18 Pünktchen und die Politik ist schuld!

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8,21 Millionen Zuschauer in Deutschland sahen am Samstag das „Debakel von Malmö“. Die Band „Cascada“, angeführt von Sängerin Natalie Horner, vertrat Deutschland mit dem Song „Glorious“ beim Eurovision Song Contest in der drittgrößten Stadt Schwedens.

Bis auf Lena Meyer-Landruts Fauxpas während der Punkteverteilung, verlief alles wie immer. Diverse Künstler lieferten eine mal mehr, mal weniger unterhaltungsvolle Show ab, vom kreischenden Graf Dracula aus Rumänien bis zu den, Alkohol als kostenlos proklamierenden, Griechen war alles dabei! Deutschland landete mit mageren 18 Punkten auf Platz 21, konnte damit ganze 7 Länder hinter sich lassen und allen wurde wieder klar, was passiert wenn Stefan Raab mal keine Zeit hat.

Mit dieser herben Schlappe muss man nun leben, Ursachenforschung zu betreiben und die Leistung der besser bewerteten Künstler anzuerkennen wäre aber zu einfach! Lieber sucht man sich als Sündenbock eine Person, die gerade versucht Europa nicht den Bach runter gehen zu lassen:  Frau Dr. rer. nat. Angela Merkel.

Dass „nicht nur Cascada, sondern auch Deutschland auf der Bühne“¹ stand, wie ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber nach dem Ergebnis verlauten ließ, kann man nachvollziehen. Dieses bemitleidenswerte Ergebnis jedoch unserer Bundeskanzlerin in die Schuhe zu schieben klingt eher nach einer billigen Ausrede! Natürlich hat Deutschland außenpolitisch bessere Zeiten erlebt, aber soll bei solch einem überdimensional inszenierten Medienereignis nicht die Musik im Vordergrund stehen?

Finanz- und Eurokrise hin oder her, wer sich in zu enges Outfit zwängt, einen Song singt der im ersten Moment wie ein schlechtes Cover des letztjährigen Gewinnertitels klingt und im Vorhinein schon große Kritik erntet, sollte vielleicht zunächst mal sich selbst hinterfragen, bevor er der Politik dafür die Schuld gibt, dass man aus Aserbaidschan keine Punkte bekommt.

 

 

 


¹http://www.bild.de/unterhaltung/musik/eurovision-song-contest/diese-laender-gaben-deutschland-punkte-30462160.bild.html

http://www.stern.de/kultur/tv/eurovision-song-contest-2013-cascada-erhaelt-maessige-unterstuetzung-der-zuschauer-2013286.html

http://www.thurgauerzeitung.ch/aktuell/kultur/kultur/Ist-Merkel-schuld-an-den-18-Punkten;art253649,3409130

http://www.bild.de/unterhaltung/musik/eurovision-song-contest/cascada-klatsche-welche-rolle-spielte-angela-merkel-30461472.bild.html

 

 

Regenbogenpresse – Ein Selbstversuch

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Der Spiegel schreibt diese Woche über eine Mediengattung die von der allgegenwärtigen „Medienkriese“ verschont geblieben zu sein scheint. Eine Mediengattung von der zwar am Rande wusste, dass sie existiert, mit der ich mich aber noch nie befasst habe: Das sogenannte „Regenbogenblatt“. Viel darunter vorstellen konnte ich mir nicht, hatte nur die vage Idee das der Wahrheitsgehalt wohl noch fragwürdiger sein könnte als bei der BILD.

Laut Spiegel ist die Leserschaft der Heftchen 60+, weiblich und ihrem Blatt sehr treu, aber warum? Worum geht es in den Heften überhaupt? Bei einer kurzen Recherche im Internet findet sich nicht viel. Die meisten der Hefte haben keinen richtigen Internetauftritt, Google bietet mir in den ersten Treffern nur an Anzeigen aufzugeben. Hat das Heft eine Internetseite, so stammt die, wie im Fall der „Revue der Woche“ vom Verlag und deckt gleich mehrere Blätter ab.

Spontan habe ich mich also zum Selbstversuch entschlossen, bin in den nächsten Supermarkt und habe mir drei Exemplare gekauft (Preis für alle drei: 2,37€). Im Zeitschriftenregal finden sie sich in der untersten Reihe, wo ich normalerweise nicht einmal hinschaue und es gibt unfassbar viele von ihnen. Auf den Titelseiten: Unvorteilhafte Fotos von Menschen die ich nicht oder nur aus der RTL-Werbung kenne. So schreibt zum Beispiel die „Revue der Woche“: „Die Geissens: Angst um ihre Töchter (Die Gefahr ist größer den je – Sie fordern das Unglück heraus)“ Im inneren der Zeitung stellt sich heraus: Die Kinder sind alleine Tretboot gefahren. Lebensgefahr! Und außerdem: Im zwei Stunden entfernten Marseilles („unweit von St. Tropez“) ist die Drogenkriminalität gestiegen. Entführungsgefahr!

Die „Super Freizeit“ schlägt eine etwas andere Richtung ein: „Alkohol-Drama“1 Carmen Geiss trinke zu viel und sei „aufgedunsen“, wie ein Vorher-Nachher Bild beweisen soll. Ich kann keinen Unterschied erkennen. Immerhin findet sich auch hier die „Entführungspanik“ wieder, auch wenn sie im Artikel nicht erwähnt wird.

Eingehender mit dem Thema Regenbogenpresse beschäftigt sich das Watchblog TopfVollGold (http://www.topfvollgold.de/), betrieben von zwei Journalistik-Studenten der TU Dortmund. Sie decken auf wo die Wahrheit verdreht und geschummelt wurde. In einem Interview mit dem EJO (s. Quellen) geben sei zu bedenken, dass ein Teil der Leser die Geschichten aus den Regenbogenheften durchaus ernst nehmen.

