DAZN, Spotify und Co. – Warum Streamingdienste den Markt übernehmen

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Ob Musik, Serien, Sportevents oder Filme: Mit Anbietern wie Spotify, Netflix, DAZN und Amazon Prime gibt es in all diesen Genres Streamingdienste, die den eingefleischten Größen der Branche mehr und mehr den Rang ablaufen. Während die Einschaltquoten und Auflagezahlen der traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung seit Jahren abnehmen, baut das Internet seine Dominanz in puncto Reichweite kontinuierlich aus. In diesem Medium sind auch die Streaming-Plattformen angesiedelt, die erst seit wenigen Jahren in den Kampf um Zuschauer- und Hörerschaft eingreifen.

netflix konkurrenzUnd das tun sie trotz ihrer geringen Anlaufzeit mit Bravour: Einer Studie des RTL-Werbezeitenvermarkters IP Deutschland zufolge nutzen 20% der 14- bis 25-jährigen Befragten den kostenpflichtigen Streaming-Dienst Netflix, um Filme und Serien zu schauen. Mit Amazon Prime zahlen weitere 14% dieser Altersklasse für eine Streaming-Plattform mit ähnlicher Funktion. Man kann davon ausgehen, dass nur wenige Kunden in beide Dienste investieren, da die Funktionen nahezu identisch sind. Folglich betrüge der Anteil an jungen zahlungsfreudigen Klienten knapp 33%, die Zahlen werden sicherlich nicht abnehmen, führt man sich einmal den Alterschnitt der Befragten und den Aktienverlauf von Amazon und Netflix vor Augen.

Wer sich statt Serien und Filmen lieber Sportereignisse zu Gemüte führt, muss mittlerweile nicht mehr auf die gängigen Plattformen à la ARD, ZDF und SKY zurückgreifen, sondern kann über den Streamingdienst DAZN kompakt und bequem auf über 8.000 Sportevents im Jahr zugreifen. DAZN übernimmt in diesem Bereich immer mehr Anteile, hat sich beispielsweise im Fußball Rechte für diverse europäische Topligen gesichert und wird ab 2018 auch Partien der Champions League übertragen. Auch Radios müssen vermehrt um Zuhörerschaft bangen, bietet die riesige Mediathek der Musikplattform Spotify doch nahezu jeden Song manuell abspielbar an.

Neben dem großen Ressourcen-Kontingent, das all diese Anbieter in sich vereinen, gibt es noch weitere Gründe, die die jüngere Generation vermehrt zu Investitionen in diese Plattformen bewegt. Einer der Hauptaspekte ist die fehlende Bereitschaft, ganze Werbeblöcke vor den Lieblingssendungen und -filmen hinzunehmen, in Zeiten von Adblockern und schnellen Mausklicks sind diese langatmigen Unterbrechungen schlicht veraltet. Auch Flexibilität und Selbstverwaltung eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten, die in den klassische Medien wenig bis gar nicht stattfanden. War das Wechseln von Fernseh- und Radio-Sendern früher das höchste der Gefühle, kann man sich heute auf Netflix zwischen hunderten Folgen tausender Serien entscheiden und in Spotify eigene Playlists erstellen, die mit über 30 Millionen Songs gefüllt werden können. Auch die Möglichkeit, Videos und Audios offline abzuspielen, ist ein entscheidender Faktor: Die entsprechenden Files können bei bestehender Internet-Verbindung heruntergeladen werden, um dann später auch ohne Datenverkehr abgespielt zu werden.

YouTube als InnovatorZu guter Letzt hat Youtube als Vorreiter der Video-Branche im Internet riesigen Anteil an dieser Einstellung der Jugendlichen: Das Videoportal bietet Content in Hülle und Fülle an; die Nutzer können sich durch Millionen von Clips klicken, müssen nur sehr kurze Werbepausen ertragen und dürfen dazu noch selbst bestimmen, was läuft. Dieses Muster verankert sich irgendwann in der Denkart – eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, das Bedürfnis nach Selbstbestimmung der Inhalte und die fehlende Bereitschaft, lange Werbepausen hinzunehmen, sind die Folgen. Damit wurde eine komplette Generation unbewusst von den klassischen Medien wegbewegt und für die Streamingdienste sensibilisiert, die sich jetzt erfolgreich etablieren.

Quellen:

https://www.ksta.de/wirtschaft/amazon-prime–netflix-und-co–deutsche-bleiben-noch-dem-fernsehen-treu-28256946

http://www.spox.com/de/specials/dazn/1706/Artikel/was-ist-dazn-streamingdienst-infos-fussball-internationale-ligen-rechte-hd.html

https://trusted.de/spotify-vs-napster

Bildquellen:

https://image.stern.de/6803226/16×9-620-349/34d19adf89d3f73062cd5fb3181fdffd/Zq/netflix-konkurrenz.jpg

https://i1.wp.com/digiday.com/wp-content/uploads/2017/04/YouTube-TV.jpg?w=1440

Netzwerkdurchsetzungsgesetz – Gefahr für die Meinungsfreiheit oder Schutz vor Hass-Kommentaren?

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Wer kennt sie nicht, die ganzen Hass-Kommentare und die Fake-News auf sozialen Netzwerken. Und mal ehrlich, wer hat kein Mitleid mit den Opfern all jener Kommentare oder Beiträge? 

Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass man andere Personen kaum leichter Mobben oder Verleumden kann und Lügen kaum einfacher verbreitet werden können als im Netz. Was ist da praktischer als die allseits geliebten sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und YouTube zu nutzen? Offensichtlich ein sehr weit verbreitetes Problem unserer Zeit.

Bundesjustizminister Heiko Maas präsentierte dieses Jahr scheinbar die Lösung dieses Problems. Am 30. Juni 2017 verabschiedet der Bundestag das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Klugerweise verstecken sie die Verabschiedung dieses Gesetzes hinter dem lang ersehnten Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, welches an diesem Tag alles andere überschattete. Denn Kritik war und ist zu erwarten. Doch warum? Was genau bedeutet dieses zunächst nicht sehr aussagekräftige Gesetz?

Soziale Netzwerke müssen ab sofort offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ binnen 24 Stunden nachdem sie von einem Nutzer oder einer externen Stelle gemeldet wurden löschen. Klingt in der Theorie nicht schlecht. Doch wie genau soll das umgesetzt werden?

Zunächst zum Gesetz: Wie gesagt müssen „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ innerhalb von 24 Stunden von Facebook, Twitter und co. gelöscht werden. Bei problematischeren Fällen gilt eine Sieben-Tages-Frist und auch diese kann bei Ausnahmen verlängert werden, wenn eine ausführliche Prüfung der Begleitumstände unausweichlich scheint. Über Löschen oder nicht Löschen entscheidet dabei ein Mitarbeiter des Unternehmens ohne jegliche juristischen Kompetenzen. Und dieser kann wiederum bei Schwierigkeiten den Fall an eine auch vom Unternehmen eingerichtete regulierte Selbstregulierungsstelle (da sich das Unternehmen zwar selbst reguliert, die Prüfstelle jedoch vom Bundesamt für Justiz überwacht wird) leiten.

Soweit scheint das Gesetz also auf alle Problemfälle eine Lösung zu bieten. Doch besagt das Gesetz auch, dass die Medienunternehmen mit einer Strafe von bis zu 50 Mio. Euro rechnen müssen, wenn sie den Auflagen des Gesetzes nicht nachkommen und mehrfach versäumen gemeldete rechtswidrige Beiträge zu löschen.

Ja genau, richtig gelesen: 50 Mio. Euro!

Da drängt sich der Verdacht des „Overblocking“ auf, also dass ein Unternehmen wie Facebook lieber zu viele Beiträge ohne zusätzliche Prüfung löscht als das Risiko einer Strafe einzugehen.

Und da entsteht auch schon die Problematik.

Nicht nur, dass irgendein Mitarbeiter die Beiträge löschen soll, es kommt auch noch die Höhe der Strafe hinzu, die wohl kaum zu unterschätzen ist. Also ein Gesetz, welches zur unkontrollierten Löschung kritischer Beiträge führen kann? Bereits Jan Böhmermann hat uns bewiesen, dass Satire und Beleidigung oft näher beieinander liegen als man denkt und solche Fälle wie auch viele weitere Fälle sollten nicht von Facebook-Mitarbeitern sondern eher von einem Richter beurteilt werden.

Ein paar Fragen bleiben wohl offen und Kritik trägt ja auch zu einer Optimierung unserer Demokratie bei. Das Gesetz ist da und man sollte das Beste daraus machen.

Denn es geht ja nicht darum, den Kampf gegen rechtswidrige Inhalte zu verhindern, sondern es soll verhindert werden, dass private Unternehmen wie Facebook und co. zu Hütern über die Meinungsfreiheit werden, ohne dass diese einer Kontrolle unterliegen.

 

Quellen:

https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/bab/bab-4113.html

https://www.computerwoche.de/a/das-anti-hass-gesetz-im-internet,3331864

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/BGBl_NetzDG.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Aufmerksamkeit im Internet #metoo

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Aufmerksamkeit. Das ist es, wofür die sozialen Plattformen Facebook, Instagram und Twitter ausgelegt sind. Es dreht sich hierbei alles um das Sehen und Gesehen werden. Die Personen mit den meisten Likes und Followern gelten als berühmt und cool. Je mehr Aufmerksamkeit man erlangt, desto besser.

