Facebook – ein Spiegel des Jahres 2016?

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„Zweitausendsechzehn“ – der Klang dieses Wortes hat wohl bei den meisten von uns einen eher bitteren Beigeschmack. Ungeachtet der persönlichen Ereignisse -ob positiv oder negativ- die dieses Jahr für Jeden in petto hatte, gab es auffallend häufig Momente, die vermutlich die Wenigsten unberührt ließen. Sei es durch das Ableben zahlreicher Idole, als inakzeptabel empfundene politische und wirtschaftliche Entscheidungen, humanitäre Krisen oder die allgegenwärtig scheinende Bedrohung durch Terrorismus.

Doch was hat Deutschland dieses Jahr konkret bewegt?

Laut einer Rangliste des mit 1712 Millionen Nutzern weltweit größten sozialen Netzwerks Facebook war das am meisten diskutierte Thema die US-Präsidentschaftswahl, ein Ereignis das alle vier Jahre für weltweites Aufsehen sorgt. 2016 stellte es eine besondere Kontroverse dar, weil keiner der beiden Kandidaten in seinen Eigenschaften vollends überzeugte. Verstärkt wurde der Einfluss auf die sozialen Medien noch durch den Wahlkampf, der vor allem von Kandidat Donald Trump zum großen Teil über diese geführt wurde.

Gefolgt wird die US-Wahl von der Fußball-Europameisterschaft. Ebenfalls ein Ereignis, das in zweijährigem Wechsel mit der Weltmeisterschaft die Begeisterung und den Nationalstolz von Jung und Alt zu neuen Höhen aufschwingen lässt. Kaum verwunderlich also, dass „DAS“ europäische Sportevent des Jahres auf Platz Nummer zwei rangiert.
Etwas überraschender scheint jedoch, dass das relativ kurzzeitige Phänomen „Pokémon Go“ die Nummer drei der am meisten diskutierten Themen ist. Gut, zweifellos hat das Spiel vorallem bei den jüngeren Generationen den Entdeckergeist und die Nostalgie geweckt, aber warum hat es die deutsche Bevölkerung scheinbar mehr beschäftigt als der Brexit (Platz sechs)? Oder die Aktivitäten der IS (Platz fünf)? Oder die Flüchtlingsproblematik, die Deutschland schon seit mehreren Jahren belastet (Platz sieben)? Doch wie intensiv man sich mit den Themen auseinandersetzen möchte, ist wohl Jedem selbst überlassen, Tatsache ist jedoch, dass Niantic Inc. durch das innovative Prinzip der erweiterten Realität den Kindheitstraum der 90er ein Stück weit möglich gemacht hat: nämlich wie Ash Ketchum raus in die Welt zu ziehen und die „Pocket Monster“ zu jagen.
Ob man sich mit der Rangfolge der Liste identifizieren kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
Zusammenfassend lässt sich in jedem Fall sagen, dass 2016 uns aus den unterschiedlichsten Gründen in Atem gehalten hat und dass wir, ob durch das posten, liken, sharen oder das Hinterlegen eines Profilbildes mit Nationalfarben, das Web 2.0 regelmäßig als Ventil für unsere Gefühle und Eindrücke genutzt haben.
Quellen:
http://www.morgenpost.de/web-wissen/web-technik/article208930815/Das-waren-die-meistdiskutierten-Themen-auf-Facebook-2016.html
https://de.statista.com/themen/1842/soziale-netzwerke/
https://www.facebook.com/pg/DonaldTrump/posts/?ref=page_internal
https://www.facebook.com/hillaryclinton/?fref=ts

 

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Drohnen: Wie verändern sie unseren Alltag?

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Drohnen begeistern momentan viele Menschen: Unternehmer, Forscher und sogar Privatleute wie Hobbyfotografen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen, von Quadracoptern bis hin zu Hexacoptern, von wenigen Zentimetern bis zu einer Spannweite von rund 40 Metern. Doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden, bis die unbemannten Luftfahrzeuge, alltäglich werden

Wann werden Pakete per Drohne gebracht? 

In 30 Minuten von der Bestellung bis zur Landung im Vorgarten – so sieht sie aus, die neue Drohnen-Paketwelt. So stellt sich das zumindest der US-Onlinehändler Amazon vor, bislang klappt das aber nur in ihrem Werbe-Video. Auch DHL und Google arbeiten daran, die Flugobjekte zum Paketzustellen einzusetzen. So fliegt zum Beispiel seit September 2014 regelmäßig eine DHL-Drohne – der Paketkopter – vom Festland auf die Nordseeinsel Juist um Medikamente auszuliefern. Etwa zwölf Kilometer bei 50 Meter Flughöhe und einer Geschwindigkeit von 18 Metern pro Sekunde überbrückt das Fluggerät – und das im Automatikbetrieb.

Helfer in der Landwirtschaft und bei der Bundeswehr

Drohnen haben einen vielseitigen Einsatzbereich, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Sie können große Flächen mit Pflanzenschutzmitteln aus der Luft besprühen, den Düngezustand oder auch die Bewässerung mit Hilfe von speziellen Kameras bestimmen.

Bei der Bundeswehr werden sie vor allem zur Aufklärung eingesetzt. Vorteil hierbei ist, dass winzige Drohnen im Gegensatz zu Kleinflugzeugen und Helikoptern vom Radar nicht erkannt werden. Auf diese Weise können gezielte Aktionen beispielsweise zur Ausschaltung von Terroristen geplant und durchgeführt werden, ohne dass dafür das Leben von Soldaten gefährdet werden muss.

Wieder Kind sein – die private Nutzung von Drohnen

Drohnen sind die moderne Version des ferngesteuerten Flugzeugs – nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit allein in Deutschland rund 400.000 Drohnen. Die meisten privaten Nutzer nutzen sie, um mit ihnen Fotos von oben aufzunehmen oder fliegen mit ihnen Rennen.

„Warum das Spaß macht? Weil man wieder Kind sein kann. Und ein bisschen rumfliegen kann. Adrenalin pur.“ – Nutzer von privaten Drohnen

Doch ganz so ohne ist das Fliegen mit Drohnen nicht. Im Internet kursieren jede Menge Videos von abgestürzten Drohnen und solchen, die Menschen oder anderen Fluggeräten gefährlich nah kommen. Auch der ADAC warnt vor Zusammenstößen von Rettungshubschraubern und Multikoptern.

„Dabei muss noch nicht einmal eine Cockpitscheibe durchschlagen werden, da reicht eine Kollision mit dem Rotorblatt, je nach Gewicht der Drohne. Das Heckrotorsystem ist besonders empfindlich, das würde bei einer 5-Kilo-Drohne mit Sicherheit zum Absturz des Hubschraubers führen.“ – Cesare Piro, professioneller Drohnen-Pilot

Alltäglich wird die Drohne also noch nicht. Es gelten weiterhin zu viele Gesetze, die bei der Benutzung beachtet werden müssen. Auch wenn sie schon in vielseitigen Einsatzbereichen genutzt werden, in denen sie uns das Leben vereinfachen, wird es noch viel Zeit und Forschungsarbeit in Anspruch nehmen, bis ein Jedermann von den Multikoptern profitieren wird.

Putin und Trump als Tandem der Zukunft. Was berichten die Medien darüber?

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Die Wahlen in den USA, die am 08. November 2016 stattgefunden haben, haben bestimmt die Furore gemacht. Es war eines der bedeutenden politischen und kulturellen Ereignisse auf der weltweiten Arena.

Jetzt steht die Frage, ob es sich wirklich lohnt, die langersehnte Temperatursteigerung der russisch-amerikanischen Beziehungen zu erwarten? Was haben die Medien der beiden Länder darüber berichtet?

Als Quelle für die Analyse wurden die Nachrichten der wichtigsten politischen Massenmedien Deutschlands („Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Focus“) und Russlands („Iswestija“, „Komsomolskaja Prawda“) im Zeitraum vom Anfang November 2016 bis dem Anfang Januar 2017 betrachtet.

Als die gemeinsame Position der beiden Länder kann man folgende Artikel bezeichnen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin und der US-Wahlsieger Donald Trump mehrmals einander lobten. Die beiden hoffen, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, was in Interessen der Weltgemeinschaft würde.

In diesem Zeitraum wurde man viel über Kontakte zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump geredet. Was deutsche Presse angeht, haben die Massenmedien darüber berichtet, dass Kreml-Regierung versucht hat, die USA-Wahl zu beeinflussen, weil es vorteilhaft für Russland wäre. Dagegen haben russische Medien die Aufmerksamkeit darin fokussiert, dass Obama Trump «die russische Aggression» ins Erbe abgibt. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow behauptete, dass ein Russenhass und große Ausmaß der antirussischen Äußerungen während der Wahlkampagne stattgefunden hat. Dabei hat er «die Sensation» davon, dass Trump — ein Putins Mensch ist, als voller Unsinn genannt.

Man soll die Situation mit 35 russischen Diplomaten, die als russische Geheimagenten und „unerwünschte Personen“ berühmt wurden, nicht vergessen. Wenn deutsche Massenmedien, das alles als Vergeltung für Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf kennzeichneten, hat die Position der russischen Medien darin bestanden, dass Kreml zu diesem Niveau der „Küchendiplomatie“ nicht herabfallen und die Probleme für die amerikanischen Diplomaten nicht schaffen wird.