 

1Mehr zum Thema „Drama“: http://www.topfvollgold.de/?p=2805

Quellen:

Kühn, Alexander und Maximilian Popp (2013): Simple Storys. In: DER SPIEGEL (21/2013). Hamburg. SPIEGEL- Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG S. 136

Grass, Karen (2013): Regenbogenpresse: “Die Macht wird unterschätzt”. European Journalism Obervatory. (17.05.2013) Dortmund. Erich-Brosius-Institut. URL:http://de.ejo-online.eu/9233/medienjournalismus/9233 (Aufgerufen am 22.05.2013)

Schönauer, Mats und Moritz Tschermark (2013): Topf Voll Gold. Dortmund. URL: http://www.topfvollgold.de/ (Aufgerufen am 22.05.2013)

Gippner, Steffen (Hrsg.) (2013): “Alkohol-Drama”. In: Super Freizeit (Nr. 6 Mai/Juni 2013). Hamburg. Bauer People GmbH. S. 7

Schuhmacher, Klaus (Hrsg.) (2013): “Angst um ihre Töchter”. In: Revue der Woche (Nr. 6 Juni 2013). Hamburg. Deltapark-Verlag Ltd. S. 6-7

 

Big Brother nun im realen Leben?

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Nachrichten Agenturen stehen unter anderem für Neutralität und überregionale Information. Sie beliefern mehrere Medien und sind somit, vor allem für regionale, kleinere Sender bedeutend. Die Charakteristika einer Nachrichtenagentur sind seit neusten Fällen in den USA vielleicht hinfällig. Dort wurde eine Spionage-Aktion gegen die Associated Press (AP) bekannt.

Neutralität der Medien und Pressefreiheit, darüber ist in diesem Medienblog schon häufig berichtet worden. Dass nun selbst eine Nachrichtenagentur scheinbar fürchten muss, ehrlich und gewissenhaft recherchieren und berichten zu können, das wirft mal wieder ein dunkles Licht auf Amerika. Hat der „Saubermann“ Obama vielleicht doch ein paar Leichen im Keller oder ist es als Mann in so hoher Position einfach nicht möglich ohne Skandale über Wasser zu bleiben? Obama präsentierte sich in seiner bisherigen Amtszeit immer sehr „Medien nah“, bekannt sind presse- und bürgernahe Handlungen wie die Einladung von Journalisten oder der Videochat über Google mit ausgewählten Bürgern. Dass er selbst jetzt aber die Medien ausspioniert zeigt, dass Amerika einfach unheimlich paranoid ist oder da so einige Sachen in der Vergangenheit passiert sind, die es zu vertuschen gilt. Obamas Image bröckelt und dennoch sieht er sich im Recht mit der Bespitzelung.
Der Skandal ist vielleicht Folge des Kampfes gegen den Terror, der seit dem schrecklichen Terroranschlag am 11. September 2001 herrscht. Aber wenn das amerikanische Justizministerium eine überregional agierende Nachrichtenagentur überwachen lässt und Telefondaten sammelt und das dann angeblich durch „ das Gleichgewicht zwischen Pressefreiheit und nationale Sicherheit“ zu rechtfertigen ist, traut man dann in den USA noch irgendwem?

In der heutigen Gesellschaft leben wir in einer bunten Medienlandschaft und Pressefreiheit ist essentiell. Gerade die deutsche Geschichte zeigt wie wichtig „Pressefreiheit“ ist. Natürlich ist es für Amerika notwendig, die nationale Sicherheit zu wahren, jüngste Ergebnisse in Boston zeigen auch, dass da Handlungsbedarf besteht. Aber die eigenen Reihen zu überwachen, das hat nicht den Anschein, dass es wirklich um die „nationale Sicherheit“ geht. Wenn Medien überwacht werden, kommt sehr schnell der Verdacht auf, dass da jemand nicht möchte, dass etwas ans Licht kommt.

Egal, ob die Maßnahme des Justizministeriums nun gerechtfertigt ist oder nicht, Alltag sollte das keinesfalls werden. Wenn Mitarbeiter amerikanischer Medien aus Angst vor Konsequenzen irgendwann nicht mehr ihre Arbeit in aktuellem Maße weiterführen, dann ist der nationalen Sicherheit damit auch nicht geholfen. Hoffentlich wird so ein Vorfall nicht in der Bundesrepublik Deutschland öffentlich werden, paranoides „Big Brother- Verhalten“ bringt niemandem auch nur irgendwas.

 

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-geraet-wegen-ap-und-steuerskandal-unter-druck-a-899880.html ,[17.5.13.].

http://www.spiegel.de/politik/ausland/bespitzelung-der-agentur-ap-us-medien-entsetzt-ueber-staatliche-spitzelei-a-899875.html, [17.5.13].

http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-verteidigt-aktionen-gegen-ap-a-900401.html, [17.5.13]

Vom „Dörfle“ in die große Stadt – die unliebsamen Nachbarn

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Tatort Berlin. Am 04.05.2013 ging ein zunächst nur regionaler, später dann ein immer größere Wellen schlagender, Aufschrei durch die Medien. Am Prenzlauer Berg, einem alternativ angehauchten Viertel der deutschen Hauptstadt, wurden Flugblätter verteilt und Parolen an Wände geschmiert, welche gegen die schwäbischen Nachbarn in Berlin hetzte.