Die Plattformen beschäftigen sich hauptsächlich mit Oberflächlichkeiten, dem Aussehen und dem augenscheinlich perfektem Leben, das die Personen führen. Der wahre Charakter sowie die Ängste und Sorgen können problemlos in den Hintergrund rücken, denn warum sollte man sich von seiner nicht „perfekte“ Seite präsentieren?

Der Hashtag #metoo (ich auch), rückt alles in ein anderes Licht. Die Schauspielerin Alyssa Milano hat den Hashtag am 15. Oktober 2017 auf Twitter veröffentlicht. Nach dem Skandal über die sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Filmproduzenten Harvey Weinstein, ruft sie alle Opfer sexueller Belästigung und Missbrauchs auf, sich mit dem Hashtag zu melden. Ihr Ziel: Aufmerksamkeit.

Quelle:https://twitter.com/alyssa_milano/status/919659438700670976?lang=de

Hierbei handelt es sich aber um eine andere Aufmerksamkeit, als die sonst immer erwünschte. Sie selbst möchte nicht die Aufmerksamkeit erlangen, sondern die Menschen für das Thema des sexuellen Missbrauchs sensibilisieren. Und es gelang ihr. Innerhalb der ersten Stunden wurde der Hashtag mehr als 30.000 mal geteilt. Mithilfe dieser starken Verbreitung im Internet, wünschen sich die Opfer Gehör und Mitgefühl.

Es klingt nach einer guten Idee: Mithilfe von nur zwei Wörter ist es möglich auszudrücken, was einen vielleicht schon sein ganzes Leben lang bedrückt. Hunderttausende von Tweets wurden und werden noch immer verfasst, aber sie unterscheiden sich:

Es gibt Nutzer, die nur den Hashtag setzen und keine weiteren Details zu ihren Erlebnissen veröffentlichen.

Andere wiederum wollen ihre genaue Geschichte beschreiben. Sie reichen von einem anzüglichen Blick bis hin zu jahrelanger Vergewaltigung.

Dadurch geschieht es, dass  Menschen, die sich „nur“ sexuell belästigt gefühlt haben, plötzlich als keine „richtigen“ Opfer da stehen. Ist es nur die Aufmerksamkeit, die die anderen Nutzer wollen? Worin liegt der Grund sich im Internet dermaßen zu öffnen?

Es scheint, dass der Fokus mancher nur bei der Aufmerksamkeit liegt, die sie erlangen wollen, denn sie fangen an sich zu „übertrumpfen“. Mit präzisen Details erlangt man mehr Aufmerksamkeit, als wenn man bloß den Hashtag alleine nutzt.

Dass dies nicht die Absicht aller Nutzer ist, steht außer Frage. Dennoch sollte man sich im Hinterkopf fragen, wofür das alles ist. Löst es alle Probleme, wenn sich zahlreiche Opfer melde, nur damit man sieht, wie viele es sind?

Es hat uns alle stutzig gemacht und uns zum Nachdenken angeregt, dass sich so viele Leute sexuell belästigt oder missbraucht fühlen. Eine Lösung für das eigentliche Problem ist dennoch nicht in Sicht…

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Dr. Google: Fluch oder Segen?

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Haben Sie schon einmal Krankheitssymptome gegoogelt?
Wenn ja, sind Sie in bester Gesellschaft. Immer mehr Menschen suchen im Internet nach medizinischen Informationen. Laut der Studie:“E-Health Trends in Europe 2005-2007″ ist das Internet zu einer der wichtigsten Informationsquellen in Gesundheitsfragen geworden. Rund 65% der Menschen nutzten 2016 das World Wide Web um medizinischen Rat einzuholen.

Grafik des Deutschen Ärtzteblattes

Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen sich bei Beschwerden im Internet über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Doch die überwältigende Anzahl an möglichen Treffern und scheinbaren Antworten überfordert die Meisten. So zum Beispiel findet man unter dem Suchbegriff „Kopfschmerzen“ fast zwei Millionen Treffer.Beinahe jede Krakheit findet eine Behandlung im Internet. Ofmals diagnostizieren und verängstigen sich Laien gegenseitig in diversen extra dafür angelegten Internetforen. Seltene Krankheiten landen in den Suchmaschinen dabei oft weiter oben als harmlose Wehwehchen.

In Folge dessen werden viele Patienten zu krankhaften Selbstdiagnosen verleihtet. Der US-Forscher Brain Follon von der Colombia-University in New York spricht hier von einer modernen Form der Hypochondrie: der „Cyberchrondrie“.https://www.berliner-zeitung.de/wenn-das-internet-krank-macht–cyberchondrie-breitet-sich-aus-grusel-diagnose-aus-dem-netz-15495094 Vorallem Menschen mit geringen medizinischen Vorkenntnissen machen sich schnell unangemessene Sorgen. Diese Personen verlieren sich in der Informationsflut und können daher die gefundenen Informationen nicht richtig einorden, was zu einer Fehldiagnose führt. Die Zeitung Die Welt sprach bereits in einem im Jahr 2008 veröffentlichten Artikel davon , dass das Netz uns zum“ eingebildeten Kranken „mache. Vorallem die Krankheitsgeschichten andrer Patienten lösen Ängste bei Unbetroffenen aus, heißt es dort. Rund sieben Prozent der Deutschen sollen unter diesen beschriebenen Krankheitsängsten leiden. https://www.welt.de/wissenschaft/article1862428/Dr-Google-stuerzt-Hypochonder-in-Todesangst.html

Wer denkt Hypochonder sind Simulanten der liegt falsch. Betroffene haben messbare Schmerzen. Die Angst vor einer Krankheit verschlimmert die Symptome. Es entsteht ein Teufelskreislauf mit schlimmen Folgen für den Alltag : Beruf, Familie und Freunde bleiben auf der Strecke während sich das Leben nur noch um die eigene Gesundheit dreht. Aber nicht jeder ist ein ein Hypochonder der aus Sorge über eine mögliche Krankheit im Netz nach Symptomen sucht.

Aber warum konsultiren so viele Menschen das Internet, anstatt zum Artzt zu gehen? Einer der Gründe könnte sein, dass Ärzte zu wenig Zeit mit ihren Patienten verbringen. Laut bundesdeutschem Durchschnitt nur sieben Minuten. Anscheinend zu wenig um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Jedoch ist bei der Suche im Internet Vorsicht geboten: Seriöse Seiten wie Net.Doktor und Vitanet.de weisen darauf hin, das Betroffene in mehreren Informationsquellen Rat suchen sollten. Wenn sich die Symptome verschlimmern sollte der Arzt aufgesucht werden. Denn dieser kann zur Not auch ohne ihr Vertrauen die richtige Diagnose stellen und darum geht es doch letztendlich.

 

Weitere Quellen: Cyberchondria: Studies of the Esacalation of Medial Concerns in Web Search und Hochschule der Medien Stuttgart

 

 

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Influencer Marketing – erfolgsversprechende Strategie oder rechtliche Grauzone?

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„Xenia Overdose“ hat 970 tausend Follower auf Instagram, „André Hamann“ 1,1 Millionen und „Stefanie Giesinger“ sogar 2,9 Millionen Abonnenten (stand November 2017). Die drei gehören zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Doch was macht sie so besonders? Was bringt uns Abonnenten dazu ihrer Meinung zu folgen und uns nach ihr zu richten ?

Ein erfolgreicher Influencer verkörpert bestimmte Eigenschaften. Diese sind nötig, um die Posts und Produkte möglichst effektiv anzupreisen und die Follower bei Laune zu halten. Dazu zählen Sympathie, Autorität, Wertekonsistenz, Reziprozität, Knappheit, und „Social Proof“. Die Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick trivial und selbstverständlich, jedoch sind sie gerade in der heutigen Zeit nötig, da die Plattformen Instagram und Facebook gerade zu von ‚Möchtegern-Influencern‘ überschwemmt werden.

Diese Form des Marketings ist aber keinesfalls eine neue Erfindung. Keine Frage, dass sich der Stellenwert im Zeitalter von Instagram, Twitter und Co. massiv verändert hat, aber schon in den frühen 90er Jahren kam der Konzern Coca Cola auf die Idee, sich die Bekanntheit und Beliebtheit einer öffentlichen Person zu Nutze zu machen https://www.youtube.com/watch?v=qNL6xoFwR-8 . Coca Cola nutzte den weltbekannten Basketballer Micheal Jordan dazu, ihr Produkt an den Mann zu bringen. Die Werbung wurde weltweit bekannt.

Influencer-Posts sind aus unserem Alltag kaum noch weg zu denken, doch ist den meisten die Reichweite eines einzigen Selfies gar nicht bekannt. Auch die Influencerin „DagiBee“ zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten Deutschlands. Sie wirbt unter anderem für das Unternehmen „Duschdas“. Für die Firma postete DagiBee ein Selfie und setzte die entsprechenden Hashtags darunter. Damit erreicht sie mit ihren Fotos 5 Millionen Instagram Follower. „Duschdas“ müsste 21.000 Euro für Werbemaßnahmen investieren, um eine ähnliche Reichweite zu erzielen.