Natürlich, sei es ergänzt, dass die Politik kein solches Thema ist, wo man in irgendetwas völlig sicher sein kann. Aber die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede sind in dieser Situation besonders auffallend. Wir sollen einfach darauf warten, wenn Donald Trump am 20. Januar 2017 die Amtsgeschäfte vom Demokraten Barack Obama übernimmt und dann wird es klar sein, ob die Versprechungen sowohl von Wladimir Putin als auch von Donald Trump wirklich in Erfüllung gehen werden.

Quellen:

http://www.spiegel.de/

http://www.focus.de/

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/wladimir-putin-donald-trump-telefonat-normalisierung-beziehungen-zusammenarbeit

http://www.zeit.de/index

http://izvestia.ru/

http://www.kp.ru/

Reisen per Mausklick

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London City, Australiens Ostküste, ein Hotel in Berlin. Unsere Facebook Freunde lieben es ihre Urlaubsbilder zu teilen. Zwischen den Posts dann ein Videobeitrag, Werbung für ein Reiseunternehmen. Sind wir online, werden wir geradezu überschwemmt mit verlockenden Reiseangeboten. Ist das die Zukunft von Marketing im Tourismus? Wer geht heutzutage überhaupt noch in ein Reisebüro, wenn die Buchung von zu Hause aus mit ein paar Klicks erledigt werden kann?

Eine Studie des „ Verband Internet Reisevertrieb“  veranschaulicht mit Hilfe der beigefügten Statistik, dass das Internet für den Tourismus schon heute eine wichtige und auch zunehmende Bedeutung hat. 2016 nutzten 61% der Deutschen das Internet, um sich über Urlaubsreisen zu informieren, das sind 6% mehr als noch vier Jahre zuvor. Zur tatsächlichen Buchung von Reisen haben 2016 43% schon einmal das Internet benutzt, 10% mehr als 2012.

Eine repräsentative Befragung von bitkom.org mit 103 Geschäftsführern und Vorständen aus der Tourismusbranche bestätigt, dass die Angebote hauptsächlich online vermarktet werden. Wichtigster Kanal für Online Marketing beim Tourismus ist die unternehmenseigene Website, gefolgt von Buchungsplattformen wie booking.com. An dritter Stelle steht Social Media wie Facebook. Durch die steigende Bedeutung digitaler Technologien im Tourismus denkt fast die Hälfte der Befragten, dass Digitalisierung Reiseveranstalter überflüssig macht, da viele ihre Reise bequem selbst über das Internet buchen.

Um sich in der Tourismusbrache durchzusetzen oder um den Bekanntheitsgrad zu steigern, lassen sich ein paar Agenturen wirklich außergewöhnliche und kreative Social Media Kampagnen einfallen. Ein Beispiel ist die sehr aufwendige Kampagne „Send Your Facebook Profile to Cape Town“ von Cape Town Tourism, die all ihren Facebook Fans eine Reise durch Cape Town ermöglichte, ohne dass die Facebook Nutzer wirklich vor Ort waren. Ziel war es, unbekannte Ecken von Kapstadt an potenzielle Touristen zu verraten und somit das Interesse an Kapstadt als Touristenmagnet weiter zu steigern.

Und wie funktionierte die Kampagne? Ganz einfach, die Teilnehmer sendeten ihr Facebook Profil an Cape Town Tourism und diese posteten dann im Namen der Teilnehmer Urlaubsbilder und Videos aus Kapstadt. Die Kampagne erreichte durchaus ihr Ziel. Mehr als 350.000 Menschen nahmen teil, der Tafelberg hatte die höchste Rate an Besuchern seit 83 Jahren und die Anzahl der Touristen in Kapstadt stieg in Folge um 4%.

Insgesamt stellt das Internet bereits eine zentrale Bedeutung für die Tourismusbranche dar. Von der Inspiration durch einen Facebook-Post, über Buchungswebsiten bis hin zu aufmerksamkeitserregenden Kampagnen. Die Zukunft liegt im Internet. Laut bitkom.org bietet Virtual Reality ein großes Potenzial. Mit der VR-Brille zukünftig ein 360° Panoramablick auf das Reiseziel oder ein virtueller Rundgang durchs Hotel? Welchen Urlauber würde das nicht ansprechen?

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Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

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Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Instagram – Alles nur Schein?

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Wer hat sie nicht schon gesehen?

Die Bilder von perfekt eingerichteten Zimmern, exotischen Gerichten platziert vor traumhaften Kulissen und von durchtrainierten Körpern in angesagten Bikinis. Jeder, der sich ein bisschen mit Social Networks befasst, hat nach kurzer Zeit verstanden, was im Internet gut ankommt. „Gesehen und gesehen werden“ scheint das Motto von Instagram zu sein. Erhält das gepostete Bild dann doch nicht die gewünschte oder erhoffte Reaktion, wird es kurzerhand wieder gelöscht.

Fakt ist, jeder freut sich über positive Rückmeldung, doch für welchen Preis?

Alles muss angesagter, stylischer und besser sein. Man will natürlich nur die bestmögliche Version von sich selbst präsentieren .Attraktivität und Perfektion scheint das Passwort zum Erfolg zu sein. Doch der anfängliche Spaß am Bilder posten kann sich schnell in eine andere Richtung entwickeln.
Ein perfektes Beispiel ist daher Essana O`Neill . Neunzehn Jahre, blonde Australierin, wunderschön und längst eine Bekanntheit auf Instagram. Eine halbe Millionen Follower verfolgten täglich ihr extravagantes und beneidenswertes Leben. Die schönen Kleider, aufregenden Reisen oder neusten Produkte wurden präsentiert und tausendfach kommentiert.

Die Reaktionen auf solche Bilder sind meistens dieselben. Diese Posts schüren Bewunderung und Neid zugleich. Was jedoch viele nicht wissen, die meisten Bilder von Essana O`Neill waren keine Schnappschüsse, sondern komponierte Werke.

Die Sucht nach den roten Herzen.

O`Neill bricht mit als Erste die perfekte Fassade von Instagram. Unter fast jedes gepostete Bild fügt sie einen Text hinzu, wie es wirklich zu dieser “ Momentaufnahme“ gekommen ist.

„I was lost, with serious problems so beautifully hidden“ . (Essana O’Neill)

Doch wozu das alles ?

Instagram lebt von der Eitelkeit und Selbstdarstellung der Nutzer. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, je mehr Menschen das eigene Bild liken oder kommentieren. Der eigene Körper dient nur noch als Objekt zur Vermarktung. Ethische und moralische Grenzen werden meist außer Acht gelassen. Es wird geboten, was die Follower sehen wollen. Ganz egal, ob das Foto der Realität entspricht oder nicht.

“ Dabei geb ich mir doch Mühe, jede Luxus-Modemesse gibt mir Komplimente. Schöne Benutzeroberfläche! Und sie machen mir ein Angebot, das Freude weckt. 99% reduziert auf mein Äußeres.“ ( Du bist schön – Alligatoah )

Das Reduzieren auf die Objekte und nicht den Menschen macht Instagram so gefährlich.

Die Sucht nach Anerkennung und Aufmerksamkeit wird von der eigenen Unsicherheit und Angst geschürt. Das eigene Glück wird durch die permanente Verbindlichkeit zerstört. Ob man Instagram jetzt als Bühne zur Selbstdarstellung, Parallelwelt des eigenen Lebens oder als harmloser Zeitvertreib betrachtet, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Quellenangaben:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/facebook-instagram-jugendliche-ueber-selbstinszenierung-im-social-web-a-963258.html
http://www.stern.de/lifestyle/leute/instagram-model-essena-o-neill–die-traurige-wahrheit-hinter-den-bildern-6535156.html

Instagram Star Essena O’Neill Breaks Her Silence on Quitting Social Media

Reality-TV gleich Trash-TV?

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Wer kennt sie nicht Reality-Shows wie ,,Big Brother´´, ,,Schwiegertochter gesucht´´ oder ,,Deutschland sucht den Superstar´´. Schon 1948 wurde die erste US-amerikanische Reality-Show ,,Candid Camera´´ produziert und auch hierzulande erfreuen sich Reality Formate seit den 1990er Jahren an einer steigenden Beliebtheit.

Die negativen Seiten: 

Dennoch werden die Konzepte und die Produktion der meisten Reality-TV-Formate noch immer stark kritisiert. Es werden immer wieder Vorwürfe laut, die Darsteller würden ausgenutzt und ihr Inhalt scheint oft kaum etwas zur allgemeinen, intellektuellen Bildung junger Menschen beizutragen. Dies scheint jedoch auch nur schwer möglich, da es das Konzept dieser Formate ist, den normalen oder fiktionalen Alltag im Leben von gewöhnlichen Aktueren und Akteurinnen abzubilden. Desweiteren wird auch kritisiert, dass sowohl die Inhalte, als auch der Begriff ,,Reality- Show´´selbst oft implizieren, dass die jeweilige Sendung die tatsächliche Realität abbildet. Dass dies jedoch nicht stimmt, es z.B. mittlerweile auch viele ,,gescriptete´´ Reality-TV-Formate gibt, ist spätestens seit Jan Böhmermanns ,,Verafake´´ allseits bekannt.                                                                                                                                                               Es lässt sich also festhalten, dass oft ein falsches Bild von der Realität vermittelt wird, was besonders fatal ist, wenn man bedenkt, dass Statistiken zeigen, dass viele Konsumenten der Formate meist erst 12 bis 13 Jahre alt und dementsprechend  in ihrer Entwicklung noch sehr beeinflussbar sind.