Ca. 300.000 Schwaben leben in der Stadt und fühlen sich dort heimisch. Doch erregen sie bei manchen „Ur-Berlinern“ anscheinend Unbehagen, denn sie würden die Mietpreise in die Höhe treiben und die Atmosphäre mit ihrer Kleinbürgerlichkeit zerstören. „Verpiss dich, Schwabe!“, oder „Kauft nicht bei Schwab’n“. Diese Parolen zieren nun das Stadtbild und erinnern stark an bereits vergangene Zeiten, in denen der Holocaust mit ähnlichen Vorboten begann. Alle sind sich einig: Die Verfasser dieses Mottos gehen damit eindeutig zu weit und die Pietätlosigkeit findet ihren Höhepunkt darin, dass die Schmierereien unmittelbar neben einer jüdischen Synagoge angebracht worden sind. Doch trotz der harten Linie findet diese Auffassung teilweise auch bei Politikern, wie z.B. Wolfgang Thierse, zumindest in der Grundidee Zuspruch. Denn auch sie finden, dass sich das Flair des Viertels nachhaltig verändert hat.

Doch wie passt diese Engstirnigkeit zu dem sonst multikulturellen Berlin? Die Hauptstadt steht als Sinnbild für eine bunte Vielfalt der Kulturen, aber der eigene Landsmann muss draußen bleiben?

Das trifft bei den schwäbischen Mitbürgern nicht nur auf Unverständnis, sondern kratzt auch an ihrem Selbstbewusstsein. So viele Klischees werden über sie verbreitet und nur eine kleine Minderheit davon spricht positive Aspekte an. Man bezeichnet sie als „geizig und eigenbrötlerisch“ Doch um nicht aufzufallen, passt sich der Schwabe der Globalisierung an, denn es liegt nicht im Trend seine Wurzeln zu zeigen. Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allenbach entpuppt sich der Dialekt der Altwürttemberger als äußerst unattraktiv im Ohr eines Nichtschwaben und zählt damit zu den Unbeliebtesten seiner Art. Deshalb zahlen die „Neu-Berliner“ z.B. viel Geld, um in Tagesseminaren das unverwechselbare Schwäbeln in den Griff zu bekommen. Die „einheimische“ Bevölkerung sollte sich also nicht nur für die Welt öffnen, sondern auch für ihre nächsten Nachbarn.

Quellen:

http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2013_05/Wowereit_verurteilt_Schmierereien_gegen_Schwaben.html   15.05.2013, 00:06Uhr

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/psychogramm-der-schwabe-ein-kosmopolitle-a-119955.html   15.05.2013, 00:06Uhr

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=11386418/hkh6iz/index.html   15.05.2013, 00:06Uhr

Heike Kottmann, Hochdeutsch für Anfänger, S. 100-103, erschienen: NEON, München, Mai 2013

CNN und der Fernschalte-”Fake”

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Dass längst nicht alles, was Zeitungen, Nachrichtensender und Co. berichten, immer der Wahrheit entspricht, dessen sind sich nicht nur Medienwissenschaftler im Wissen um Formen journalistischer Realitätkonstruktion bewusst. Es kommt regelmäßig zu Falschmeldungen und durchaus zu Manipulationen in der täglichen Berichterstattung, was für den Rezipienten mal besser, mal schlechter zu erkennen ist.

Wie der amerikanische Informationsdienst Atlantic Wire vor einer Woche berichtete, habe CNN kürzlich eine Fernschalte, in diesem Fall ein Gespräch, welches angeblich an unterschiedlichen Orten via Satellitenverbindung stattgefunden haben soll, vorgetäuscht.
Gegenstand dieser Berichterstattung am 7. Mai 2013 ist die Entführung dreier Frauen, welche nach neun Jahren in Cleveland (Ohio)befreit werden konnten. Das angebliche Live-Satelliten-Interview zwischen der CNN-Moderatorin Ashleigh Banfield und Kriminalexpertin Nancy Grace wird vom Atlantic Wire anhand von Screenshots jedoch als Inszenierung identifiziert: Die beiden Frauen befinden sich auf dem selben Parkplatz in Phoenix (Arizona), wenige Meter voneinander entfernt.

Und wenn auch die Frage nach dem Grund für diese Tatsache offen bleibt und zunächst wohl über die „Aktion“ geschmunzelt werden darf -(Der AW betont am Ende des Webartikels ausdrücklich, die beiden Autoren säßen im selben Büro, etwa anderthalb Meter voneinander entfernt)- ein renommierter Sender wie CNN kann sich solch einen Fauxpas nicht erlauben. Der Kanal, seines Zeichens erster reiner Nachrichtensender, übt enormen Einfluss auf die gesamte internationale Berichterstattung aus. Medien und Rezipienten stützen sich tagtäglich auf seine Nachrichtenmeldungen und vertrauen auf die Richtigkeit dieser. Ein Vertrauen, das bei vielen sicherlich angesichts der offensichtlichen Täuschung eine Erschütterung erlebt hat.

Quellen:

http://m.theatlanticwire.com/national/2013/05/nancy-grace-ashleigh-banfield-cnn-parking-lot/64965/

Auf den Höhenflug folgt der tiefe Fall…

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Die Liste der gescheiterten Teenie-Stars ist lang. Britney Spears, Lindsay Lohan und Macaulay Culkin aus „Kevin allein zu Haus“- jeder kennt diese US-Stars und viele haben ihren Absturz nach einer ruhmreichen Kinderzeit mitverfolgt. Alkohol, Drogen und andere Skandale sind bei ihnen und vielen weiteren Kindestars nicht selten, denn irgendwie muss man ja auf sich aufmerksam machen, wenn der Erfolg von damals verflogen ist und das Leben den Bach runter geht.

Auch in Deutschland lassen sich einige Namen von Kinderstars nennen, die an die erfolgreichen Zeiten nicht anknüpfen konnten oder an dem enormen Druck und der Öffentlichkeit zerbrochen sind.