So klingt Influencer-Marketing nach der Strategie schlecht hin, um schnell viele Menschen anzusprechen. Doch steht auch diese Strategie vor Problemen. Oft ist der werbende Charakter solcher Posts nicht offensichtlich genug gekennzeichnet. Dann fällt er unter Schleichwerbung und die ist in Deutschland laut §5 des UWG verboten. In dieser rechtlichen Grauzone fand sich der Konzern „Rossmann“ dieses Jahr  wieder.

Auch Rossmann bediente sich an einem jungen Influencer, um neue Produkte schneller vermarkten zu können. Jedoch fand der „Verbund für sozialen Wettbewerb“, dass der Hashtag #ad, nicht ausreicht, um den werbenden Charakter der Anzeige deutlich zu machen und verklagte Rossmann. Das Oberlandesgericht Celle gab dem im September diesen Jahres recht und veurteilte Rossmann bei Wiederholungstat zu 250 000 Euro Strafe. Bei diesem Urteil geht es zwar überwiegend um Schleichwerbung, jedoch gerät die junge Branche des Influencer-Marketings dadurch unter Zugzwang. Es wurden nun neue Leitregeln entworfen für die Kennzeichnung von Influencer-posts, beispielsweise müssen jetzt in der ersten Reihe Hashtags wie #werbung, #anzeige zu finden sein, damit es sich um eine offenstichtliche Kennzeichnung handelt. Die Branche warnt davor nur #sponsoredby, #poweredby o.Ä. zu schreiben, da diese leicht falsch zu verstehen sind.

Das Urteil des OLG Celle wird grundlegende Veränderungen auf Instagram und Co. verursachen; bleibt abzuwarten, ob diese nun den Grad zwischen erfolgsversprechender Marketing Strategie und rechtlicher Grauzone vergrößern.

 

 

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„Digitale Fürsorgepflicht“ für Kinder und Jugendliche – Notwendig oder nicht?

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Wer kennt es nicht: Man sitzt im Bus oder einfach in der Stadt und schaut um sich. Vermehrt sieht man Menschen, die ihren Blick kaum vom Handybildschirm wenden können. Diesen Trend, das „Phubbing“, sieht man inzwischen auch immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen.

 

Aufgrund dieses nachahmenden Verhaltens der Erwachsenen stellt sich die Frage, ob die Mediennutzung sich auf die Entwicklung der Heranwachsenden auswirkt.

 

 

Diese Frage stellten sich auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und das Bundesministerium für Gesundheit, welche darauf die sogenannte BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation) ins Leben riefen.

Bei dieser Studie wurden von Juni 2016 bis Januar 2017 5.573 Eltern und dessen Kinder bezüglich ihres Umgangs mit den Medien befragt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der medizinischen Früherkennungsuntersuchung, also die körperliche, entwicklungsneurologische und psychologische Verfassung der Kinder, herangezogen.

Bei diesem Vergleich kam zu es zum einen zu dem Ergebnis, dass Kinder ab 7 Jahre und auch Jugendliche zur Hyperaktivität und Unkonzentriertheit tendieren, wenn diese mehr als eine Stunde am Tag an ihrem Handy oder Tablet verbringen. Zudem neigt die genannte Gruppe zu Übergewicht. Zum weiteren zeigen schon die Zwei- bis Fünfjährigen Entwicklungsstörungen bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien, so haben sie Probleme bei der Konzentration und Sprachentwicklung.

Diese zwei aufgeführten Ergebnisse zeigen exemplarisch die von der BLIKK-Studie ausgewerteten, meist negativen Auswirkungen der Mediennutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Jedoch widerlegt die Kinder-Medien-Studie 2017 diese negative Darstellung. Bei dieser Studie wurden über 2.000 Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren mit ihren Eltern interviewt. Hierbei fielen die Ergebnisse jedoch positiver aus.

72% der Kinder in der genannten Altersklasse lesen in der Woche mehrmals, aber nicht wie angenommen von Tablets oder Computer, sondern noch von Papier. Zudem wird das Vorurteil, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit bloß mit digitalen Medien verbringen würden, ebenfalls widerlegt, da diese weiterhin Freunde treffen und das Spielen im freien bevorzugen.

Diese verschiedenen Studien zeigen grundsätzlich, dass das Interesse an der Medienpädagogik groß ist und man Studien und Umfragen nutzen möchte, um die Entwicklung der Kinder und deren Umgang mit den Medien bestmöglich zu fördern.

Es ist offensichtlich, dass besonders die Eltern an diesem Prozess mitwirken und daher als Vorbild vorangehen sollten. Daher stellt sich für diese auch die Frage wie sie die sogenannte „digitale Fürsorgepflicht“ am besten konkret umsetzen können. Beispielsweise in welchem Alter die Kinder ein Handy oder andere digitale Medien bekommen sollten oder ob es strikte Verbote zur digitalen Mediennutzung geben sollte, um den Kindern die Kontrolle der Nutzungszeit anfangs abzunehmen. Man dürfe aber auch nicht die grundsätzliche Mediennutzung verbieten, sondern stattdessen zusammen mit den Kindern die Medien kennenlernen und auch dessen Grenzen und Gefahren beibringen.

 

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Flammende Leidenschaft? Snapstreaks und ihre gesellschaftlichen Folgen

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Zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerke gehört inmitten von Facebook, Whatsapp und Instagram seit 2011 auch die App Snapchat. Sie bietet verschiedene verlockende Features, wie etwa das automatische Verschwinden von zugesendeten Bildern nach einer gewissen Zeit. Dabei fangen Jugendliche immer früher an, das Medium täglich zu nutzen und geraten dabei in die Falle der sogenannten Snapstreaks. Doch worum handelt es sich hier überhaupt?

Flammen-Emoticons tauchen neben einzelnen Chats auf, wenn man der betroffenen Person täglich einen Snap geschickt hat und das für mindestens drei Tage. Zahlen zeigen weiterhin, wie viele Tage man schon auf diese Weise kommuniziert. Bloßes Chatten reicht dabei nicht, die Nutzer werden zum Verschicken von Bildern animiert.

Dieses Feature, welches auch Tagesreihe genannt wird, sorgt dafür, dass Flammen regelrecht gesammelt werden. Und das natürlich mit so vielen Leuten wie möglich. So gelingt es Snapchat, Menschen unterschwellig dazu zu „zwingen“, die App zu benutzen. Dies fällt allerdings bei täglichem Gebrauch nicht direkt auf. Sobald eine Flamme droht, zu verschwinden, erscheint neben ihr eine Zeituhr. So werden die Nutzer unter Druck gesetzt und zu „Sklaven“ der App, weil sie fürchten, alle Flammen zu verlieren.

Besonders Kinder und junge Erwachsene verspüren den Drang, beliebt zu sein und viele Freunde zu haben. Aber sind Snapchat-Buddies wirkliche Freunde? Und können virtuelle Kontakte die echten ersetzen? Wohl eher nicht.

Zwar besteht die Möglichkeit, Snaps mit Nachrichten zu versehen, meistens handelt es sich aber um ein Foto der Bettdecke oder einer Tischkante, dem Boden oder den eigenen Füßen. Zudem wird oft dasselbe Bild an alle Personen geschickt, mit denen man Flammen teilt. Schließlich wäre es zu viel Arbeit, für jeden Kontakt ein individuelles Bild zu machen. Es handelt sich also längst nicht mehr um die altmodische, one-to-one Kommunikation.

Jene ältere Generation hingegen, die als Kinder noch zum Spielen im Wald war und nicht am PC, sieht Snapchat-Flammen eher als Zeitverschwendung an, als einen unnötigen Nebeneffekt des Netzwerkes. Immerhin sieht ja außer uns selber niemand, wie viele Flammen wir haben. Höchstens, wenn es bei Instagram gepostet wird.

Doch was kann man dagegen tun, dass immer jüngere Menschen Angst davor haben, kein Wlan zu haben und ihre Snapstreaks zu ruinieren? Ein Verbot von Snapchat ist doch keine wirkliche Lösung. Jedoch sollten Eltern ihren Kindern früh bewusst machen, dass Glück und Erfolg im Leben nicht davon abhängig sind, wie viele Flammen man hat.

 

 

 

 

 

 

eSports – Ein Spiel, das kein Spiel mehr ist

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Rund 50 Millionen Menschen haben das vergangene Wochenende gespannt vor dem Computerbildschirm verbracht. Dabei ging es jedoch nicht um eine neue heiß erwartete Serie, oder gar ein weltpolitisches Ereignis. Sie alle haben zugeschaut, wie andere Computer spielen. Über die letzten Wochen wurde an den vier Standorten Wuhan, Guangzhou, Shanghai und Beijing die Weltmeisterschaft in dem Videospiel League of Legends ausgespielt.