Das Konsumieren dieser Sendungen bedeutet also zunächst einmal, zumindest theoretisch eine reine Zeitverschwendung. Wie kann es also sein, das dieses Genre mittlerweile so erfolgreich ist, dass z.B. RTL große Teile seines Nachmittagsprogramms  auf Reality Sendungen wie,,Der Blaulicht Report´´ ausrichtet? Ist Reality-TV wirklich gleich Trash-TV, also TV für die Tonne?

Die Positiven Seiten:

Positiv festzuhalten ist, dass Reality-Shows durchaus den eigenen Horizont erweitern können. Sie können z.B. einem Angehörigen der oberen Mittelschicht einen Einblick in andere soziale Milieus gewähren, sodass dieser eine gewisse Empathie im Bezug auf seine Mitmenschen entwickeln und sich selbst besser in deren Situationen hinein versetzten kann. Ob dieser Einblick dann der tatsächlichen Realität entspricht hängt jedoch von der jeweiligen Sendung ab.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass z.B. Casting-Shows jedem eine Plattform geben um potentiell erfolgreich zu werden. Es springt oft Geld für den Gewinner dabei heraus und manchmal ist auch eine weitere Karriere z.B. in anderen Produktionen möglich. Wie z.B. bei Lena Gercke, die 2006 bei der Casting-Show ,,Germanys next  Topmodel´´ gewann und noch heute als Moderatorin beschäftigt ist. Auch das Dschungelcamp hat schon manche Karrieren wieder ins Rollen gebracht oder einem Prominenten zumindest finanziell geholfen. Ganz zu schweigen von Kim Kardashian, die dank ihrer Realityshow ihren Wohlstand um einiges vergrößern konnte.

Auch lenken manche Reality-Shows die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf soziale Probleme. Wie z.B die amerikanische Reality-Soap ,,16 and Pregnant´´die das Leben von jungen Teenager Müttern in den USA dokumentiert und für den Rückgang von Schwangerschaften bei Teenagern in den USA  teilweise mitverantwortlich ist. Ein weiterer Aspekte für die Popularität und den Erfolg von Reality Formaten sind die im Vergleich zu anderen Formaten hohen Zuschauerzahlen und niedrigen Produktionskosten.

Das Fazit:

Abschließend lässt sich also festhalten, dass die harsche Kritik an dem Genre teilweise gerechtfertigt ist. Die meisten Formate dienen der reinen Unterhaltung und stellen dem Zuschauer kaum neues Wissen bereit. Auch ist nicht immer klar, ob der Umgang mit den Darstellern moralisch einwandfrei ist und es kann durchaus zur Ausnutzung und Demütigung dieser kommen, nicht zuletzt um mehr Quoten zu generieren. Aber die vorschnelle Verurteilung dieses Genres  wird ihm auch nicht ganz gerecht, da oft vergessen wird, dass auch diese TV-Formate so manche Karrieren ermöglicht, die Menschen unterhalten und Verbesserungen sozialer Probleme bewirkt haben.

Bildquelle: http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Falbanylibrary.files.wordpress.com%2F2008%2F04%2Freality-tv.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fstuffblackpeopledontlike.blogspot.com%2F2010%2F07%2F29-reality-tv.html&h=300&w=400&tbnid=ogzkkwD6HCNbRM%3A&vet=1&docid=sWagbMRgcWOlCM&ei=-E1yWID-I-LW0gKqvIzoCg&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=261&page=0&start=0&ndsp=17&ved=0ahUKEwiA2vmx4rLRAhViq1QKHSoeA60QMwgmKAwwDA&bih=662&biw=1366

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Postfaktisch – das Wort des Jahres

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Das neue Wort des Jahres ist inzwischen in aller Munde angekommen: postfaktisch. Entlehnt aus dem Englischen von posttruth verweist das Kunstwort auf einen tiefgreifenden Wandel in Politik und Gesellschaft, so die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die die Wörter des Jahres 2016 am 09. Dezember bekannt gab. In politischen und gesellschaftlichen Diskussionen geht es heute mehr um Emotionen als um Fakten, weite Teile der Bevölkerungsschichten lassen sich von Gefühlen oder gefühlten Wahrheiten leiten und sperren sich gegen Tatsachen und Fakten. Ob aus Angst vor der Wahrheit oder aus Wut und Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen – hat sich ein Gefühl est einmal eingeprägt, so lässt es sich durch Fakten nicht mehr so leicht beseitigen. “Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten“, sagte kürzlich die Bundeskanzlerin. „Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen.

Aber was hat sich im Vergleich zu früher verändert? Die Antwort liegt auf der Hand: es sind Internet und soziale Medien, die maßgeblich zu einer interessensgeleiteten, nicht-faktischen Wirklichkeitskonstruktion beitragen. „Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Dort stehen Meinung, Gerücht und wissenschaftliches Ergebnis ununterscheidbar nebeneinander. Es fehlt an Orientierung und Qualitätskriterien. Die Aufmerksamkeit wird eher dem zuteil, der am schrillsten auftritt“, so Mojib Latif, Klimaforscher an der Universität Kiel. Durch die sozialen Netzwerke würden persönliche Erfahrungen des Einzelnen immer wichtiger, die gefühlte Wahrheit spiele eine immer größere Rolle  und die Fakten gerieten in den Hintergrund, schildert der ehemalige österreichische Politiker Stefan Petzner im Interview mit Zapp aus eigener Erfahrung. Hierdurch kommt es schnell zu Konstruktion einer (meist falschen) Wirklichkeit. Soziale Medien eignen sich besonders gut, um ungeprüfte Behauptungen zu verbreiten, lässt zudem auch die Bereitschaft und die Fähigkeit nach, sich intensiv mit Fakten auseinander zu setzen. Oft findet man angebliche Tatsachen bereits mundfertig im Internet und diese werden, wenn sie halbwegs glaubwürdig erscheinen und mit der eigenen Auffassung und Gefühlslage übereinstimmen, weiterverbreitet. Früher war das nicht so. Jeder konsumierte eine begrenzte Anzahl derselben Medien, Meinungen konnten sich auf diese Weise annähern oder zumindest überschaubar blieben. Es dauerte deutlich länger, bis Meinungsäußerungen durch bspw. Leserbriefe publiziert werden konnten.

Vor allem den Journalisten kommen in postfaktischen Zeiten eine immer wichtigere Rolle zu. Sie dürfen sich eben nicht von Stimmungen und Emotionen der aufgebrachten Bevölkerung leiten lassen. Bei ihnen geht es um Recherche, Gewichtung und Einordnung – das Erfolgsrezept guten Journalismus langfristig gesehen, denn dieser ist den Fakten verpflichtet. Und wir als Medienkonsumierende sollten Meldungen und vermeintliche Wahrheiten stärker hinterfragen, reelle Fakten und Statistiken zu unserer eigenen Meinungsbildung hinzu ziehen und uns ebenso wie Journalisten nicht übermäßig von Emotionen anderer leiten lassen.

 

 

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Ist objektiver Journalismus noch möglich?

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Von geplatzten Blasen

9. November 2016, gegen vier Uhr morgens ist sämtliche Wahlkampfeuphorie der Moderatoren erloschen. Sowohl bei ARD und ZDF als auch bei den großen amerikanischen Networks, überall breitet sich Unverständnis aus im Angesicht des sich abzeichnenden Sieges von Donald Trump. Selbst bei dem sonst so pro-republikanisch eingestellten Sender FOX News ist man überrascht, hatte man doch ein äußerst knappes Endergebnis vorhergesagt. Wie konnte es sein, dass sich derart viele etablierte Medien, Meinungsforschungsinstitute und Prognosen irrten?

Darauf angesprochen hat der Journalist und Moderator Georg Restle eine klare Antwort:

„Ich behaupte, das lag daran, dass Trump als Feindbild in den Köpfen vieler Redakteure und Kollegen so verankert war, dass man sich insgeheim eine Präsidentin Hillary Clinton herbeigesehnt hat und dass das den journalistischen Blick vernebelt hat.“

Sind die Nachrichten also von den Meinungen ihrer Macher abhängig?

Restles Ausführungen scheinen auf jeden Fall nicht haltlos zu sein. So zeigt beispielsweise eine Umfrage zur Parteineigung von Journalisten mögliche Gründe auf. Nach dieser Umfrage fühlen sich 36,1% der befragten Journalisten zwar keiner Partei inhaltlich zugehörig, jedoch gab eine klare Mehrheit von 46,6% eine Neigung zu einer Partei links der politischen Mitte an. Es scheint also nicht überraschend, dass viele Journalisten einen Politiker, der sich ablehnend über Frauen und Ausländer äußert, argwöhnisch, wenn nicht sogar als Feindbild, sehen. Clinton, die zwar nicht als linke Politikerin bezeichnet werden kann, jedoch um einiges liberalere Ansichten vertritt als Trump und ein gutes Verhältnis zu den Medien pflegt, wirkt schon eher, wie die Kandidatin der Journalisten.