Dennoch wird in Deutschland die Produktion von Formaten mit Kindern immer weiter vorangetrieben. Shows und Sendungen wie DSDS- Kids, The Voice Kids und das Perfekte Kinder Dinner werden immer populärer, auch wenn viele Deutsche die Vermarktung der Kinder verurteilen.
Produzenten bezeichnen die Shows zwar als spielerische Wettkämpfe und Spaß, aber dennoch wird den zum Teil erst acht-jährigen Kindern ein enormer Druck aufgelegt, mit dem selbst Erwachsene kaum umgehen können. Denn wenn die versprochene große Karriere und der Erfolg ausbleiben verlieren sie häufig den Boden unter den Füßen.
Die Kinder werden in eine Rolle gepresst und wenn man die Stark geschminkten Mädchen im Fernsehen sieht kann man kaum glauben, dass dort eine zehn- jährige vor Kamera sitzt.

Doch die Fernsehmacher schrecken die oben genannten Beispiele keinesfalls ab und die Vermarktung der Kleinen wird fröhlich vorangetrieben und von den zum Teil viel zu ehrgeizigen Eltern unterstützt. Grenzen gibt es kaum. Es fehlt nur noch, dass sich die Kinder in ein paar Jahren in den australischen Dschungel begeben um in der Öffentlichkeit vorgeführt zu werden.

Quellen:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/society/Gescheiterte-Kinderstars-Mit-dem-Erfolg-kamen-die-Probleme;art411,668745

http://www.news.de/medien/855378186/kinder-shows-die-vermarktung-des-nachwuchses/1/

Social Media zur Aufdeckung von Waffenschmuggel

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Man mag über die populärste Erscheinung des 21.Jahrhunderts denken was man will – Social Media ist und bleibt ein wichtiges und vor allem mächtiges Element unserer heutigen Medienwelt. Das wohl beste und aktuellste Beispiel dafür liefert Elliot Higgins alias Syrien- Blogger Brown Moses. Seit ungefähr einem Jahr bloggt der Engländer Elliot Higgins unter dem Pseudonym ‘Brown Moses’ über seine Analysen von Youtube Videos oder Twitterbeiträgen bezüglich dem Bürgerkrieg in Syrien. Seine Erkenntnisse teilt er seitdem regelmäßig mit den dazugehörigen Foto und Videonachweisen auf seinem Blog (http://brown-moses.blogspot.co.uk/).

Er selbst war nie in Syrien und hatte nie ein größeres Waffenwissen als der normale Xbox Benutzer, wie er selbst sagt. Jedoch habe ihn die Berichterstattung über den arabischen Frühling so frustriert, dass er selbst Recherche anstrebte. Dafür durchforstet er täglich bis zu 500 Youtube Kanäle, heißt es.

Die Tragweite des kleinen unauffälligen Blogs des arbeitslosen Mittdreißigers wird einem erst bewusst wenn man beachtet welche Größen seinen Blog zitieren. Darunter zählen unteranderem CNN World Service , The New York Times, BBC oder The Daily Telegraph. Es ist erstaunlich, dass ein einzelner Blogger in Zusammenarbeit mit der New York Times sogar einen Waffenschmuggel von Saudi- Arabien nach Syrien aufgedeckt hat. Das alles hat Elliot Higgins nur durch die ausführliche Nutzung Social Media Plattformen erreichen können. Darüber hinaus hat er es so geschafft ein Spezialwissen bezüglich der verwendeten Waffen in Syrien anzusammeln, wodurch er als Waffenspezialist zu Rate gezogen werden kann.

The guardian widmet ihm sogar unter dem Reiter “News” > “World news” > “Syria”  einen Artikel, welcher sich dementesprechend nur auf seine Analysen stützt. In diesem Beitrag wird auch deutlich, dass sich Higgins von dem typischen Journalismus und Journalisten vor Ort abgrenzt, da er auch nie eine Ausbildung hinsichtlich professionellem Journalismus genossen hat. Doch gerade bei dem Fall Higgins scheinen die Grenzen zwischen investigativem Journalismus und Hobbyjournalismus fliessend, seine Erkenntnisse scheinen auch ohne Ausbildung wichtig und erreichen auch ohne Vertrag bei einer Zeitung alle großen Verläge.

Und zuletzt eine kleine Randnotiz, ich finde es schrecklich wie Spiegel Online das original Zitat Higgins’ : “But before the Arab spring I knew no more about weapons that the average Xbox owner. I had no knowledge beyond what I’d learned from Arnold Schwarzenegger and Rambo.” zu “obwohl er nach eigenen Aussagen früher nicht mehr über Waffen wusste als der gewöhnliche Counter-Strike-Spieler.” verändert hat. Hierbei wird aus dem Konsolennutzer, welcher keine eindeutige Neigung zu “Killerspielen” aufweist, typisch der deutschen Presse, der Counter Strike bzw. “Killerspiel-Spieler” angesprochen/ dramatisiert.

Quellen (zuletzt aufgerufen am 13.05 2013):

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-eliot-higgins-alias-brown-moses-bloggt-ueber-kriegswaffen-a-898639.html

http://brown-moses.blogspot.co.uk/

http://www.guardian.co.uk/world/2013/mar/21/frontroom-blogger-analyses-weapons-syria-frontline

 