Bereits 2016 standen insgesamt 28 Übertragungen in 18 unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung. Streamingdienste wie Twitch.tv, oder YouTube Gaming zeigen die Spiele live im Internet. Inzwischen steigt aber auch der Fernsehmarkt zunehmend ein. Der deutsche Privatsender SPORT1 sowie die amerikanischen Kollegen von ESPN erweitern stetig ihr Portfolio im Bereich eSports.

Dabei ist dies nur ein Beispiel von vielen.
Counter Strike: Global Offensive, Overwatch, Rocket League, DOTA, FIFA. All diese Spiele werden bereits hauptberuflich professionell gespielt.  Die zu gewinnenden Preisgelder sind längst in die Millionenbeträge geschossen. So wurde beispielsweise ein Preisgeld von insgesamt 24,7 Millionen USD bei der diesjährigen Meisterschaft im Spiel DOTA ausgeschüttet. Das ein großer Teil des Preisgeldes durch die Spielercommunity selbst gezahlt wurde, lässt die Zahl noch surrealer wirken.

Aber wie können diese Nerds überhaupt eine solche Masse anlocken? Es ist die Qualität der Spieler, die sie von der Masse abhebt. Die Teams leben gemeinsam in so genannten Gaming Houses zusammen, die überhaupt nicht mit Wohnungen Gleichaltriger vergleichbar sind. Eigene Bäder für jeden Spieler, Sportplatz hinter dem Haus und natürlich Räume vollgepackt mit leistungsstarken Rechnern, um möglichst unter den besten Voraussetzungen trainieren zu können.

Und trainiert wird reichlich. Täglich verbringen die Profis etwa 8-12 Stunden im Spiel. Dabei werden Strategien mit den Teammitgliedern eingespielt, sowie Techniken verfeinert. Wird mal nicht trainiert, so wird über den eigenen Twitch Kanal das Spiel übertragen. So besteht der Tag wortwörtlich nur noch aus dem Zocken.

Steht ein großes Turnier an, werden die Spieler in die jeweiligen Länder eingeflogen und übernachten in teuren Hotels. Pressetermine sowie stetig aktualisierte Social Media Kanäle sind hier Pflicht.  Dabei ist es auch unabdingbar, die mit Sponsoren vollgepackten Shirts und Hoodies zu tragen.
Computerteile-Hersteller kooperieren bereits mit vielen Teams, um ihre Produkte gekonnt zu platzieren.
Begonnen mit PC Zubehör und extra angefertigten Gaming-Stühlen, steigen inzwischen auch große Unternehmen, wie etwa Red Bull, oder Coca Cola in den Werbemarkt mit ein.

Aber auch echte Sportclubs sind bereits im eSports-Bereich tätig. So haben Vereine wie Schalke 04, Paris Saint Germain, oder Manchester City längst Profisparten für die oben genannten Spiele. Wenn ein Markt gewinn verspricht, scheinen also auch die altehrwürdigen Fußsballclubs einen neuen Weg einzuschlagen.

Ob diese irgendwann die Namensprägenden Fußballvereine in ihrer Popularität und Werbefähigkeit ablösen können, scheint jedoch unwahrscheinlich. eSports gewinnt immer weiter an Bedeutung, hat aber seinen Zenit noch lange nicht erreicht.

Quellenangabe:

https://esc.watch/tournaments/lol/2017-world-championship

https://www.summoners-inn.de/de/news/47481-by-the-numbers-zahlen-der-worlds-2016

http://www.zeit.de/2017/04/computerspiele-geld-umsatz-gewinn-leistungssport

https://www.esportsearnings.com/tournaments

 

 

Beauty is Photoshop?

geschrieben von in Internet, Medienkritik, Zeitschriften1 Kommentar »

Wer kennt es nicht-man läuft an einem Zeitungsstand vorbei und denkt sich: WOW, würde ich doch nur auch so aussehen. Natürlich ist es kein Geheimnis, dass Bilder am Computer digital nachgebessert werden, doch was ist davon überhaupt noch echt?

Im Jahre 2010, dem 10 jährigen Jubiläum Photoshops, hatte die Software bereits 10 Millionen Nutzer weltweit. Der Konsum nimmt seit dem nur zu. Das Problematische hierbei ist jedoch, dass man das Bearbeitete kaum noch von der Realität unterscheiden kann. Unrealistische Schönheitsideale werden so in unsere Gesellschaft eingebunden.

 

Spiderman Homecoming Star Zendaya Coleman setzt sich dafür ein, dass ihre Bilder nicht mehr manipuliert werden. Wie Zendaya in ihrem Instagram Post richtigstellt, wurde das Bild auf der linken Seite extrem überarbeitet. Leider stehen nur sehr wenige Stars und Sternchen zu solch Mogelei

 

Doch wozu das Ganze?

Klar, möchte man sich auf Plattformen, auf denen tausende Menschen einen sehen können, von seiner besten Seite zeigen. Aber reicht die natürliche Schönheit denn nicht aus?

In der Werbung wird Photoshop häufig genutzt, um ein Produkt ansprechender wirken zu lassen. Ist es dabei jedoch, nötig die Haare einer Frau voluminöser aussehen zu lassen, wenn es doch eigentlich um die Uhr geht, die sie trägt?

 

Welchen Einfluss hat dies für Jugendliche?

Sowohl Kinder, als auch Teenager lassen sich sehr einfach von den Medien
beeinflussen. Wenn sie in einem Magazin ein Bild von Kim Kardashian sehen, ohne zu wissen, dass mehrere Dutzend Teammitglieder an dem Endresultat gearbeitet haben, denken sie, es sei normal so auszusehen. Dadurch fühlen sie sich oftmals unwohl in ihrer eigenen Haut, da kein Mensch so perfekt aussieht, wie es auf den Bildern angepriesen wird.

Diese falschen Body Images, die von der Gesellschaft akzeptiert werden, sind der Grund, warum viele junge Leute Probleme mit ihrem Selbstvertrauen haben.
Besonders weibliche Konsumentinnen gehören zur Zielgruppe des Photoshoppings. Interessant ist nämlich, dass fast nur feminine Models, oder Stars in Zeitschriften nachträglich ‚verbessert‘ werden.

Eine Studie des British Journal of Psychiatry beweist, dass 36% der rund 3000 14-jährigen befragten Mädchen regelmäßig auf Diät sind. Dies deutet darauf hin, dass sie unglücklich mit ihrem Aussehen sind.

 

 

Diese Calvin Klein Kampagne mit Justin Bieber ist eines der wenigen Beispiele für Photoshop an Männern.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sowohl Mädchen, als auch Jungs mit Body Images zu kämpfen haben.
Allein in der USA leiden circa 10 Millionen Männer an einer Essstörung.

Photoshop in den Medien sorgt also ganz klar dafür, dass beeinflussbare Benutzer sich dazu genötigt fühlen, ihren Körper zu verändern, um in der heutigen Gesellschaft dazu zu gehören.

 

 

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Online den Lebensmitteleinkauf erledigen – von Online-Supermärkten und ihren Chancen und Risiken

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

Wer kennt es nicht, der lästige Wocheneinkauf steht noch aus doch man hat eigentlich so gar keine Lust auf überfüllte Supermärkte und lange Schlangen an den Kassen. Da sich der Kühlschrank aber leider nicht von alleine auffüllt müssen wir uns nun trotzdem noch auf den Weg machen, egal wie anstrengend und lange der Arbeitstag war. Hier kommen nun die Online-Supermärkte ins Spiel. Heutzutage können wir im Internet nun nicht mehr nur Kleidung oder Technik in unseren Warenkorb per Mausklick befördern sondern eben auch Lebensmittel. Anbieter gibt es mittlerweile viele, angefangen von dem Supermarkt Rewe bis hin zu eigentlich branchenfremden Konzernen wie Amazon (AmazonFresh). Schauen wir uns jedoch nun einmal an, wie das Ganze funktioniert. Sparen wir wirklich Zeit und muss ein so alltäglicher Vorgang wirklich online abgehandelt werden?

AmazonFresh wirbt mit dem Slogan: „Ihr kompletter Einkauf geliefert nach Wunsch“. Nachdem man eine Mitgliedschaft abgeschlossen hat kann es sofort los gehen. Zuerst wählt man den individuell gewünschten Lieferzeitraum aus um nur die dafür verfügbaren Produkte angezeigt zu bekommen. Und schon kann es los gehen: Einfach durch scrollen und aus einem riesigen Sortiment den Wocheneinkauf zusammen stellen. Egal ob gemütlich von der Couch aus oder auf dem Heimweg mit der Bahn, dank dem mobilen Internet können wir von überall aus einkaufen. Für viele bedeutet dies nicht nur Zeit sparen sondern auch moderner Fortschritt. Selbst an einem Sonntag kann so der Einkauf erledigt werden und man bekommt alles zum gewünschten Zeitpunkt direkt vor die Haustür geliefert. Man erspart sich überfüllte Supermärkte und genervte Kassierer wenn man mal wieder das Kleingeld zusammen kratzt, bezahlt wird schließlich per Paypal oder mit anderen bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten. So übertragen wir selbst etwas so alltägliches wie den Lebensmitteleinkauf in das Internet. Doch leider birgt über den Bildschirm einkaufen auch einige Nachteile. Wie groß sind die Produkte tatsächlich? Und wie sieht es mit der Qualität aus? Wer sich gerne im Supermarkt das Gemüse genauer betrachtet um eben nicht zu der Paprika mit der unschönen Stelle zu greifen muss nun anderen die Auswahl der Produkte überlassen. Auch ob Produkte wie Joghurt oder Obst und Gemüse die Lieferung unbeschadet überstehen ist nicht garantiert. Hinzu kommt noch der Aufwand der Verpackungen wenn zum Beispiel Produkte bestellt werden die gekühlt werden müssen. Dies führt oft zu sehr viel Verpackungsmüll.