Genauso wenig erstaunt es, dass viele Journalisten Informationen, die nicht in ihr Weltbild passen, weniger Beachtung schenken als denen, die ihren Ansichten entsprechen oder diese angreifen. Betrachtet man rückblickend die Berichterstattung des US-Wahlkampfes, ist es bezeichnend, wie intensiv die Medien sich mit den unangemessenen und teilweise skandalösen Äußerungen Trumps beschäftigten. Im Vergleich dazu fiel die Aufarbeitung der politischen Positionen beider Kandidaten meistens im besten Fall oberflächlich aus.

Gefangen in der Echokammer

In sozialen Netzwerken gibt es das Phänomen der sogenannten Echokammern. Durch Algorithmen, die darauf angelegt sind, Dinge zu finden, die dem Nutzer gefallen, kommt es häufig dazu, dass jener hauptsächlich in seinen Ansichten bestätigt wird. Negatives Feedback, zuwiderlaufende Ansichten werden ausgeblendet.

Sieht man sich nun Erhebungen über (politische) Journalisten an, wird deutlich, dass viele aus ähnlichen sozialen Milieus stammen und mehrheitlich ähnliche politische Ansichten haben. Hohe Bildung, etwas links der Mitte, liberal. Sind die Redaktionen von Online-Magazinen, Fernsehsendern und Zeitungen also auch Echokammern? Tatsächlich zeigt auch hier das Beispiel des US Wahlkampfes 2016, dass gerade die Journalisten,  die sich näher mit der Unterstützerbewegung rund um Trump beschäftigt haben, einen Sieg des Republikaners als wahrscheinlicher eingestuft haben, als ihre Kollegen, die das Phänomen Trump zunächst für einen Scherz gehalten haben.

Und nun?

Das Ideal des „objektiven“ Journalismus steht nun alles andere als gut da. Man könnte noch andere Beispiele nennen: die immer wieder als einseitig kritisierte Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt oder der von vielen als tendenziös bezeichnete Umgang der Medien mit der Flüchtlingskrise sind nur zwei aktuelle Beispiele. Diejenigen die mit den jeweils vertretenen Meinungen übereinstimmen, fühlen sich bestätigt, die anderen rufen Lügenpresse. Dass Journalisten auch nur Menschen mit Meinungen sind und dass sich diese zwangsläufig in den Reportagen, Artikeln und Berichten niederschlägt, scheinen auch gerade die Medienschaffenden selbst nicht wahr haben zu wollen. Zu sehr klammert man sich an die Rolle des neutralen Berichterstatters.

Was wäre eine Lösung? Offen damit umzugehen, dass man einen Standpunkt hat. Sich nicht an die vermeintliche Objektivität klammern, sondern lieber verschiedene Standpunkte gegenüberstellen und den Leser selbst eine eigene Meinung ermitteln lassen. Das würde den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und verhindern, dass sich andere Leser in Filterblasen und Echokammern zurückziehen.

Weierführende Informationen:

http://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/der-herbeigeschriebene-sieg-1632/

https://psmag.com/how-our-media-bubble-protects-our-ideologies-cdd2ed5202eb#.2omjbtbhb

https://aufwachen-podcast.de

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Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, MedienkritikKeine Kommentare »

Jeder kennt sie, jeder ist ihnen schon einmal im Netz begegnet, den Fake-news. Sie lungern auf Facebook und Co. und einmal geteilt verbreiten sie sich wie ein Lauffeuer. Am Beispiel der vergangenen US Wahlen wurde deutlich welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Meinung haben können und wie gefährlich sie tatsächlich sind.

„Papst befürwortet Trump als Presidenten der Vereinigten Staaten“

Dies war eine der der meist geteilten Fake-Schlagzeilen auf Facebook während der US Wahlen diesen Jahres und hat für großes Aufsehen, Empörung aber auch Zustimmung unter Trumpwählern geführt. Einige Tage befand sich diese Meldung auf Facebook bis sie letztendlich von der Plattform gelöscht wurde. Zu spät, wie viele behaupten und Mark Zuckerberg für die Wahlergebnisse mit verwantwortlich machen. Dieser bestritt, dass Facebook unter Problemen der Fake-news-Verbreitung leide, teilte aber kurz daraufhin mit, dass bestimmte Maßnahmen gegen Fake-news auf der Social Media Plattform eingeführt werden sollen um diese von echten Schlagzeilen unterscheiden zu können. Dieses Pilotprojekt soll in den USA starten und bei Erfolg auch weltweit durchgeführt werden. Aber ob es sich letztendlich Bewährt ist abzuwarten.

Wie kann man sich gegen Falschmeldungen schützen?

Diese Frage stellen sich nun viele Facebook-Nutzer nachdem dieses Thema stark in die Kontroverse geraten ist. Vorallem die jüngere Generation verwendet Facebook als Informationsquelle zu aktuellen Themen. Da sollte man doch meinen, dass gerade diese jüngeren Menschen nun besonders vorsichtig mit Schock-news umgehen.  Allerdings ist dies nicht der Fall, sondern ganz im Gegenteil, „sie zeigen eine unglaublich hohe Naivität auf, Medlungen aus dem Netz einfach zu glauben“ wie Professor Bucher der Universität Trier dem Trierischen Volksfreund mitteilte. Dabei ist es umso wichtiger sich nicht auf alles zu verlassen, was sich im Netz befindet. Dieser Meinung sind vorallem Websites die sich mit Fake-News beschäftigen und diese aufzudecken versuchen. Hoaxsearch ist eine Internetseite auf der Mediennutzer überprüfen können ob ein gelesener Artikel bereits als Falschmeldung identifiziert wurde. Sie wird von Mimikama betrieben und steh unter dem Slogan „zuerst Denken-dann Klicken“ (ZDDK). Dieser Verein ist eine Anlaufstelle für Internet-User die sich über aktuelle Fake-news informieren möchten oder auffällige Meldungen überprüfen lassen möchten. Natürlich gibt es weitere Websites die sich mit diesem Thema auseinandersetzten und Mimikama ist nur eine von vielen Vereinen die sich für dem Kampf gegen Falschmeldungen einsetzten.

Fakt ist, dass sich jeder Internetnutzer Bewusst machen muss welche Mengen an Falschmeldungen tagtäglich im Netz kursieren. Man sollte sich genauer über die Hintergründe vieler Posts informieren ehe man diese glaubt oder mit der Öffentlichkeit teilt. Fake-news sind einflussreicher als viele Internetnutzer glauben und sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

Der Einfluss des Fernsehens auf die kindliche Entwicklung

geschrieben von in AllgemeinesKeine Kommentare »

Jeder erinnert sich noch an Sesamstraße, Sandmännchen und Co. .Mit Nostalgie wird der Figuren aus der Kindheit bedacht und jeder kann noch heute die Titelmelodie seiner Lieblingskinderserie singen.

http://www.kinder-tipps.com/erziehung/wie-lange-duerfen-kinder-fernsehen/

Laut dem Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest gilt das Fernsehen bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren, neben dem Computer als beliebtestes Medium. Ebenso liegt die Nutzungsrate des TVs bei Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren schon bei 74 Prozent und bei den 4 bis 5 jährigen sogar bei 96 Prozent, wie das Internationale Zentralinstitut für das Jugend und Bildungsfernsehen bekannt gab.

Das Kinderprogramm soll dabei eine wichtige Rolle für die frühkindliche Wertevermittlung einnehmen. Doch wie definiert sich eigentlich Kinderfernsehen?

Das Medium selbst umfasst alle als Kinderprogramm konzipierten und ausgestrahlten Serien, Eltern und Pädagogen hingegen sprechen dabei von dem für Kinder geeigneten Programm.

Patricia Edgar, ehemalige Leiterin der australischen Stiftung für Kinderfernsehen beschreibt die Rolle des Kinderprogramms so:

„Ein Bildungswirksames Programm [] vermittelt Werte, konstruktive Botschaften

und vor allem lokale Elemente, die den Kindern bei Ihrer sozialen und emotionalen

Entwicklung helfen.“

Doch ob das Fernsehen diese Anforderungen tatsächlich erfüllt ist umstritten. Kritiker betonen häufig den negativen Einfluss des Medienkonsums auf spätere Lernerfolge und nennen weitere Folgen, wie körperliche Inaktivität und ein gesteigertes Aggressionspotential. Der passiv geistige Zustand wirkt laut einer amerikanischen Studie der kognitiven Entwicklung entgegen, auch wird das Interesse am Lesen geschwächt. Eindeutig belegt werden kann allerdings nur der Zeitverlust, den der Fernsehkonsum für Beschäftigungen wie Hausaufgaben oder Lernen mit sich bringt. Auch nutzen Eltern das Fernsehen oft als Alternativbeschäftigung zum gemeinsamen Spielen.

Gegensätzliche Meinungen begründen sich auf dem Argument, dass „Bildungsprogramme“ wie beispielsweise die Sesamstraße sogar einen positiven Einfluss auf die Lernfähigkeit und die Einstellung junger Kinder zum Lernen hat. Dies führt zu frühen Erfolgen in der Schule, was eine noch weiter gesteigerte Lernbegeisterung zur Folge haben kann. Auch hilft das Fernsehen den Kindern sich schon früh mit Problemen des Alltags, wie Streit oder Ausgrenzung, auseinander zu setzen.