Vertrauenskrise des Chinesischen Roten Kreuzes

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Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7.0 in der Stadt Ya´an bei der südwestchinesischen Provinz Sichuan, hat das Chinesische Rote Kreuz bis zum 21.April 2013 nur fünf Millionen RMB Spenden bekommen. In dem Jahr 2008, während den Erdbeben in Wenchuan hatte das Chinesische Rote Kreuz einen Einnahmerekord bezüglich der inländischen und ausländischen Spenden in Höhe von 4.297 Billionen RMB aufgestellt. Was verursacht so einen riesigen Kontrast?
Es herrscht eine mangelnde Transparenz in Bezug auf den Spendenfluss, da für Außenstehende unklar ist ob und wo die Spendengelder ankommen. Am 21.Juni 2011 hatte ein Skandal das Vertrauen der Bürger in das Chinesische Rote Kreuz zerstört. Die zwanzigjährige Guo Meimei gab mit ihrem weißen Maserati und mit ihren Hermès-Handtaschen im Mikroblog an. Ihr Name wurde als die Geschäftsführerin bei einer fiktiven Firma namens Red Cross Commerce hinterlegt. Sie behauptete, dass sie mit einigen Hochrangigen des Chinesischen Roten Kreuzes eine enge Beziehung hatte. Die User des Mikroblogs brachten den Firmennamen mit der China Business System Red Cross Society in Verbindung, einer Fundraising-Gruppe des Roten Kreuzes, und spekulierten, dass Guo für ihre Einkäufe Spendengelder veruntreut hatte . Dies stieß das Chinesische Rote Kreuz in eine Vertrauenskrise. Obwohl das Chinesische Rote Kreuz versuchte, sich von Guo Meimei zu distanzieren, war es jedoch schwierig das Publikum davon zu überzeugen. Wie die New York Times berichtet, befindet sich eine Reihe von Korruptionsanfällen schon länger in einer Glaubwürdigkeitskrise. Im April 2011 kursierte im Internet das Foto einer Restaurantabrechnung über mehr als 10.000 RMB, die ranghohe Mitarbeiter des Roten Kreuzes nach einem Abendessen hinterließen. Ende Juni 2011veröffentlichte der Nationale Rechnungshof zudem einen Bericht, aus dem hervorging, dass das Rote Kreuz etwa vier Millionen Yuan zu viel für Hilfsausrüstung (der „überteuerte Zelte Skandal”) bezahlt hatte.
Das Chinesische Rote Kreuz ist eine von der chinesischen Regierung abhängige Organisation, es ist tatsächlich aber eher wie eine Top-down-Regierungsbehörde verglichen mit dem Internationalen Roten Kreuz, das ein unabhängiger Betrieb ist. Aufgrund der Einwirkung der chinesischen Regierung, verläuft es allerdings undurchsichtig für das Publikum. Die Glaubwürdigkeitskrise führt zu einer direkten negativen Auswirkung auf die Spendenmoral des chinesischen Volkes. Die Daten des chinesischen Wohltätigkeits- und Spendeninformationszentrums, einer gemeinnützigen Organisation beim Ministerium für zivile Angelegenheiten, zeigten, dass im Juli 2011, einen Monat nach Bekanntwerden des Skandals, die Spenden an sämtliche Wohltätigkeitsorganisationen um 50 Prozent im Vergleich zum Vormonat einbrachen.
Die einzige Lösung um solch einen Guo Meimei Skandal in der Zukunft zu verhindern und die Glaubwürdigkeit des Publikums wieder zu gewinnen, ist es eine vollständige Informationen zu veröffentlichen, die Finanzen transparent gestalten. So wie der ehemalige Vorsitzende Russell der Carnegie Corporation in New York sagte: Karitative Projekte müssen einen gläsernen Geldbeutel haben. Wie viel Geld in deiner Tasche ist und was du damit machst, sollte transparent wie Glas sein, so dass alle Leute es sehen können. Öffentliche, transparente wohltätige Organisationen sind von dem chinesischen Publikum erwartet.
______________________
1. Vgl. Wang, Hairong (30.01.2013): Rotes Kreuz: Skandale erweisen sich am Ende als Segen. Im Focus. Beijing Rundschau. http://german.beijingreview.com.cn/german2010/Focus/2013-01/30/content_515491_2.htm (13.05.2013)
2.Vgl. Daschkey, Ella; Soesanto, Daniel (22.07.2011): Chinas Rotes Kreuz im Sumpf der Korruption. In Stimmen aus China. http://www.stimmen-aus-china.de/2011/07/22/chinas-rotes-kreuz-im-sumpf-der-korruption/ (13.05.2013)
3.Vgl. Daschkey,E;Soesanto,D.(22.07.2011): Chinas Rotes Kreuz im Sumpf der Korruption. In Stimmen aus China. 22.07.2011 http://www.stimmen-aus-china.de/2011/07/22/chinas-rotes-kreuz-im-sumpf-der-korruption/ (13.05.2013)
4.Vgl. Wang, Hairong (30.01.2013): Rotes Kreuz: Skandale erweisen sich am Ende als Segen. Im Focus. Beijing Rundschau. http://german.beijingreview.com.cn/german2010/Focus/2013-01/30/content_515491_2.htm (13.05.2013)
5. Vgl. Wang, Hairong (30.01.2013): Rotes Kreuz: Skandale erweisen sich am Ende als Segen. Im Focus. Beijing Rundschau. http://german.beijingreview.com.cn/german2010/Focus/2013-01/30/content_515491_2.htm (13.05.2013)

Qullen:
Soesanto, Daniel (22.07.2011): Chinas Rotes Kreuz im Sumpf der Korruption.In:Stimmen aus China. URL:http://www.stimmen-aus-china.de/2011/07/22/chinas-rotes-kreuz-im-sumpf-der-korruption/ (12.05.2013)
Unbekannter Autor (11.09.2011): Chinesisches Rotes Kreuz kann “Herausforderungen kaum erwarten”.In: German.China.org.cn URL:http://german.china.org.cn/china/2012-09/11/content_26493978.htm
(13.05.2013)
Wang, Hairong (30.01.2013): Rotes Kreuz: Skandale erweisen sich am Ende als Segen. Im Focus. Beijing Rundschau. URL:http://german.beijingreview.com.cn/german2010/Focus/2013-01/30/content_515491_2.htm
(13.05.2013)
Wong, Edward (03.07.2011): An Online Scandal Underscores Chinese Distrust of State Charities.In: The New York Times. URL: http://www.nytimes.com/2011/07/04/world/asia/04china.html?_r=2&ref=edwardwong&
(13.05.2013)

Der Schwarze Spiegel unserer Zeit

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Die heutige Gesellschaft wird oft als “Mediengesellschaft” definiert. Die Wissenschaftler von ganz unterschiedlichen Bereichen führen zahlreiche Argumente oder Beispiele dafür an. Aber hat jemand die Menschen mal gefragt ob sie sich wirklich Mediengesellschaftsmitglieder fühlen?
Menschen haben die Medien geschaffen. Haben sie wirklich darüber Macht oder umgekehrt?