Abschließend muss aber jeder noch selbst entscheiden, ob er lieber persönlich seinen Einkauf erledigt oder sich die Produkte online aussucht und liefern lässt. Was ist einem wichtiger, die Zeit einsparen und die Möglichkeit nutzen von überall aus einzukaufen oder doch lieber traditionell selbst den Supermarkt vor Ort zu besuchen und den Wocheneinkauf vielleicht auch zu genießen, die frischen Waren zur Inspiration für das nächste Rezept auf sich wirken zu lassen. Im Laufe der Zeit wird sich wohl noch zeigen, ob sich Online-Supermärkte etablieren und eine Masse an Konsumenten an sich binden.

 

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Online-Supermarkt

https://www.amazon.de/b?node=6723195031&tag=googhydr08-21&hvadid=208052195943&hvpos=1t1&hvnetw=g&hvrand=15093990083140174362&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=e&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9041763&hvtargid=kwd-361607079597&ref=pd_sl_1bm9c3o8ej_e

http://www.gratisnum.com/blog/lebensmittel-online-bestellen-nur-ein-trend-oder-doch-die-zukunft/

http://blog.simplora.de/category/online-supermarkt-vergleich/

http://www.chip.de/artikel/Online-Supermaerkte-im-Test-Die-besten-Lieferservices-fuer-Ihre-Lebensmittel_107446512.html

https://www.idealo.de/magazin/2016/01/21/lebensmittel-online-bestellen-anbieter-im-vergleich/

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Aufstieg der AfD – Welche Rolle spielen die Medien?

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag, welche am 24. September 2017 stattfand, sorgte in einer Hinsicht ganz besonders für Aufruhr: mit 12,6 % der Stimmen wurde die AfD zur drittstärksten  Partei.

Wie konnte es dazu kommen?

Am 25. September 2017 lieferte zum Beispiel die Sendung der politischen Talkshow im Ersten, „Hart aber fair“, eine mögliche Antwort auf diese Frage. Die Show wurde zu einer Anklage gegen die Medien, welche den Aufstieg der AfD nach Ansicht der Diskutanten angeblich massiv begünstigt haben sollen.

Katharina Barley, SPD Familienministerin, äußerte den Vorwurf, die Medien, vor allem ARD und ZDF, hätten generell zu oft und zu ausführlich über die AfD berichtet, wobei es keine Rolle spielte, ob diese Berichte positiv oder negativ ausfielen. Außerdem sei in der Berichterstattung die „Flüchtlingskrise“ permanent thematisiert worden, die bekanntlich das wichtigste Wahlkampfthema der AfD darstellt. Andere relevante Themen wie Bildung, Rente oder Gesundheit seien den Wählern kaum näher gebracht worden. Sogar im „TV-Duell“ zwischen Merkel und Schulz am 03. September 2017 war in erster Linie über die Flüchtlingsproblematik diskutiert worden, wodurch die AfD ungewollt unterstützt worden sei.

Dorothee Bär, CSU Bundestagsabgeordnete und ebenfalls zu Gast bei „Hart aber fair“, legte sogar dar, ein Mitarbeiter des öffentlichen Rundfunks hätte ihr gegenüber zugegeben, AfD-Abgeordnete würden gerne zu Talkshows eingeladen, weil sie für Skandale sorgen und sich somit positiv auf die Quoten auswirken.

Die Vorwürfe Barleys und Bärs kann man nachvollziehen, wenn man zum Beispiel der Einschätzung des Professors für Kommunikationswissenschaften, Carsten Reinemann an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Forscher über Medien und Populismus, folgt: “ Je häufiger eine Partei in den Medien vorkommt, je positiver über sie berichtet wird oder je stärker ihre Themen im Mittelpunkt stehen, umso eher kann eine populistische Partei profitieren.“

Der ehemalige ZDF Chefredakteur ,Nikolaus Brender, hält all die Schuldzuweisungen den Medien gegenüber für unsinnig. Er ist der Meinung, dass die Medien nun von den Parteien instrumentalisiert werden, weil diese vom eigenen Versagen bei der Bundestagswahl ablenken wollen.

Wer in dieser Debatte nun recht behält, lässt sich nur schwer sagen. Allerdings muss man bedenken, dass wir in einer Zeit leben, in der eine Partei unzählige Möglichkeiten hat, ihre Wähler anzusprechen. Längst erfolgt eine Beeinflussung der Meinungen und eine Polarisierung über Online-Plattformen wie Facebook oder Twitter. Insofern kann man nicht sicher sein, dass aufgrund der Beiträge des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Wahlergebnis sich so günstig für die AfD entwickelt hat.

Drohnen: Wie verändern sie unseren Alltag?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Drohnen: Wie verändern sie unseren Alltag?

Drohnen begeistern momentan viele Menschen: Unternehmer, Forscher und sogar Privatleute wie Hobbyfotografen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen, von Quadracoptern bis hin zu Hexacoptern, von wenigen Zentimetern bis zu einer Spannweite von rund 40 Metern. Doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden, bis die unbemannten Luftfahrzeuge, alltäglich werden.

Wann werden Pakete per Drohne gebracht? 

In 30 Minuten von der Bestellung bis zur Landung im Vorgarten – so sieht sie aus, die neue Drohnen-Paketwelt. So stellt sich das zumindest der US-Onlinehändler Amazon vor, bislang klappt das aber nur in ihrem Werbe-Video. Auch DHL und Google arbeiten daran, die Flugobjekte zum Paketzustellen einzusetzen. So fliegt zum Beispiel seit September 2014 regelmäßig eine DHL-Drohne – der Paketkopter – vom Festland auf die Nordseeinsel Juist um Medikamente auszuliefern. Etwa zwölf Kilometer bei 50 Meter Flughöhe und einer Geschwindigkeit von 18 Metern pro Sekunde überbrückt das Fluggerät – und das im Automatikbetrieb.

Helfer in der Landwirtschaft und bei der Bundeswehr

Drohnen haben einen vielseitigen Einsatzbereich, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Sie können große Flächen mit Pflanzenschutzmitteln aus der Luft besprühen, den Düngezustand oder auch die Bewässerung mit Hilfe von speziellen Kameras bestimmen.

Bei der Bundeswehr werden sie vor allem zur Aufklärung eingesetzt. Vorteil hierbei ist, dass winzige Drohnen im Gegensatz zu Kleinflugzeugen und Helikoptern vom Radar nicht erkannt werden. Auf diese Weise können gezielte Aktionen beispielsweise zur Ausschaltung von Terroristen geplant und durchgeführt werden, ohne dass dafür das Leben von Soldaten gefährdet werden muss.

Wieder Kind sein – die private Nutzung von Drohnen

Drohnen sind die moderne Version des ferngesteuerten Flugzeugs – nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit allein in Deutschland rund 400.000 Drohnen. Die meisten privaten Nutzer nutzen sie, um mit ihnen Fotos von oben aufzunehmen oder fliegen mit ihnen Rennen.

„Warum das Spaß macht? Weil man wieder Kind sein kann. Und ein bisschen rumfliegen kann. Adrenalin pur.“ – Nutzer von privaten Drohnen

Doch ganz so ohne ist das Fliegen mit Drohnen nicht. Im Internet kursieren jede Menge Videos von abgestürzten Drohnen und solchen, die Menschen oder anderen Fluggeräten gefährlich nah kommen. Auch der ADAC warnt vor Zusammenstößen von Rettungshubschraubern und Multikoptern.

„Dabei muss noch nicht einmal eine Cockpitscheibe durchschlagen werden, da reicht eine Kollision mit dem Rotorblatt, je nach Gewicht der Drohne. Das Heckrotorsystem ist besonders empfindlich, das würde bei einer 5-Kilo-Drohne mit Sicherheit zum Absturz des Hubschraubers führen.“ – Cesare Piro, professioneller Drohnen-Pilot

Alltäglich wird die Drohne also noch nicht. Es gelten weiterhin zu viele Gesetze, die bei der Benutzung beachtet werden müssen. Auch wenn sie schon in vielseitigen Einsatzbereichen genutzt werden, in denen sie uns das Leben vereinfachen, wird es noch viel Zeit und Forschungsarbeit in Anspruch nehmen, bis ein Jedermann von den Multikoptern profitieren wird.

Putin und Trump als Tandem der Zukunft. Was berichten die Medien darüber?

geschrieben von in Medien und PolitikKommentare deaktiviert für Putin und Trump als Tandem der Zukunft. Was berichten die Medien darüber?

 

Die Wahlen in den USA, die am 08. November 2016 stattgefunden haben, haben bestimmt die Furore gemacht. Es war eines der bedeutenden politischen und kulturellen Ereignisse auf der weltweiten Arena.

