„Hofberichterstattung“ über zu Guttenberg

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„Hofberichterstattung“ über zu Guttenberg

Wie uns allen bekannt ist, hat die Ära zu Guttenberg mit der Plagiatsaffäre des ehemaligen Verteidigungsministers ein erniedrigendes Ende in aller Öffentlichkeit gefunden. Diese führte zum Rücktritt von allen politischen Ämtern und der Aberkennung seines Doktortitels.
Und das, obwohl die Medien Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg eine wesentlich rosigere Zukunft prophezeit hatten.
Innerhalb kürzester Zeit konnte er die Herzen Deutschlands für sich gewinnen und stieg zu einem der beliebtesten Politiker auf. Im vergangenen Jahr wurde er sogar als möglicher Kanzlerkandidat und Nachfolger Merkels gehandelt.
Doch fragt man sich, wie es überhaupt zu so einem schnellen Wachstum an Popularität kommen konnte. Die Berichterstattung vieler Medien hat sicherlich einen großen Beitrag dazu geleistet.
So wurde beispielsweise ein Besuch zu Guttenbergs in Afghanistan im Dezember 2010 mit außergewöhnlich großem medialen Interesse verfolgt. Das Besondere und auch Ungewöhnliche an diesem Truppenbesuch war, dass er seine Frau, Stephanie Anna Charlotte Freifrau von und zu Guttenberg, mit nach Afghanistan nahm. Dies geschah noch nie zuvor und Stephanie zu Guttenberg wurde damit die erste deutsche Ministergattin, die ihren Ehemann in ein Krisengebiet mit Beteiligung deutschen Militärs begleitete. Auf Seiten der Opposition wurde der Besuch des Ehepaars scharf kritisiert und man warf ihnen gezielte mediale Inszenierung vor. In der Bevölkerung hingegen stieß der Besuch auf große Zustimmung. Obwohl dieser Besuch auch von Medien eher kritisiert als befürwortet wurde, ist er ein Beispiel für die enorme Präsenz zu Guttenbergs in den Medien während seiner gesamten Laufbahn als Minister.
Fakt ist, dass zu Guttenberg von einem enormen medialen Interesse profitieren konnte und damit auch seine politische Laufbahn einen großen Schub bekam.
Fraglich ist nach wie vor jedoch, was genau den schnieken, jungen Adligen so populär machte und noch bis heute macht. Womöglich hängt es mit den in Deutschland fehlenden „Royals“ zusammen. Man beneidet England für William und Kate, Schweden für Victoria und Daniel und Holland für Willem-Alexander und Máxima. Darüber hinaus hat der deutsche Adel bislang eher für Peinlichkeiten gesorgt, insbesondere mit seinem Adoptiv-Adel um Frédéric von Anhalt und Marcus von Anhalt, der mit der Faszination anderer europäischer Königshäuser nichts gemeinsam hat. Doch auch der „echte“ deutsche Adel steht kaum besser da, wenn man an das Oberhaupt des Hauses Hannover, Prinz Ernst August denkt. Dieser hat in der Vergangenheit für zahlreiche Negativ-Schlagzeilen gesorgt, indem er zum Beispiel einen Fotographen mit einem Regenschirm attackierte oder er während der Expo 2000 an den türkischen Pavillon urinierte und dabei abgelichtet wurde.
Bei solch einem Adel ist es nur verständlich, dass sich das deutsche Volk förmlich auf den anfänglich so tugendhaft scheinenden Karl Theodor zu Guttenberg stürzt und auch die Medien Loblieder auf ihn singen.
Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Medien ihrer Aufgabe, generell wertneutral und in einem objektiv kritischen Rahmen zu berichten, nachkommen würden.

Quellen:
http://www.abendblatt.de/politik/article1726502/Gruene-empoert-ueber-Guttenberg-und-Hofberichterstatter-Kerner.html
http://www.spiegelblog.net/faz-uber-spiegel-online-unterwurfiges-sturmgeschutz.html

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