Die neue britische Fernsehserie “The Black Mirror” (Der Schwarze Spiegel) von Charlie Brooker (4) beschäftigt sich mit der modernen “Technikparanoia” und zeigt den Zuschauer das Leben der heutigen Tagen oder der nahen Zukunft (etwa 10-20 Jahre später als jetzt). Der Regisseur erklärt den Titel metaphorisch, dass der schwarze Spiegel jeder Bildschirm von einem Handy, Fernseher, Laptop oder Tablett sein kann. Was sieht man da? – bleibt noch die Frage. Wir sind oft sicher, dass wir unabhängig von den technischen Geräten, sozialen Netzwerken, TV-Programmen usw. sind. Herr Brooker äußert in seinem Interview der Zeitung “The Guardian” die folgende Stellungnahme: “If technology is a drug – and it does feel like a drug – then what, precisely, are the side-effects? This area – between delight and discomfort – is where Black Mirror, my new drama series, is set.” (3)
Jede der 2 veröffentlichten Staffeln besteht aus 3 Episoden, die erzählen unterschiedliche Geschichten. Die Helden und Schauplätze sind jeweils andere, so die “Bindfäden” zwischen Episoden sind die Medien in voller Schönheit. Macht des Fernsehens über prominente Politiker in Großbritannien oder eine Trickfigur, die selbst zum Politiker wird durch die allgemeine Beliebtheit; Unbegrenzte Möglichkeiten der neusten Geräten und PC-Programmen, die menschliche Erinnerungen erfrischen oder beseelen; TV-Show als Teil des Strafvollzugssystems; Medien als illusorisches Propagandamittel… und diese sind nur einige Aspekte, die in diesem Miniserie umfasst werden.
Manche Episoden sind provokativ und schockierend, die anderen sind mehr noch übertrieben.
Aber ist das Abbild im Zerrspiegel immer falsch? Was sieht ihr gerade auf dem schwarzen Spiegel eures Bildschirms?

Quellen und weitere Links:

1) http://www.channel4.com/programmes/black-mirror/ (abgerufen am 13. Mai 2013)
2) http://www.channel4.com/info/press/programme-information/black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
3) http://www.guardian.co.uk/technology/2011/dec/01/charlie-brooker-dark-side-gadget-addiction-black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
4) http://en.wikipedia.org/wiki/Charlie_Brooker (abgerufen am 13. Mai 2013)

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Auf den Spuren von Wikipedia

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Vor gerade einmal zehn Jahren musste man für Referate noch dicke Enzyklopädien wälzen, welche aus mehreren Bänden bestanden und mehr oder weniger das halbe Regal beanspruchten. Heute, im Zeitalter von Google, Bing und Wikipedia, ist dies wohl kaum noch die erste Anlaufstelle, wenn man schnell etwas in Erfahrung bringen möchte. Denn es ist doch viel bequemer und schneller, einfach einen Suchbegriff im Internet einzugeben und innerhalb weniger Sekunden Unmengen an Wissen zur Verfügung zu haben.

Wikipedia ist eine Enzyklopädie, welche aus freien Inhalten besteht. Das heißt, dass jeder, der über einen Internetzugang verfügt, Beiträge hinzufügen kann. Es ist quasi ein riesiges Mosaik, bestehend aus Wissen verschiedenster Menschen aus der ganzen Welt. Heute gibt es Wikipedia in 280 Sprachen. Alleine auf  Deutsch gibt es seit Mai 2001 1.584.965 Beiträge.

Dieses große, ständig wachsende Volumen an Artikeln verursacht aber auch eine gewisse Unübersichtlichkeit. Um diese in den Griff zu bekommen, haben zwei Programmierer, Stephen LaPorte und Mahmoud Hashemies, nun die „Wikipedia Recent Changes Map“ entwickelt. Dies ist eine Weltkarte, auf der man in Echtzeit verfolgen kann, woher die neuesten Artikel stammen. Es gab zwar schon vorher ein Archiv, in welchem alle Neuerungen festgehalten wurden, die Website mit der „Recent Changes Map“ veranschaulicht aber jetzt die durch das enorme Datenvolumen entstandene Informationsflut. Geortet werden die Autoren anhand ihrer IP-Adresse. Jedoch werden so nur die nicht registrierten User erfasst. Derzeit gibt es diese Karte in Englisch, Deutsch, Spanisch,  Französisch, Japanisch, Russisch und Indonesisch.

Obwohl die Karte den Datenjungle etwas lüftet und es ganz interessant ist zu sehen, wo gerade an welchen neuen Artikeln gearbeitet wird, bleibt sie jedoch wahrscheinlich eher ein nettes Gimmick. Denn eine inhaltliche Aussagekraft, ob nun ein Artikel aus Trier oder Tokyo kommt, hat sie schließlich nicht.

Hilfreicher wäre es sicherlich, an dem ungelösten Problem der Verlässlichkeit zu arbeiten. Der Grund, warum Wikipedia einen so enormen Korpus an Beiträgen besitzt, ist nämlich gleichzeitig das wohl größte Defizit: Jeder kann Beiträge veröffentlichen. Hierbei kann der Leser natürlich Glück haben und über Artikel von wirklichen Experten stolpern aber genauso gut kann der Beitrag von einem mehr oder weniger fachkompetenten Laien geschrieben worden sein.