Jetzt steht die Frage, ob es sich wirklich lohnt, die langersehnte Temperatursteigerung der russisch-amerikanischen Beziehungen zu erwarten? Was haben die Medien der beiden Länder darüber berichtet?

Als Quelle für die Analyse wurden die Nachrichten der wichtigsten politischen Massenmedien Deutschlands („Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Focus“) und Russlands („Iswestija“, „Komsomolskaja Prawda“) im Zeitraum vom Anfang November 2016 bis dem Anfang Januar 2017 betrachtet.

Als die gemeinsame Position der beiden Länder kann man folgende Artikel bezeichnen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin und der US-Wahlsieger Donald Trump mehrmals einander lobten. Die beiden hoffen, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, was in Interessen der Weltgemeinschaft würde.

In diesem Zeitraum wurde man viel über Kontakte zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump geredet. Was deutsche Presse angeht, haben die Massenmedien darüber berichtet, dass Kreml-Regierung versucht hat, die USA-Wahl zu beeinflussen, weil es vorteilhaft für Russland wäre. Dagegen haben russische Medien die Aufmerksamkeit darin fokussiert, dass Obama Trump «die russische Aggression» ins Erbe abgibt. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow behauptete, dass ein Russenhass und große Ausmaß der antirussischen Äußerungen während der Wahlkampagne stattgefunden hat. Dabei hat er «die Sensation» davon, dass Trump — ein Putins Mensch ist, als voller Unsinn genannt.

Man soll die Situation mit 35 russischen Diplomaten, die als russische Geheimagenten und „unerwünschte Personen“ berühmt wurden, nicht vergessen. Wenn deutsche Massenmedien, das alles als Vergeltung für Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf kennzeichneten, hat die Position der russischen Medien darin bestanden, dass Kreml zu diesem Niveau der „Küchendiplomatie“ nicht herabfallen und die Probleme für die amerikanischen Diplomaten nicht schaffen wird.

Natürlich, sei es ergänzt, dass die Politik kein solches Thema ist, wo man in irgendetwas völlig sicher sein kann. Aber die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede sind in dieser Situation besonders auffallend. Wir sollen einfach darauf warten, wenn Donald Trump am 20. Januar 2017 die Amtsgeschäfte vom Demokraten Barack Obama übernimmt und dann wird es klar sein, ob die Versprechungen sowohl von Wladimir Putin als auch von Donald Trump wirklich in Erfüllung gehen werden.

Quellen:

http://www.spiegel.de/

http://www.focus.de/

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/wladimir-putin-donald-trump-telefonat-normalisierung-beziehungen-zusammenarbeit

http://www.zeit.de/index

http://izvestia.ru/

http://www.kp.ru/

Reisen per Mausklick

geschrieben von in Allgemeines, InternetKommentare deaktiviert für Reisen per Mausklick

London City, Australiens Ostküste, ein Hotel in Berlin. Unsere Facebook Freunde lieben es ihre Urlaubsbilder zu teilen. Zwischen den Posts dann ein Videobeitrag, Werbung für ein Reiseunternehmen. Sind wir online, werden wir geradezu überschwemmt mit verlockenden Reiseangeboten. Ist das die Zukunft von Marketing im Tourismus? Wer geht heutzutage überhaupt noch in ein Reisebüro, wenn die Buchung von zu Hause aus mit ein paar Klicks erledigt werden kann?

Eine Studie des „ Verband Internet Reisevertrieb“  veranschaulicht mit Hilfe der beigefügten Statistik, dass das Internet für den Tourismus schon heute eine wichtige und auch zunehmende Bedeutung hat. 2016 nutzten 61% der Deutschen das Internet, um sich über Urlaubsreisen zu informieren, das sind 6% mehr als noch vier Jahre zuvor. Zur tatsächlichen Buchung von Reisen haben 2016 43% schon einmal das Internet benutzt, 10% mehr als 2012.

Eine repräsentative Befragung von bitkom.org mit 103 Geschäftsführern und Vorständen aus der Tourismusbranche bestätigt, dass die Angebote hauptsächlich online vermarktet werden. Wichtigster Kanal für Online Marketing beim Tourismus ist die unternehmenseigene Website, gefolgt von Buchungsplattformen wie booking.com. An dritter Stelle steht Social Media wie Facebook. Durch die steigende Bedeutung digitaler Technologien im Tourismus denkt fast die Hälfte der Befragten, dass Digitalisierung Reiseveranstalter überflüssig macht, da viele ihre Reise bequem selbst über das Internet buchen.

Um sich in der Tourismusbrache durchzusetzen oder um den Bekanntheitsgrad zu steigern, lassen sich ein paar Agenturen wirklich außergewöhnliche und kreative Social Media Kampagnen einfallen. Ein Beispiel ist die sehr aufwendige Kampagne „Send Your Facebook Profile to Cape Town“ von Cape Town Tourism, die all ihren Facebook Fans eine Reise durch Cape Town ermöglichte, ohne dass die Facebook Nutzer wirklich vor Ort waren. Ziel war es, unbekannte Ecken von Kapstadt an potenzielle Touristen zu verraten und somit das Interesse an Kapstadt als Touristenmagnet weiter zu steigern.

Und wie funktionierte die Kampagne? Ganz einfach, die Teilnehmer sendeten ihr Facebook Profil an Cape Town Tourism und diese posteten dann im Namen der Teilnehmer Urlaubsbilder und Videos aus Kapstadt. Die Kampagne erreichte durchaus ihr Ziel. Mehr als 350.000 Menschen nahmen teil, der Tafelberg hatte die höchste Rate an Besuchern seit 83 Jahren und die Anzahl der Touristen in Kapstadt stieg in Folge um 4%.

Insgesamt stellt das Internet bereits eine zentrale Bedeutung für die Tourismusbranche dar. Von der Inspiration durch einen Facebook-Post, über Buchungswebsiten bis hin zu aufmerksamkeitserregenden Kampagnen. Die Zukunft liegt im Internet. Laut bitkom.org bietet Virtual Reality ein großes Potenzial. Mit der VR-Brille zukünftig ein 360° Panoramablick auf das Reiseziel oder ein virtueller Rundgang durchs Hotel? Welchen Urlauber würde das nicht ansprechen?

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Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienkritik, Nachrichten, Weblogs, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Instagram – Alles nur Schein?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Instagram – Alles nur Schein?

Wer hat sie nicht schon gesehen?

Die Bilder von perfekt eingerichteten Zimmern, exotischen Gerichten platziert vor traumhaften Kulissen und von durchtrainierten Körpern in angesagten Bikinis. Jeder, der sich ein bisschen mit Social Networks befasst, hat nach kurzer Zeit verstanden, was im Internet gut ankommt. „Gesehen und gesehen werden“ scheint das Motto von Instagram zu sein. Erhält das gepostete Bild dann doch nicht die gewünschte oder erhoffte Reaktion, wird es kurzerhand wieder gelöscht.

Fakt ist, jeder freut sich über positive Rückmeldung, doch für welchen Preis?

Alles muss angesagter, stylischer und besser sein. Man will natürlich nur die bestmögliche Version von sich selbst präsentieren .Attraktivität und Perfektion scheint das Passwort zum Erfolg zu sein. Doch der anfängliche Spaß am Bilder posten kann sich schnell in eine andere Richtung entwickeln.
Ein perfektes Beispiel ist daher Essana O`Neill . Neunzehn Jahre, blonde Australierin, wunderschön und längst eine Bekanntheit auf Instagram. Eine halbe Millionen Follower verfolgten täglich ihr extravagantes und beneidenswertes Leben. Die schönen Kleider, aufregenden Reisen oder neusten Produkte wurden präsentiert und tausendfach kommentiert.

Die Reaktionen auf solche Bilder sind meistens dieselben. Diese Posts schüren Bewunderung und Neid zugleich. Was jedoch viele nicht wissen, die meisten Bilder von Essana O`Neill waren keine Schnappschüsse, sondern komponierte Werke.

Die Sucht nach den roten Herzen.

O`Neill bricht mit als Erste die perfekte Fassade von Instagram. Unter fast jedes gepostete Bild fügt sie einen Text hinzu, wie es wirklich zu dieser “ Momentaufnahme“ gekommen ist.

„I was lost, with serious problems so beautifully hidden“ . (Essana O’Neill)

Doch wozu das alles ?

Instagram lebt von der Eitelkeit und Selbstdarstellung der Nutzer. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, je mehr Menschen das eigene Bild liken oder kommentieren. Der eigene Körper dient nur noch als Objekt zur Vermarktung. Ethische und moralische Grenzen werden meist außer Acht gelassen. Es wird geboten, was die Follower sehen wollen. Ganz egal, ob das Foto der Realität entspricht oder nicht.

“ Dabei geb ich mir doch Mühe, jede Luxus-Modemesse gibt mir Komplimente. Schöne Benutzeroberfläche! Und sie machen mir ein Angebot, das Freude weckt. 99% reduziert auf mein Äußeres.“ ( Du bist schön – Alligatoah )

Das Reduzieren auf die Objekte und nicht den Menschen macht Instagram so gefährlich.