Zusammengefasst lässt sich nach McLuhan sagen: „Die Botschaft ist wichtiger als das Medium“.

Sicherlich hat ein starker Fernsehkonsum (nicht nur) in der frühen Entwicklungsphase negative Auswirkungen auf das Konzentrationsverhalten. Allerdings ist es auch wichtiger Vermittler von Werten und kann die Kinder an bildungsrelevante Themen heranführen.

Wie schon Paracelsus schrieb: „Die Dosis macht das Gift“

“You press the button, we do the rest.”

geschrieben von in AllgemeinesKeine Kommentare »

(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:You_press_the_button,_we_do_the_rest_(Kodak).jpg)

Mit diesem Slogan warb die Eastman Dry Plate and Film Company, heute besser bekannt als “Kodak”, 1889 für Ihre Kodak 1 Kamera. In Anbetracht der Jahreszahl dieser Annonce ist es kaum verwunderlich, dass diese Kamera mit Film und nicht digital arbeitete. Die Besonderheit hier ist jedoch die Abwicklung des Entwicklungsprozesses. Man konnte, nach Gebrauch, die ganze Kamera, inklusive des belichteten Films, zum Hersteller schicken, der wiederum die Bilder entwickelte und die Kamera mit einem neuen Film bestückte. Als Ergebnis bekam man wieder seine Kamera zurück mit den Fotos und konnte direkt weiter fotografieren.

Heutzutage ist ganz ähnlich. Wir müssen uns nicht mehr mit der Materie auseinandersetzen, sofern wir dies nicht möchten. Anstelle dessen können wir ganz bequem unser Smartphone zücken, die Kamera-App starten und Bilder machen, die wir ohne Wartezeit betrachten können. So sammeln sich mit der Zeit tausende von Bildern auf dem Smartphone an. Nicht zu unrecht ist die auf Flickr meistbenutzte Kamera des Jahres 2016 das iPhone 6 (Quelle: http://petapixel.com/2016/12/06/top-10-photos-cameras-tags-flickr-2016/) Das neue iPhone 7 taucht in der Statistik leider nicht auf, denn es hatte von Veröffentlichung bist jetzt schlichtweg zu wenig Zeit genutzt zu werden.

Das was sich also erübrigte ist der Mittelsmann. Wir haben alles direkt bei uns, ohne dass jemand für uns Hand anlegen muss.

Computational Photography

So schön wie das jetzt scheint ist es aber dann doch nicht. Wozu wir vor 127 Jahren noch die Kamera wegschicken mussten macht unser Smartphone ganz von alleine.

Das Stichwort dazu ist “Computational Photography”, zu deutsch in etwa “berechnungsgestütze Fotografie”. Dies klingt jetzt etwas ungelenk beschreibt aber ziemlich zutreffend was geschieht.

Um ein paar Beispiele zu nennen möchte ich mit dem iPhone 7, exemplarisch für alle Digitalkameras, beginnen.

Bildoptimierung

Das iPhone 7 bietet sich gut als Anschauungsobjekt an, weil es einerseits zu der Klasse der Smartphonekameras gehört und andererseits hat Appel seit diesem Model einen RAW-Support eingebaut. (Anmerkung: RAW ist ein Sammelbegriff für die “unbearbeiteten” Daten vom Kamerasensor) Diese beiden Aspekte in Kombination erlauben es sehr anschauliche und faire Vergleiche zwischen Bildern, mit und ohne dem Einfluss der internen Entwicklungsautomatisierung, zu ziehen.

Bei unserem ersten Beispiel sieht man schon sehr gut, dass sich zwischen dem “Original” und dem JPEG ein unterschied besteht. Die wichtigsten Unterschiede sind in diesem Fall die erhöhte Schärfe im linken Bild (JPEG), die satteren Farben, der erhöhte Kontrast und die glatteren einfarbigen Bereiche. Das rechte Bild (RAW) bietet mehr Details aber insgesamt wirkt es flauer, farbloser und weniger Glatt.

Die kommenden zwei Beispiele verdeutlichen die genannten Aspekte.

Bei dem letzten Bild ist sieht man zudem noch ein Bildfehler, den sogenannten Moiré-Effekt (zu erkennen an den Gelb Blauen Schimmer im unteren Teil, des rechten Bildes). Dieser Fehler wurde vom Algorithmus erkannt und für das JPEG bereits entfernt.

Um die Beispiele zu verdeutlichen wurden die Vergleichsbilder, abgesehen vom letzten Beispiel, unter Kunstlichtbedingungen aufgenommen. In der Bildquelle lassen sich die Bedingungen umstellen und die Kunstlichtsituation ist nach einem Druck auf das Glühlampen Pictogram zu finden.

(Quelle: https://www.dpreview.com/news/3196300304/iphone-7-added-to-studio-scene-comparison)

Künstliche Effekte

Das nächste Beispiel steht auch wieder im Zusammenhang mit dem iPhone 7. Um genau zu sein handelt es sich um das iPhone 7 Plus. Seit dem letzten Update hat dieses Smartphone einen sogenannten Portrait-Modus oder auch Bokeh-Modus genannt (Anmerkung: Bokeh ist der Fachbegriff, der die Unschärfe im Hinter- und Vordergrund von Fotos beschreibt).

 

Foto ohne Portraitmodus

Foto mit Portraitmodus

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=_Gzw1C7etZU)

Normalerweise muss, um einen solchen Effekt zu erreichen, die Optik der Kamera entfernte Objekte stark vergrößern können. Smartphones sind für gewöhnlich nicht mit einer solchen Apparatur ausgestattet, daher bedient sich das iPhone 7 Plus  einen Trick. Dieses Telefon besitzt zwei Kameras die nebeneinander angebracht sind. Durch den kleinen Versatz, auch Parallaxe genannt, der beiden Kameras ist es möglich zu errechnen wie weit ein Objekt entfernt ist. Somit ist es auch möglich zu berechnen was zum Objekt und was zum Hintergrund gehört. Letzteres wird dann vom Handy unscharf gerechnet und man hat den Bokeh-Effekt.

Ein Video, welches diesen Modus in Aktion zeigt, kann nach einem Klick auf den Link unter dem letzten Bildbeispiel angeschaut werden.

Verzerrungskorrektur

Eine Verzerrungskorrektur ist das letzte Beispiel, welches hier im Artikel Erwähnung finden soll.

Vereinfacht gesagt ist es in diesem Fall lediglich eine Bildkorrektur die dafür sorgt das gerade Linien gerade bleiben. Es klingt zwar sehr banal aber man sollte sich bewusst machen das bei jedem Bild die Kamera technische Limitierungen hat die dazu führen, dass die abzubildende Welt verzerrt abgebildet wird. Unsere Augen machen im Grunde auch nur kann unser Sehapparat dies eigenständig ausgleichen. Kameras können dies jedoch nicht ohne weiteres, daher werden die meisten Bilder elektronisch entzerrt.

Diesmal dient uns eine Canon Powershot S90 als Beispiel. Sie repräsentiert eine Standard Kompaktkamera die man in dieser Art in jedem Elektromarkt finden kann.

Wir sehen hier einen weißen Lieferwagen der in einer Straße parkt. Achten wir nun auf das Linke Gebäude so scheint dies leicht gebogen.

Nun sehen wir das gleiche Bild aber diesmal mit einer automatischen Entzerrung. Wenn wir uns nun wieder das Gebäude auf der linken Seite anschauen fällt auf das es nun gerade scheint. In beiden Fällen wurde die selbe Kamera genutzt nur die Elektronik hat es einmal entzerrt, was uns den Eindruck eines technisch besseren Ergebnisses vermittelt.

(Quelle: https://www.dpreview.com/articles/5653763779/a-distorted-view-in-camera-distortion-correction)

Fazit

“You press the button, we do the rest” mit diesem Werbeslogan von 1889 haben wir diesen Artikel begonnen und auch wenn wir vermeintlich nicht mehr auf dritte angewiesen sind um unsere Bilder zu sehen stellen wir fest, dass dies auch heute nicht der Wahrheit entspricht.

Zwar müssen wir nicht mehr warten und uns direkte Hilfe bei dritten suchen aber es scheint so, dass diese Hilfe in bestimmter Art und Weise von vornherein in unseren Geräten verbaut ist.

An unseren drei Beispielen sehen wir das sogenannte Bildoptimierung sich dem computational photography bedient und den Bild Eindruck teilweise stark verändert, nur damit die Bilder uns besser gefallen sollen.

In den meisten Fällen ist nichts dagegen einzuwenden und viele Nutzer, wenn nicht sogar nahezu alle, sind sehr froh das die Bilder so gehandhabt werden wie sie es tuen. Lediglich aus Sicht der Authentizität und Wirklichkeitstreue stellt sich die Frage ob diese Bilder unsere Wirklichkeit wiedergeben können. Selbst der Journalist, welcher den Anspruch an Objektivität hat, nutzt Kameras und auch wenn er sie nicht dediziert in einem Bildmanipulationsprogramm bearbeitet wird  unfreiwillig durch die computational photography beeinflusst. Die Möglichkeiten dessen sind in diesem Artikel auch nur angerissen und somit stellt sich die Frage ob wir Bilder, im Umfeld einer Berichterstattung, überhaupt als Vertrauenswürdiges Medium behandeln könne, selbst wenn diese Bilder “unbearbeitet”, direkt aus der Kamera, sein sollten?