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/echtzeit-karte-so-klickt-und-tippt-die-wikipedia-a-899448.html

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

 

http://arstechnica.com/business/2013/05/live-map-of-recent-changes-to-wikipedia-articles-is-mesmerizing/

Opfer der Mediengesellschaft oder 17,98 für die Luft

geschrieben von in Medien und Politik, Medienkritik, Qualität2 Kommentare »

Für allen soll es schon klar sein, dass hier geht es um den Rundfunkbeitrag. Und das Gesetzt, das von Anfang an als Entlastung dienen sollte, ist für einige Leute eine große Belastung.  Alle müssen den Beitrag zahlen egal wo sie wohnen und welche Rundfunkgeräte (egal ob überhaupt irgendwelche) sie haben. Ja, eine super Idee des Beitragsservices um Zeit für die Überprüfung zu sparen und mehr Geld kassieren: „Aus Düsseldorf wird eine Erhöhung von 20.000 auf 150.000 oder 200.000 Euro pro Jahr gemeldet, aus Stuttgart eine von 67.000 auf 150.000, aus München ein Anstieg von 60.000 auf 350.000 Euro.“(das ist nur von Kommunen) 1

Vorher musste man den Beitrag pro ein Rundfunkgerät zahlen, und für einige große Familien das war richtige Belastung.  (Aber wenn eine Familie 3 Fernsehen, 2 Laptops und 3 Radios erledigen kann, muss auch in Zustand sein einen Beitrag zahlen!) Jetzt ist es egal wieviel Rundfunkgeräte man hat.  Was hier besonders einfällt– das Computer, Laptop und sogar Smartphone sind auch Rundfunkgeräte. Ja, klar, man kann auch mithilfe eines Smartphones Radio hören usw. aber man muss das nicht unbedingt tun, es wird nicht mit diesem Ziel gekauft. In eine Mediengesellschaft muss man jetzt zahlen nicht nur für Dienstleistungen und Waren, aber auch für die MÖGLICHKEIT etwas benutzen, sehen oder hören. Und was ist mit den Leuten die gar keine Fernsehens, Radios, Laptops oder kein Internetzugang und Smartphones haben?! Ja, solche existieren auch, aber leider nicht für ARD, ZDF Beitragsservice. Die Losung lautet: „Einfach für alle“. So einfach ist es leider nicht. Beitragsservice fordert den Beitrag von Bürgern, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt (mehr darüber 2 ).

Jetzt kommt die Frage wofür wir eigentlich zahlen müssen. ARD, ZDF Beitragsservice gibt keine richtige Erklärung. Jetzt kassiert das Beitragsservice viel mehr Geld als GEZ früher, und was passiert mit dem Geld? Das ist auch eine interessante Frage. Ich hätte nichts dagegen wenn die Gesetzänderung zu einer besseren Qualität des Fernsehens und Radios führte. Wenn es wenige Werbung  und mehr erkenntnisreiche Sendungen gäbe, das würde ich gerne bezahlen.  Hat aber jemand die Veränderungen bemerkt?  Die einzige Veränderung ist nur das: einige,  die schon haben,  bekommen noch mehr und andere müssen das Letzte abgeben. So ist die moderne Mediengesellschaft—viele Möglichkeiten und sehr wenig Menschlichkeit.

 

1.Hanfeld, Michael: Rundfunkbeitrag. Elfmal mehr für die Kitas. FAZ.net.  31.01.2013. http://www.faz.net/aktuell/rundfunkbeitrag-elfmal-mehr-fuer-die-kitas-12046235.html (abgerufen 13.05.2013)

2. Hanfeld, Michael: Rundfunkbeitrag. Alle müssen zahlen. Ganz einfach. FAZ.net.   12.04.2013 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rundfunkbeitrag-alle-muessen-zahlen-ganz-einfach-12147046.html (abgerufen 13.05.2013)

 

 

Zeitung im Internet gefährdet?

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Dass die Zeitungen Einbußen in Umsatz und Gewinn im Bereich Print hinnehmen müssen, ist spätestens seit der Insolvenz der Financial Times Deutschland klar. Eine Alternative musste her, um den finanziellen Einbruch wenigstens minimal auszugleichen. Einige Verlage richteten sogenannte “Paywalls” ein, mit ungenügendem Erfolg. Zunächst war des Rätsels Lösung, Werbeanzeigen auf der Webseite der Zeitungsverlage (süddeutsche.de, faz.net, golem.de, etc.) zu verkaufen.?

Man rieb sich die Hände und pflasterte die Ränder der Webseiten mit Werbeanzeigen zahlender Unternehmen. Es schien ein lukratives Geschäft, mit dem man die Löcher der wegbrechenden Zeitung in Papierform ein wenig stopfen konnte. Leider wurde dieser Plan durch die “Browserverlängerung” (add-on) Namens Ad-Block aufgehalten. Dieser bewirkt das automatische Ausschalten der Werbeanzeigen und somit wird diese Form der Werbung für Unternehmen unattraktiv. Die Verlage verdienen somit kein Geld mehr mit Ihren freien Werbeflächen.  Nun geht es wohl in die nächste Runde: Zeitungsverlag vs. Internetnutzer, denn die oben genannten Verlage wollen sich zusammen schließen und die Nutzer darum bitten auf Ad-Block zu verzichten.

Wird es von nun an einen Sinneswandel der Nutzer geben? Hören Sie auf Ad-Block zu benutzen und nehmen die Werbung in Kauf mit dem Wissen, dass die Zeitungen weiterhin Ihre Dienste kostenlos Online zur Verfügung stellen? Die Entwicklungen dieser Aufrufe könnte eine richtungsweisende Veränderung hervorrufen: Wenn die Internetnutzer weder den Journalismus durch “Paywalls” unterstützen wollen, noch Werbung auf den Seiten dulden, dann wären die Verlage gezwungen neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder sie sterben mit Ihren Zeitungen aus. ABER: Der Internetnutzer könnte nicht mehr bequem vom Laptop, Tablet oder Smartphone aus seine Nachrichten erhalten. Es liegt somit bei uns, den Nutzern die Zukunft der Zeitungsverleger mitzubestimmen.

http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Zeit%2C-Spiegel-und-Co.-Nachrichten-Websites-bilden-Anti-Adblocker-Initiative_114550.html

 

Sportschau und Co. – Sportlich und fair allen gegenüber?