Die Sucht nach Anerkennung und Aufmerksamkeit wird von der eigenen Unsicherheit und Angst geschürt. Das eigene Glück wird durch die permanente Verbindlichkeit zerstört. Ob man Instagram jetzt als Bühne zur Selbstdarstellung, Parallelwelt des eigenen Lebens oder als harmloser Zeitvertreib betrachtet, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Quellenangaben:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/facebook-instagram-jugendliche-ueber-selbstinszenierung-im-social-web-a-963258.html
http://www.stern.de/lifestyle/leute/instagram-model-essena-o-neill–die-traurige-wahrheit-hinter-den-bildern-6535156.html

Instagram Star Essena O’Neill Breaks Her Silence on Quitting Social Media

Reality-TV gleich Trash-TV?

geschrieben von in FernsehenKommentare deaktiviert für Reality-TV gleich Trash-TV?

Wer kennt sie nicht Reality-Shows wie ,,Big Brother´´, ,,Schwiegertochter gesucht´´ oder ,,Deutschland sucht den Superstar´´. Schon 1948 wurde die erste US-amerikanische Reality-Show ,,Candid Camera´´ produziert und auch hierzulande erfreuen sich Reality Formate seit den 1990er Jahren an einer steigenden Beliebtheit.

Die negativen Seiten: 

Dennoch werden die Konzepte und die Produktion der meisten Reality-TV-Formate noch immer stark kritisiert. Es werden immer wieder Vorwürfe laut, die Darsteller würden ausgenutzt und ihr Inhalt scheint oft kaum etwas zur allgemeinen, intellektuellen Bildung junger Menschen beizutragen. Dies scheint jedoch auch nur schwer möglich, da es das Konzept dieser Formate ist, den normalen oder fiktionalen Alltag im Leben von gewöhnlichen Aktueren und Akteurinnen abzubilden. Desweiteren wird auch kritisiert, dass sowohl die Inhalte, als auch der Begriff ,,Reality- Show´´selbst oft implizieren, dass die jeweilige Sendung die tatsächliche Realität abbildet. Dass dies jedoch nicht stimmt, es z.B. mittlerweile auch viele ,,gescriptete´´ Reality-TV-Formate gibt, ist spätestens seit Jan Böhmermanns ,,Verafake´´ allseits bekannt.                                                                                                                                                               Es lässt sich also festhalten, dass oft ein falsches Bild von der Realität vermittelt wird, was besonders fatal ist, wenn man bedenkt, dass Statistiken zeigen, dass viele Konsumenten der Formate meist erst 12 bis 13 Jahre alt und dementsprechend  in ihrer Entwicklung noch sehr beeinflussbar sind.

Das Konsumieren dieser Sendungen bedeutet also zunächst einmal, zumindest theoretisch eine reine Zeitverschwendung. Wie kann es also sein, das dieses Genre mittlerweile so erfolgreich ist, dass z.B. RTL große Teile seines Nachmittagsprogramms  auf Reality Sendungen wie,,Der Blaulicht Report´´ ausrichtet? Ist Reality-TV wirklich gleich Trash-TV, also TV für die Tonne?

Die Positiven Seiten:

Positiv festzuhalten ist, dass Reality-Shows durchaus den eigenen Horizont erweitern können. Sie können z.B. einem Angehörigen der oberen Mittelschicht einen Einblick in andere soziale Milieus gewähren, sodass dieser eine gewisse Empathie im Bezug auf seine Mitmenschen entwickeln und sich selbst besser in deren Situationen hinein versetzten kann. Ob dieser Einblick dann der tatsächlichen Realität entspricht hängt jedoch von der jeweiligen Sendung ab.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass z.B. Casting-Shows jedem eine Plattform geben um potentiell erfolgreich zu werden. Es springt oft Geld für den Gewinner dabei heraus und manchmal ist auch eine weitere Karriere z.B. in anderen Produktionen möglich. Wie z.B. bei Lena Gercke, die 2006 bei der Casting-Show ,,Germanys next  Topmodel´´ gewann und noch heute als Moderatorin beschäftigt ist. Auch das Dschungelcamp hat schon manche Karrieren wieder ins Rollen gebracht oder einem Prominenten zumindest finanziell geholfen. Ganz zu schweigen von Kim Kardashian, die dank ihrer Realityshow ihren Wohlstand um einiges vergrößern konnte.

Auch lenken manche Reality-Shows die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf soziale Probleme. Wie z.B die amerikanische Reality-Soap ,,16 and Pregnant´´die das Leben von jungen Teenager Müttern in den USA dokumentiert und für den Rückgang von Schwangerschaften bei Teenagern in den USA  teilweise mitverantwortlich ist. Ein weiterer Aspekte für die Popularität und den Erfolg von Reality Formaten sind die im Vergleich zu anderen Formaten hohen Zuschauerzahlen und niedrigen Produktionskosten.

Das Fazit:

Abschließend lässt sich also festhalten, dass die harsche Kritik an dem Genre teilweise gerechtfertigt ist. Die meisten Formate dienen der reinen Unterhaltung und stellen dem Zuschauer kaum neues Wissen bereit. Auch ist nicht immer klar, ob der Umgang mit den Darstellern moralisch einwandfrei ist und es kann durchaus zur Ausnutzung und Demütigung dieser kommen, nicht zuletzt um mehr Quoten zu generieren. Aber die vorschnelle Verurteilung dieses Genres  wird ihm auch nicht ganz gerecht, da oft vergessen wird, dass auch diese TV-Formate so manche Karrieren ermöglicht, die Menschen unterhalten und Verbesserungen sozialer Probleme bewirkt haben.

Bildquelle: http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Falbanylibrary.files.wordpress.com%2F2008%2F04%2Freality-tv.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fstuffblackpeopledontlike.blogspot.com%2F2010%2F07%2F29-reality-tv.html&h=300&w=400&tbnid=ogzkkwD6HCNbRM%3A&vet=1&docid=sWagbMRgcWOlCM&ei=-E1yWID-I-LW0gKqvIzoCg&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=261&page=0&start=0&ndsp=17&ved=0ahUKEwiA2vmx4rLRAhViq1QKHSoeA60QMwgmKAwwDA&bih=662&biw=1366

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Postfaktisch – das Wort des Jahres

geschrieben von in Internet, Medien und PolitikKommentare deaktiviert für Postfaktisch – das Wort des Jahres

Das neue Wort des Jahres ist inzwischen in aller Munde angekommen: postfaktisch. Entlehnt aus dem Englischen von posttruth verweist das Kunstwort auf einen tiefgreifenden Wandel in Politik und Gesellschaft, so die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die die Wörter des Jahres 2016 am 09. Dezember bekannt gab. In politischen und gesellschaftlichen Diskussionen geht es heute mehr um Emotionen als um Fakten, weite Teile der Bevölkerungsschichten lassen sich von Gefühlen oder gefühlten Wahrheiten leiten und sperren sich gegen Tatsachen und Fakten. Ob aus Angst vor der Wahrheit oder aus Wut und Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen – hat sich ein Gefühl est einmal eingeprägt, so lässt es sich durch Fakten nicht mehr so leicht beseitigen. “Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten“, sagte kürzlich die Bundeskanzlerin. „Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen.

Aber was hat sich im Vergleich zu früher verändert? Die Antwort liegt auf der Hand: es sind Internet und soziale Medien, die maßgeblich zu einer interessensgeleiteten, nicht-faktischen Wirklichkeitskonstruktion beitragen. „Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Dort stehen Meinung, Gerücht und wissenschaftliches Ergebnis ununterscheidbar nebeneinander. Es fehlt an Orientierung und Qualitätskriterien. Die Aufmerksamkeit wird eher dem zuteil, der am schrillsten auftritt“, so Mojib Latif, Klimaforscher an der Universität Kiel. Durch die sozialen Netzwerke würden persönliche Erfahrungen des Einzelnen immer wichtiger, die gefühlte Wahrheit spiele eine immer größere Rolle  und die Fakten gerieten in den Hintergrund, schildert der ehemalige österreichische Politiker Stefan Petzner im Interview mit Zapp aus eigener Erfahrung. Hierdurch kommt es schnell zu Konstruktion einer (meist falschen) Wirklichkeit. Soziale Medien eignen sich besonders gut, um ungeprüfte Behauptungen zu verbreiten, lässt zudem auch die Bereitschaft und die Fähigkeit nach, sich intensiv mit Fakten auseinander zu setzen. Oft findet man angebliche Tatsachen bereits mundfertig im Internet und diese werden, wenn sie halbwegs glaubwürdig erscheinen und mit der eigenen Auffassung und Gefühlslage übereinstimmen, weiterverbreitet. Früher war das nicht so. Jeder konsumierte eine begrenzte Anzahl derselben Medien, Meinungen konnten sich auf diese Weise annähern oder zumindest überschaubar blieben. Es dauerte deutlich länger, bis Meinungsäußerungen durch bspw. Leserbriefe publiziert werden konnten.