Das Buch – Verstaubte Medienleiche oder unsterblicher Klassiker?

geschrieben von in Medienwandel, PrintmedienKeine Kommentare »

„Wo schaltet man das an?“

„Kann man da nicht scrollen?“

„Ist da etwa der Ton aus?“

„Und das funktioniert tatsächlich ohne W-LAN?“

Ein wenig könnte man über derartige Fragen schmunzeln, aber beobachtet man die bemerkenswerte Technikaffinität, die bereits Kindergartenkinder an den Tag legen, ergibt sich im Umkehrschluss schon beinahe die Überlegung, ob diese Altersgruppe in zehn Jahren, fünf, oder vielleicht schon heute eben genau diese Fragen stellen könnte.

Wenn sie ein Buch in der Hand hält.

Aber trennt uns noch so viel von dieser – zugegeben etwas überspitzten – Vorstellung? Werden im Zeitalter von „Ich lad‘ mir das mal eben runter“ und „Gibt’s da auch den Film dazu?“ überhaupt noch Bücher gelesen? Und wenn ja, welche?

Jedes Jahr veröffentlicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die neusten Zahlen zur Entwicklung der Branche. Zwar schloss diese das vergangene Jahr mit einem leichten Minus von 1,4 % ab, blickt man jedoch auf die letzten zehn Jahre zurück stellt man fest, dass die Umsätze insgesamt stabil geblieben sind.

Den größten Beitrag hierzu leistet nach wie vor die Belletristik mit knapp einem Drittel Umsatzanteil. Etwaige Umsatzanstiege sind häufig mit dem Erscheinen einzelner „Megaseller“verknüpft: so generierte die „Shades of Grey“-Reihe im Jahr 2012 deutliche Mehreinnahmen. Ein ähnliches Phänomen ließ sich 2014 in der Warengruppe der Sachbücher beobachten. Diese erhielt signifikanten Zuwachs durch den Bestseller „Darm mit Charme“.

Ebenfalls beruhigend für Verlage und Buchhandlungen dürften die aktuellen Zahlen zur Häufigkeit der Büchernutzung sein. Stolze 43% der Frauen und immerhin noch gut ein Viertel der Männer geben an täglich, oder zumindest mehrmals in der Woche in einem Buch zu lesen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass trotz der stetig wachsenden Anzahl an Alternativen zu Unterhaltung, Bildung und Informationsbeschaffung per Buch, sich der Klassiker unter den Medien sobald nicht verdrängen lassen wird. Noch scheint es genügend Liebhaber der Haptik eines Blattes Papier und des Geruchs von Druckerschwärze und vielleicht sogar ein Bisschen Staub zu geben.

Profanität in der Presse

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Profanität in der Presse

Michael Adams , der für sein Buch den Titel “ Praise of Profanity“ wählte, beschreibt Fluchen als „sozial“ ja sogar als „ästhetisch“. In vergangenen Jahren waren Schimpfwörter, die in Diskursen der Politik fielen, die Neuigkeit in den Medien schlecht hin. Mit dem Wandel unserer Gesellschaft und in Anbetracht des aktuellen Trends gehören Krauftausdrücke heutzutage zum allgemeinen Sprachgebrauch. Der Gebrauch von Obszönität in den öffentlichen Medien ist am zeitgemäßen Standard gemessen in unserer Zeit weniger skandalös denn je. (http://ajr.org/2014/04/04/swear-words-news-stories/)Psychologen ordnen Schimpfwörter als kreative Sprache ein, welches die Sprache würzt und den eigenen Aussagen an Nachdruck verleiht. So behaupten sie, gebe die Sprache Einsicht in den Charakter eines Menschen. Werden also Schimpfwörter von der Mehrheit der Bevölkerung als Vokabular der Ungebildeten und von Menschen sozial niedriger Klasse angesehen, beweisen die großen Vorbilder unserer Gesellschaft uns das Gegenteil: Am häufigsten zitieren Medien Politiker und Prominente, die sich gewiss gewählt ausdrücken, sich artikulieren können und doch hin und wieder auf ihren Wortschatz an Schimpfwörtern zurück greifen.(http://www.sueddeutsche.de/kultur/schimpfwoerter-im-tv-amtlich-verordnete-pruederie-1.975135)

In der deutschen Demokratie, die Meinungsfreiheit groß schreibt und Zensuren aufhebt, ist es der Eigenständigkeit und dem Geschmack der Journalisten überlassen individuell zu entscheiden, was sie veröffentlichen. Und doch hat zum Beispiel die Leserschaft einer Zeitung, gewisse Standards, die sie erhebt und Erwartungen, die sie hegt.So soll der Ton einer eher konservativen Zeitung in ihrer Berichterstattung höflich, rücksichtsvoll und ernst zu nehmend sein. Dies führt zu stilistischen Unterschieden innerhalb der Medien, die es keinesfalls riskieren möchten, ihre Leserschaft der Obszönität auszusetzen und eventuell einen Teil ihrer Rezipientengruppe zu verlieren.(https://www.nytimes.com/2014/03/31/opinion/the-case-for-profanity-in-print.html?_r=0) Darum wird von vielen Medien auf Nummer Sicher gegangen und im Zweifelsfall auf die Öffentlichkeit verzichtet. Im Umkehrschluss kommt es nicht selten zum Vorwurf der „Zensur“, versuchen Journalisten höflicherweise Verbalinjurien in der Berichterstattung unter den Tisch fallen zu lassen, bzw. diese mit Hilfe von Abkürzungen, Symbolen oder ähnlich klingenden Wörtern mehr oder weniger verdeckt wiedergeben. Leser fühlen sich der Wahrheit beraubt, ist der Gebrauch von Profanität in den Medien zum Verständnis eines Sachverhalts notwendig und dennoch umgangen. Journalisten schreiben schließlich für ein mündiges Publikum und wie Ingeborg Bachmann erklärt, ist „die Wahrheit dem Menschen zumutbar.“ Häufig setzen Journalisten, die umfassend, fair und unerschrocken berichten wollen, Kraftausdrücke provokativ ein, da gerade durch den Zensurvorwurf ihre Berichte ins Rampenlicht rücken.

Insgesamt spricht man jedoch von einer Art Selbstzensur, die Journalisten unter dem Einfluss des Pressekodex vollziehen. Dazu hat der Presserat in einem Plenum nach rechtlich und ethischen Überlegungen , Richtlinien hinsichtlich der journalistischen Berichterstattung festgelegt.  Sie sollen die Berufsethik, sprich: die Wertsetzung innerhalb des Berufs des Journalismus wahren. So empfiehlt zum Beispiel der Absatz „Sorgfalt“ des Pressekodexes, reißende Formulierungen zu unterlassen und eine objektiv angemessene Wortwahl zu wählen, was im Englischen unter “ Political Correctness“ verstanden wird. (http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/).  Kraftausdrücke sind nicht fahrlässig zu benutzen. Aussagen, die die sachliche Ebene verlassen und das Ansehen einer Person herabsetzen, gelten als Diffamierung, die eine Straftat darstellen. Eine Frage, die Journalisten bei der Veröffentlichung einer Obszönität grundsätzlich klären sollten, ist, ob die Diskriminierungsgefahr gering und die Bedeutung für das Verständnis eine Sachverhalts hoch und der Gebrauch von Profanität im Druck rechtmäßig ist.

Verschwörungstheorien – Gefangen im Netz?

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 Von der Religion zum Verschwörungsglaube

Die Frage nach der wahren Beschaffenheit der Welt und was wirklich in ihr vorgeht, wer unsere Geschicke bestimmt und uns leitet, sowie woraus das Böse entsteht hat die Menschen schon seit jeher beschäftigt.

In alter Zeit kamen religiöse Vorstellungen auf, um eben diese Grundfragen der Existenz zu klären, das eigene Leben und das Böse auf der Welt erträglicher zu machen und die Hoffnung auf ein besseres Leben, zumindest im Jenseits, nicht erlischen zu lassen. Grundsätzlich verbindet diese Theorien also meist der Glaube an eine (oder mehrere) allwissende, omnipotente metaphysische Wesenheit(en), sowie ein Gegenstück, dass das Böse personifiziert und somit greifbar macht. Sie schaffen für den Glaubenden eine neue, tröstliche Perspektive auf das Leben.

Was verbindet nun also den Glaube an die Religion mit dem Glauben an Verschwörungen ?

Wie auch bei der Religion zählt zu ihren Charakteristika die simple Einteilung der Welt in gut und böse, die eigene „Glaubensgruppe“ von anderen abzuheben, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, das Böse greifbar zu machen und in gewisser Weise die Verantwortung für das eigene Leben abzugeben. Gleich ob es nun die Bilderberger, Aliens, Reptiloide, Nazis im inneren der Erde oder das CIA sind, die dem Bösen ein Gesicht geben.

