich bin, seit ich denken kann, ein eingefleischter Fußballfan und doch muss ich leider zugeben, dass auch mein Interesse – bis vor wenigen Jahren noch – ausschließlich dem Männerfußball galt. Das liegt in meinen Augen daran, dass sich die Frauen erst nach und nach in das Rampenlicht der Medien spielen und damit die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erhalten konnten. Allerdings ist dieser Prozess längst nicht zu Ende und seine Fortführung scheint mir essenziell wichtig für die Zukunft des Frauenfußballs.

    Ich denke nämlich, dass das fehlende Medieninteresse durchaus ein fehlendes Interesse in der Bevölkerung wiederspiegelt. Dabei braucht man sich nur zu fragen, warum bei den Herren WM und EM`s immer alle vor dem Fernseher sitzen, während die Frauenfußballspiele längst nicht so intensiv verfolgt werden . Die simple Antwort: Tradition! Für mich ist das Desinteresse am Frauenfußball vor allem darauf zurückzuführen, dass der Bezug zu den Spielerinen fehlt. Jeder in Deutschland kennt den Schweini, den Poldi oder auch den Miro. Jeder kann sich an dieses oder jenes Spiel aus der Vergangenheit erinnern. Jeder weiß ganz genau, wie Jogi aufstellen muss! Diese Identifikation mit der Nationalmannschaft entsteht aber nur dadurch, dass ständig, und seit langer Zeit, über diese Spieler und Trainer berichtet wurde und man mit “der Mannschaft” bereits soviele Erinnerungen verbindet.

    So muss man also dem Frauenfußball, der erst rezent in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, meiner Meinung nach, einfach auch die Zeit einräumen, sich zu entwickeln. Da kann der Frauenfußball noch so technisch fein sein, die Spielerinen in noch so knappen Hosen spielen (wie es die FIFA mal vorschlug) und die aktuelle Berichterstattung noch so intensiv sein. Diese ganz besondere Beziehung, zwischen den mitfiebernden Fans und den 11 Jungs, wie sie der Männerfußball kennt, wird sich bei den Frauen nicht von heute auf morgen etablieren. Dennoch bin ich überzeugt, dass die WM in Deutschland ein weiterer Schritt in diesem Prozess ist und der Frauenfußball in einigen Jahren – ein weiteres, konstanteres Medieninteresse vorausgesetzt – an die Popularität der Männer anknüpfen kann. Ich persönlich würde mir auch eine Berichterstattung zur Frauenfußball Bundesliga (in einem Format wie der Sportschau) wünschen, da auch dies wesentlich zur Interessenssteigerung am Frauenfußball allgemein beitragen könnte. Alles in allem ist man auf dem richtigen Weg, aber gut Ding will nunmal Weile haben!

  2. s2likroh sagt:

    Das Interesse an den Fußballspielen der deutschen Frauenmannschaft ist sehr viel größer als noch vor einigen Jahren, das zeigt sich schon an den restlos ausverkauften Spielen, bzw. Stadien. Die Stimmung dort im Stadion, kommt der bei Männerfußballspielen gleich. Die mediale Aufmerksamkeit ist ebenso stark gestiegen und somit aber auch der öffentliche Druck auf die Nationalmannschaft größer, bestes Beispiel dafür, ist die herbe Kritik an Birgit Prinz nach dem Spiel gegen Nigeria. An die neue Popularität und Medienpräsenz müssen sich die Damen sicher erst einmal gewöhnen. Dass dies schinbar gut gelingt, unterstreicht der verlustpunktfreie Einzug in das Viertelfinale der Weltmeisterschaft.

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