Vor allem den Journalisten kommen in postfaktischen Zeiten eine immer wichtigere Rolle zu. Sie dürfen sich eben nicht von Stimmungen und Emotionen der aufgebrachten Bevölkerung leiten lassen. Bei ihnen geht es um Recherche, Gewichtung und Einordnung – das Erfolgsrezept guten Journalismus langfristig gesehen, denn dieser ist den Fakten verpflichtet. Und wir als Medienkonsumierende sollten Meldungen und vermeintliche Wahrheiten stärker hinterfragen, reelle Fakten und Statistiken zu unserer eigenen Meinungsbildung hinzu ziehen und uns ebenso wie Journalisten nicht übermäßig von Emotionen anderer leiten lassen.

 

 

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Ist objektiver Journalismus noch möglich?

geschrieben von in Medien und Politik, Medienkritik, QualitätKommentare deaktiviert für Ist objektiver Journalismus noch möglich?

Von geplatzten Blasen

9. November 2016, gegen vier Uhr morgens ist sämtliche Wahlkampfeuphorie der Moderatoren erloschen. Sowohl bei ARD und ZDF als auch bei den großen amerikanischen Networks, überall breitet sich Unverständnis aus im Angesicht des sich abzeichnenden Sieges von Donald Trump. Selbst bei dem sonst so pro-republikanisch eingestellten Sender FOX News ist man überrascht, hatte man doch ein äußerst knappes Endergebnis vorhergesagt. Wie konnte es sein, dass sich derart viele etablierte Medien, Meinungsforschungsinstitute und Prognosen irrten?

Darauf angesprochen hat der Journalist und Moderator Georg Restle eine klare Antwort:

„Ich behaupte, das lag daran, dass Trump als Feindbild in den Köpfen vieler Redakteure und Kollegen so verankert war, dass man sich insgeheim eine Präsidentin Hillary Clinton herbeigesehnt hat und dass das den journalistischen Blick vernebelt hat.“

Sind die Nachrichten also von den Meinungen ihrer Macher abhängig?

Restles Ausführungen scheinen auf jeden Fall nicht haltlos zu sein. So zeigt beispielsweise eine Umfrage zur Parteineigung von Journalisten mögliche Gründe auf. Nach dieser Umfrage fühlen sich 36,1% der befragten Journalisten zwar keiner Partei inhaltlich zugehörig, jedoch gab eine klare Mehrheit von 46,6% eine Neigung zu einer Partei links der politischen Mitte an. Es scheint also nicht überraschend, dass viele Journalisten einen Politiker, der sich ablehnend über Frauen und Ausländer äußert, argwöhnisch, wenn nicht sogar als Feindbild, sehen. Clinton, die zwar nicht als linke Politikerin bezeichnet werden kann, jedoch um einiges liberalere Ansichten vertritt als Trump und ein gutes Verhältnis zu den Medien pflegt, wirkt schon eher, wie die Kandidatin der Journalisten.

Genauso wenig erstaunt es, dass viele Journalisten Informationen, die nicht in ihr Weltbild passen, weniger Beachtung schenken als denen, die ihren Ansichten entsprechen oder diese angreifen. Betrachtet man rückblickend die Berichterstattung des US-Wahlkampfes, ist es bezeichnend, wie intensiv die Medien sich mit den unangemessenen und teilweise skandalösen Äußerungen Trumps beschäftigten. Im Vergleich dazu fiel die Aufarbeitung der politischen Positionen beider Kandidaten meistens im besten Fall oberflächlich aus.

Gefangen in der Echokammer

In sozialen Netzwerken gibt es das Phänomen der sogenannten Echokammern. Durch Algorithmen, die darauf angelegt sind, Dinge zu finden, die dem Nutzer gefallen, kommt es häufig dazu, dass jener hauptsächlich in seinen Ansichten bestätigt wird. Negatives Feedback, zuwiderlaufende Ansichten werden ausgeblendet.

Sieht man sich nun Erhebungen über (politische) Journalisten an, wird deutlich, dass viele aus ähnlichen sozialen Milieus stammen und mehrheitlich ähnliche politische Ansichten haben. Hohe Bildung, etwas links der Mitte, liberal. Sind die Redaktionen von Online-Magazinen, Fernsehsendern und Zeitungen also auch Echokammern? Tatsächlich zeigt auch hier das Beispiel des US Wahlkampfes 2016, dass gerade die Journalisten,  die sich näher mit der Unterstützerbewegung rund um Trump beschäftigt haben, einen Sieg des Republikaners als wahrscheinlicher eingestuft haben, als ihre Kollegen, die das Phänomen Trump zunächst für einen Scherz gehalten haben.

Und nun?

Das Ideal des „objektiven“ Journalismus steht nun alles andere als gut da. Man könnte noch andere Beispiele nennen: die immer wieder als einseitig kritisierte Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt oder der von vielen als tendenziös bezeichnete Umgang der Medien mit der Flüchtlingskrise sind nur zwei aktuelle Beispiele. Diejenigen die mit den jeweils vertretenen Meinungen übereinstimmen, fühlen sich bestätigt, die anderen rufen Lügenpresse. Dass Journalisten auch nur Menschen mit Meinungen sind und dass sich diese zwangsläufig in den Reportagen, Artikeln und Berichten niederschlägt, scheinen auch gerade die Medienschaffenden selbst nicht wahr haben zu wollen. Zu sehr klammert man sich an die Rolle des neutralen Berichterstatters.

Was wäre eine Lösung? Offen damit umzugehen, dass man einen Standpunkt hat. Sich nicht an die vermeintliche Objektivität klammern, sondern lieber verschiedene Standpunkte gegenüberstellen und den Leser selbst eine eigene Meinung ermitteln lassen. Das würde den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und verhindern, dass sich andere Leser in Filterblasen und Echokammern zurückziehen.

Weierführende Informationen:

http://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/der-herbeigeschriebene-sieg-1632/

https://psmag.com/how-our-media-bubble-protects-our-ideologies-cdd2ed5202eb#.2omjbtbhb

https://aufwachen-podcast.de

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Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, MedienkritikKommentare deaktiviert für Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

Jeder kennt sie, jeder ist ihnen schon einmal im Netz begegnet, den Fake-news. Sie lungern auf Facebook und Co. und einmal geteilt verbreiten sie sich wie ein Lauffeuer. Am Beispiel der vergangenen US Wahlen wurde deutlich welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Meinung haben können und wie gefährlich sie tatsächlich sind.

„Papst befürwortet Trump als Presidenten der Vereinigten Staaten“

Dies war eine der der meist geteilten Fake-Schlagzeilen auf Facebook während der US Wahlen diesen Jahres und hat für großes Aufsehen, Empörung aber auch Zustimmung unter Trumpwählern geführt. Einige Tage befand sich diese Meldung auf Facebook bis sie letztendlich von der Plattform gelöscht wurde. Zu spät, wie viele behaupten und Mark Zuckerberg für die Wahlergebnisse mit verwantwortlich machen. Dieser bestritt, dass Facebook unter Problemen der Fake-news-Verbreitung leide, teilte aber kurz daraufhin mit, dass bestimmte Maßnahmen gegen Fake-news auf der Social Media Plattform eingeführt werden sollen um diese von echten Schlagzeilen unterscheiden zu können. Dieses Pilotprojekt soll in den USA starten und bei Erfolg auch weltweit durchgeführt werden. Aber ob es sich letztendlich Bewährt ist abzuwarten.

Wie kann man sich gegen Falschmeldungen schützen?

Diese Frage stellen sich nun viele Facebook-Nutzer nachdem dieses Thema stark in die Kontroverse geraten ist. Vorallem die jüngere Generation verwendet Facebook als Informationsquelle zu aktuellen Themen. Da sollte man doch meinen, dass gerade diese jüngeren Menschen nun besonders vorsichtig mit Schock-news umgehen.  Allerdings ist dies nicht der Fall, sondern ganz im Gegenteil, „sie zeigen eine unglaublich hohe Naivität auf, Medlungen aus dem Netz einfach zu glauben“ wie Professor Bucher der Universität Trier dem Trierischen Volksfreund mitteilte. Dabei ist es umso wichtiger sich nicht auf alles zu verlassen, was sich im Netz befindet. Dieser Meinung sind vorallem Websites die sich mit Fake-News beschäftigen und diese aufzudecken versuchen. Hoaxsearch ist eine Internetseite auf der Mediennutzer überprüfen können ob ein gelesener Artikel bereits als Falschmeldung identifiziert wurde. Sie wird von Mimikama betrieben und steh unter dem Slogan „zuerst Denken-dann Klicken“ (ZDDK). Dieser Verein ist eine Anlaufstelle für Internet-User die sich über aktuelle Fake-news informieren möchten oder auffällige Meldungen überprüfen lassen möchten. Natürlich gibt es weitere Websites die sich mit diesem Thema auseinandersetzten und Mimikama ist nur eine von vielen Vereinen die sich für dem Kampf gegen Falschmeldungen einsetzten.

Fakt ist, dass sich jeder Internetnutzer Bewusst machen muss welche Mengen an Falschmeldungen tagtäglich im Netz kursieren. Man sollte sich genauer über die Hintergründe vieler Posts informieren ehe man diese glaubt oder mit der Öffentlichkeit teilt. Fake-news sind einflussreicher als viele Internetnutzer glauben und sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

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