Verschwörungstheorien in den Medien

Was mit der Erfindung des Buchdrucks seinen Anfang nahm („Hexenhammer„), hat sich bis zum heutigen Tage immer weiter ausgedehnt.

Das Internet bietet für Jedermann eine Plattform um auch mit den obskursten Theorien eine Bandbreite von Zuhörern zu erreichen und seine Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die „Wahrheitsfrage“, die in den Medien und vor Allem im Netz auf zigtausende Weisen konträr beantwortet und ausgelegt wird.

Medien konstruieren eine eigene Version der Wahrheit und seit die Tageszeitung nicht mehr als einziges Medium ihre Version der Wahrheit feilbietet, sondern im Netz zu jeder Frage tausende Antworten zu finden sind, ist die Verwirrung unter den Menschen vorprogrammiert.

Die „Vertrauenskrise“

Das erklärt, warum die „Medienverschwörung“ oftmals ein „zentrales und notwendiges Strukturmerkmal“ von vielen modernen Verschwörungstheorien ist. Nachrichten werden beobachtet („Beobachtung des Beobachters“) und zu eigenen Zwecken, zur Produktion alternativer Wahrheiten genutzt.

„Die Ablösung der Face-to-face-Kommunikation durch Schrift und insbesondere durch den Buchdruck, so Niklas Luhmann, erzwang erstmalig die Unterscheidung von Information und deren Mitteilung – mit der Folge, dass der Mitteilung seither misstraut wird. Denn seit man der Mitteilung nicht mehr direkt (am Gesicht des Gegenübers) ablesen kann, was es mit ihr auf sich hat, verstärkt sich der Verdacht, dass die Informationsseite anderen Motiven folgt, als sie glauben machen will.“

 http://www.bpb.de/apuz/231313/medien-als-gegenstand-von-verschwoerungstheorien?p=all

Nach seiner Ansicht liegt die Schuld also beim Medium als Kommunikationsform, das es unmöglich wäre medial und transparent über die eigene Transparenz zu berichten.

Hinzu kommt, dass für viele Menschen das Scrollen über ihre Facebook- Pinnwand oder anderer sozialer Netze, das Ansehen der Nachrichten oder das Lesen der Zeitung ersetzt hat.

 

Nun werden durch das breitgefächerte und weit verfügbare Quellenangebot im Netz viele verschiedene Sichtweisen und Standpunkte vertreten, womit theoretisch ein fundiertes und differenziertes Weltbild beim Rezipienten entstehen könnte. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Durch den Effekt der „Filterbubble„, der von dem Internetaktivisten Eli Pariser eingeführt wurde, kreieren soziale Netzwerke und Datenriesen á la Google für den Nutzer „Parallelwelten“, wo dieser anhand von Algorithmen, basierend auf seinem Nutzungsverhalten nur noch Nachrichten angezeigt bekommt, die seinen Vorlieben entsprechen. Der eigene Standpunkt, der in heutiger Zeit  für viele Menschen zu einem Teil ihrer „Identität“ geworden ist, wird immer weiter gefestigt.

http://www.foerderland.de/uploads/pics/filterbubble2_7628.jpg

Der Verlust der Vertrauens in journalistische Berichterstattung, weitgehende mediale Inkompetenz unter den Nutzern, unüberschaubare unzählige Quellen, der Filtereffekt im Netz und unsere eigene Persönlichkeit als Filter, all das lässt das Internet als eine Art „Katalysator“ für Verschwörungstheorien wirken.

Hinzu kommt eine zunehmende Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Bevölkerung, in der Verschwörungsglaube den Platz der Religion übernimmt. Ebenso wie die Religion lenken sie von den „eigentlichen“ Problemen, die öfter kritisch hinterfragt werden sollten, ab.

Der Mediziner Thomas Grüter warnt vor einer Psychiatrisierung der Anhänger von solchen Theorien, viel mehr sollte solches Verhalten genau analysiert werden, da sie oftmals gesellschaftliche Prozesse und Verwerfungen zwischen Gruppen innerhalb dieser aufzeigen.

Es wäre auch schließlich nicht das erste Mal, dass eine zunächst abstrus klingende Verschwörungstheorie sich im Nachhinein als wahr entpuppte. ( „Massenüberwachung durch die NSA“ )

Denn welche Wahrheit ist nicht konstruierte Realität ?

 

 

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Wie Werbung prägen kann

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Draußen wird es kälter, der Duft von Glühwein und Plätzchen liegt in der Luft, Wham ertönt aus allen Kaufhäusern und auch die Werbung macht nicht Halt uns in besinnliche Stimmung zu hüllen. Spätestens wenn man die ersten Coca-Cola Weihnachtstrucks durch die Werbung fahren sieht, weiß man Weihnachten steht vor der Tür. Denn die Trucks fahren seit nun mehr 20 Jahren durchs Land und prägen unser Bild von Weihnachten mit, wenn man in den 90ern geboren ist. Dabei ist den meisten wohl kaum mehr bewusst wie groß der Einfluss von Coca-Cola auf unser Bild von Weihnachten ist.

Das Bild von Santa Clause

Der Weihnachtsmann ist zwar nicht die Erfindung von Coca-Cola, doch trugen sie zum Aussehen bei. Genauer gesagt zeichnete Haddon Sundblom, ein schwedischer Cartoonist und Grafiker, 1931 für eine Werbe-kampagne das Bild des bis dahin eher streng aussehenden, meist bräunlich und selten rot gekleideten Mannes neu und schenkte uns den bärtigen alten, Mann mit dickem Bauch und leuchtend rotem Anzug wie wir ihn kennen und lieben. Durch die schon vorher erfolgreiche Werbung verbreitet sich das Bild des freundlichen Mannes um die ganze Welt und setzt sich fest.

Das besondere an der Weihnachtwerbung

Auch 85 Jahre später kommt man an Coca Cola nicht vorbei. Sie ziehen Jahr für Jahr in den großen beleuchteten Weihnachtstrucks umher, erinnern uns so an die Werbespots die wir früher gesehen haben und verkaufen uns nochmal ein Weihnachtsmärchen. Immer hinterlegt mit einem festlichen Weihnachtssong, welcher im Kopf bleibt und nicht selten in den Charts landet. So läuft dann auch im nächsten Jahr noch Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ im Radio oder „Shake up Christmas“. Es ist der Gesamteindruck, das Zusammenspiel von all den wunderschön aufgemachten Bausteinen, die jedes Jahr etwas Nostalgie hervorbringen.

Coca-Cola heute

Diese Jahr hat Coca-Cola allerdings mit ein paar Traditionen gebrochen: Keine roten Weihnachtstrucks im Spot und zum ersten Mal ein speziell auf das Motto „Taste the Feeling“ abgestimmte Lied. Auch erkennt man immer mehr eine etwas realere Sicht auf die Weihnachtsvortage. Zumindest wird ansatzweise der Stress dargestellt der mit dem ganzen Dekorieren, Backen und Gedränge in den Kaufhäusern hervorgeht. Denn in allen Werbespots geht es zunächst mal darum etwas zu verkaufen und möglichst viele Menschen anzusprechen. Diese lassen sich aber besser erreichen wenn man keine unrealistische Szene abbildet sonder welche, in denen man sich wiederfindet. Coca-Cola ist eben immer noch ein Unternehmen, das auf Profit abzielt.

Trotzdem hat es die Weihnachtszeit, wie wir sie heute kennen, mitgeprägt und uns seit Jahrzehnten erfolgreich jedes Jahr wieder ein kleines Weihnachtsmärchen geschenkt. Dieser Erfolg sollte doch gewürdigt werden.

Vom Internet in die Realität – Amazon-Go

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Amazon Go: Amazon-Mitarbeiter können bereits im neuen Supermarkt in Seattle einkaufen.

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-12/amazon-go-supermarkt-lebensmittel-service-einkaufen-datenschutz-zukunft

Ein Online-Shop nur für Bücher? Das ist Amazon wohl schon lange nicht mehr. Bereits seit Jahren stellt das Unternehmen auch Spiele, Schmuck, Technik, Lebensmittel und vieles mehr zum Verkauf. Zudem bietet die Website seit 2014 eine Möglichkeit Filme und Serien online zu schauen und arbeitet auch weiterhin an neuen innovativen Projekten. Eines davon ist das Konzept Amazon-Go.

Die Vielfalt ist das, was Amazon inzwischen ausmacht. Doch eines war bisher immer gleich: Amazon machte sich das Medium Internet zu Nutze. Mit Erfolg – Eine online Umfrage ergab, dass bereits 98% der Internet Nutzer Interesse an Online-Shopping besitzen. Und Amazon ist in Deutschland dabei weitaus das beliebteste Portal und mit einem monatlichem Umsatz von 7.8 Milliarden € in Deutschland (2005) auch weitaus das umsatzstärkste. Umso interessanter ist es, das Amazon jetzt angekündigt hat den Schritt in die andere Richtung zu wagen.

Doch was ist nun eigentlich Amazon-Go?

Mit Amazon-Go soll es das Online-Imperium bald auch im „Reallife“ geben, als ganz normalen Einkaufsladen. Jedoch mit einem Unterschied: Ganz ohne an langen Kassenschlangen anstehen zu müssen sollen die Kunden künftig einkaufen gehen können. Bezahlt wird über einer App, mit welcher man sich beim Betreten des Ladens registriert. Eine Kamera soll den Kunden während des Einkaufens erkennen und erfassen, was dieser aus dem Regal nimmt, oder wieder zurückstellt. Diese Produkte erscheinen dann auch im virtuellen Einkaufswagen der App. Beim Verlassen des Ladens wird der dementsprechende Betrag dann von dem Amazon-Go Konto abgebucht. So verrückt das ganze klingt, es funktioniert. In Seattle, Washington wird das Konzept bereits mit Erfolg von Mitarbeitern getestet. 2017 sollen die ersten Läden dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vergleich zum üblichen Einzelhandel ist Amazon-Go auf jeden Fall zeitsparender und noch komfortabler, da man theoretisch weder Bargeld, noch Kreditkarte für den Einkauf benötigt. Man muss lediglich sein Smartphone bei sich tragen.

 

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-12/amazon-go-supermarkt-lebensmittel-service-einkaufen-datenschutz-zukunft

Wird Amazon-Go also die Zukunft?

Das ist schwer zu sagen. Durch die stetige Verbesserung der Technik wird das Einkaufen auf diese Art und Weise immer angenehmer für die Menschen. Solche Technologien werden also auf jeden Fall in Zukunft immer beliebter werden. Ob ein Laden wie Amazon-Go handelsübliche Supermärkte komplett ablösen wird ist jedoch fraglich, da es viele Kunden gibt, die gerade den Kontakt zu den Kassierern schätzen.

Das Online-Shopping an sich und Amazons Onlinestore werden wohl wenig betroffen von der Innovation sein, da es andere Bedürfnisse des Kunden deckt.

Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

Was früher noch an Klowände gekritzelt wurde, verbreitet sich heute wie ein Lauffeuer über die Smartphones der Studenten. Die App Jodel sammelt den Trash-Talk des Campus und verbreitet Nachrichten und Bilder an alle Nutzer im Umkreis von 10 km. Das Raffinierte daran?
Völlige Anonymität.

 

Egal, ob man grade im Bus, im Hörsaal oder einfach zu Hause auf der Toilette sitzt: Gejodelt wird eigentlich überall. Über alles. Sei es die #gadse, die aus dem Fenster schaut oder der Professor, der im #audimax fast alle zum Einschlafen bringt. Wer jodelt, der möchte sich seinen Mitmenschen mitteilen. Ungeachtet dessen, ob es sich dabei um mehr oder weniger Geistreiches handelt. Und wer mit seinen rhetorischen Künsten überzeugt, wird belohnt:
Je „lauter“ ein Jodel ist, also je mehr Upvotes er erhält, desto mehr Karmapunkte gibt es. Und je mehr man sammelt, desto besser fühlt man sich. Ob sich dieses Karma auch im realen Leben widerspiegelt, ist jedoch fraglich.
Aber über Karma spricht man nicht- internes Jodelgesetz!

Jodel ist wie Twitter,nur bunt 

Die kostenlose iOS- und Android-App benötigt keine Registrierung oder ähnliches. Das Prinzip ist so simpel, dass es fast schon genial ist. Man muss sich nicht verstellen oder selbst inszenieren. Authentizität ist gefragt.
Je hemmungsloser, offener und ehrlicher desto besser. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es auf Jodel Moderatoren, die Inhalte prüfen und zur Not fragwürdige Posts löschen.
Längst sind auch die großen sozialen Netzwerke auf die App aufmerksam geworden und auf Facebook erfreuen sich die besten Jodel Sprüche großer Beliebtheit.
Wer auf Jodel unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass hinter den sarkastischen und schamlosen Sprüchen und Kommentaren eine große Gemeinschaft steckt, die im Zweifel zusammenhält.
So wie bei dem fast schon legendären Münchner Jodel, bei dem ein Student von seiner Freundin anscheinend betrogen wurde und die ganze Jodel-Community wie ein Fels in der Brandung hinter dem armen Kerl stand und ihn mit weit über 2000 Kommentaren unterstütze.

Jodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Anonymität nicht auch ausgenutzt werden kann. Schließlich weiß man nicht, wer sich hinter welchen Jodel versteckt und am Ende gibt man womöglich noch seinem eigenen Partner Trennungstipps.

Jodel bietet jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne dass man mit ernsthaften Folgen rechnen muss. Es vernetzt die Menschen und ist an erster Stelle Unterhaltungsmedium. Darüber hinaus bietet es sicherlich Forschungsansätze bezüglich Anonymität und Selbstdarstellung im Netz.
Deshalb stehen die Zukunftschancen nicht schlecht, dass diese App uns noch ein wenig begleiten und unterhalten wird.

 

Bildquellen:

https://lh3.googleusercontent.com/zfY0kgT6Iy4G7WiKcIM9sVyOfD3P6riAXKOniVDjrqTh5zzmx3IkuPnIW8fgRSIO5Jg=w300

http://www.jetzt.de/jodel/muenchner-jodel-freundin-geht-fremd

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Kein Internet, keine Ahnung?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Kein Internet, keine Ahnung?

Ein die ganze Welt umspannendes Netz, das alle, die daran teilhaben wollen, verbindet, eine beinahe grenzenlose Informations- und Kommunikationsinfrastruktur zur Verfügung stellt und man braucht dafür nur ein kleines Gerät, das sogar in eine Hosentasche passt?

Das Internet muss vor 50 Jahren noch wie Science-Fiktion geklungen haben und doch ist es heute schon fester Bestandteil in unserem Alltag. Laut einer Studie des DIVSI können sich 61 % der Deutschen ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich auch nicht.

Nach dem Aufwachen gilt bei über einem Drittel der deutschen Smartphonenutzern innerhalb der ersten 15 Minuten ein Blick auf das Gerät, bei den unter 25 jährigen ist die Zahl weitaus höher. Man checkt erstmal die E-Mails, Whats-App Nachrichten und sieht auch schon Pop-Ups von den wichtigsten News. In den acht Stunden Schlaf war man schließlich nicht erreichbar und kann so einiges verpasst haben. Auch im weiteren Tagesablauf ist das Internet präsent:

Nachdem man sich schnell auf den neusten Stand gebracht hat, hört man beim Zähneputzen seine Lieblingslieder auf Spotify oder ähnlichen Funktionen und muss dann auch schon los zur Arbeit, Uni oder Schule.
Den schnellsten Weg lässt man sich von Google Maps berechen und lässt sich navigieren oder fragt auf der passenden App ab, wann das nächste öffentliche Verkehrsmittel fährt. Sitzt man im Bus, der Bahn oder dem Zug, hat man Dank seiner Mobilen Daten eine Vielzahlt von Unterhaltungsmöglichkeiten, die von dem Lesen der News oder einem E-Paper, über Streamen von Musik oder Videos bis zur kostenlosen Kommunikation mit Personen weltweit über diverse Social Media Funktionen reicht.
Auf der Arbeit oder an der Uni angekommen, liest man dann z.B. die E-Mails der Geschäftsanschrift oder downloadet die neusten Folien und Texte.
Mit der Funktion des Online Bankings, die 2015 schon 73% der Deutschen nutzten, kann man in der Pause oder auf dem Heimweg ganz einfach seinen Kontostand kontrolieren und gleich ein paar Rechnungen bezahlen.
Für das Abendessen wirft man noch einen Blick auf ein Internetforum wie z.B. Chefkoch.de und fragt Siri oder Google Now, wie lang der Supermarkt heute offen hat, um die passenden Zutaten zu besorgen.
Abends sucht man sich auf Netflix, das Erste LIVE, RTL now oder anderen vergleichbaren Seiten sein passendes Abendprogramm aus. Nebenher kann man am Smartphone oder Tablet ein paar Profile auf einer Partnerbörse durchklicken, online Klamotten bestellen oder Neuigkeiten auf den Social Media Seiten durchschauen.
Zusätzlich nutzt man den Tag über immer wieder Instant Messaging Dienste, um mit Bekannten, Freunden und Familie in Kontakt zu sein. Allein über Whats-App werden laut einem Artikel von „Die Presse.com“ täglich 42 Milliarden Nachrichten und 1,6 Milliarden Bilder übermittelt.

Natürlich ist der beschriebene Tag nur als Beispiel der verschiedenen Möglichkeiten, wie man das Internet im Alltag nutzen kann, zu sehen. Nicht jeder greift auf diese Anwendungen zurück, nutzt das Internet weniger, mehr oder anderst. Unumstritten ist, dass das Internet eine wichtige Größe in unserem Alltag geworden ist und nach einer Studie der Kantar TNS inzwischen von den Deutschen vor dem Fernsehen als wichtigstes Medium eingestuft wird.

Durch die Digitalisierung werden viele Dinge des alltäglichen Lebens  durch Funktionen im Internet erstezt: Man chattet, statt zu reden; man goggelt, statt nachzudenken; man klickt sich durch Partnerbörsen, statt rauszugehen, um zu flirten. Das Internet und alle Entwicklungen, die damit einhergingen, haben unser Leben verändert und werden es wohl auch in Zukunft verstärkt tun. Die Fragen, die sich Jeder stellen sollte, sind, wie sehr mache ich mich davon abhängig und kann ich ohne Internet überhaupt noch leben?

 

Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

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Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

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