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Wer in den letzten Tagen seinen Fernseher eingeschaltet hat und zufällig auf ein Eishockey-WM-Spiel im Programm des Senders Sport1 gestoßen ist könnte sich mehrere Fragen gestellt haben: “Was ist das für ein komischer flacher Ball und warum läuft da kein Fußball?” Während die erste der beiden Fragen zugegebenermaßen in den meisten Fällen nicht beantwortet werden muss (falls doch: Es handelt sich um einen Puck) ist die Zweite durchaus interessant. Wieso schaffen es sogenannte “Randsportarten” nur so schwer ins deutsche Fernsehen, dass es einen beinahe überrascht, etwas anderes als Stollenschuhe tragende, meist leicht krummbeinige Fußballspieler in Sportsendungen zu sehen? Wieso schaffen es Sportarten wie Eishockey und Basketball nicht, sich fest im Programm eines Senders zu etablieren, der Jahr für Jahr Welt- und Europameisterschaften (die beim Eishockey übrigens wirklich jedes Jahr stattfinden) dieser Sportarten ausstrahlen? Liegt es an zu teuren Sendelizenzen, die das Budget von Sendern wie Sport1 und Eurosport übersteigen? Vielleicht, allerdings stellt sich die Frage, inwieweit man den eigenen Ansprüchen als Sportsender genügt, wenn man mit billig zu erwerbenden Programminhalten wie Snooker, Poker und Darts die Sendezeit füllt. Außerdem hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es durchaus nicht unmöglich ist, über Randsportarten zu informieren, ohne sich die Rechte für komplette Live-Übertragungen zu sichern, beispielsweise mit zusammenfassenden Magazinen wie dem in den 1990ern im DSF ausgestahlten “Inside NBA”, das die Ereignisse aus der Nordamerikanischen Basketballliga beleuchtete. Heutzutage lässt sich der Privatsender ServusTV, der am Wochenende ausgewählte Spiele der Deutschen Eishockey Liga überträgt. Zwar hat ServusTV mit Red Bull einen Milliardenkonzern im Hintergrund, dennoch lässt sich am Beispiel “Servus Hockey Night” sehr gut veranschaulichen, wie dem Zuschauer durch Kompromissbereitschaft (beispielsweise wurden spezielle Werbepausen, sogennante “Power Breaks” in die Spielzeit eingeführt).

Eine noch weitaus größere Enttäuschung ist das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Sender in Puncto Sport. Samstag abends eine Sendung auszustrahlen, die sich “Sportschau” nennt, in der Realität allerdings eine reine Fußballsendung ist grenzt an blankem Hohn nicht-Fußballern gegenüber. Natürlich ist es verständlich, dass zur besten Sendezeit das gesendet werden soll, was die beste Quote bringt, eine kleine Zusammenfassung allgemeiner Sportthemen dürfte jedoch nicht zu viel verlangt sein, gerne auch zu Beginn der Sendung. Für den seit diesem Jahr eingezogenen GEZ-Beitrag kann man eigentlich mehr erwarten, vor allem wenn man bedenkt, dass die Rundfunkanstalten die Gebühr mit dem Slogan “Von allen, für alle” beworben hat. Sollte demnach nicht auch das Deutsche Fernsehen Themen beinhalten, die “alle” interessieren? Falls ja, muss sich unter anderem in den Sportredaktionen von ARD und ZDF etwas ändern, denn momentan sind “alle” Fußballfans. Und natürlich Freunde von Rosamunde Pilcher Verfilmungen, aber das ist ein anderes Thema.

Der deutsche Webvideopreis 2013

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Der Deutsche Webvideopreis, der die besten und kreativsten, beziehungsweise originellsten Werke im Bereich Online-Video auszeichnet, wird am 25. Mai 2013 zum dritten Mal vergeben. Insgesamt gibt es elf Kategorien mit jeweils sechs nominierten Videos, die aus 4000 Videos bereits zur Hälfte vom Publikum und zur Hälfte von der Jury bestimmt wurden. In zwei zusätzlichen Kategorien, in der „AAA“ (Academy Approved Art) und die „Newbie“, werden die Sieger ausschließlich von der Jury gekürt.
Die Möglichkeit für seinen Finalisten abzustimmen überfolgt bis zum 23.05.2013 über Verlinkungen, Shares, Likes und Tweets zu dem jeweiligen Video sowie über die Verlinkung in Blogs, wobei darauf zu achten ist, dass pro Tag nur einmal über ein Netzwerk abgestimmt werden kann.

Alle Kategorien besitzen einen anderen Schwerpunkt, sodass eigentlich für jeden irgendwas Interessantes dabei sein sollte. Beispielsweise in der Kategorie „LOL“ (Laughing out loud) geht es ausschließlich um den Unterhaltungsfaktor. Ein lustiges Video daraus ist z.B. „ApeCrime: 10 Redewendungen in Reallife 3“, indem wie der Name bereits sagt, bekannte Redewendungen aus der deutschen Alltagssprache umgesetzt werden, wie sie im wahren Leben aussehen würden.

In den Kategorien „FAQ“ (Frequently Askes Question) und „FYI“ (For Your Information) kann man sehr viele interessante und wissenswerte Informationen aufgreifen. Zum Beispiel erhält man in einem Video gute Tipps, wie man einzigartige Fotografien hinbekommen kann, oder in einem anderen wie man bei „Do it yourself“ kreativ seine Wohnung neu gestalten kann. Aber auch gesellschaftlich relevante und wichtige Themen werden in diversen nominierten Videos aufgegriffen, wie, beispielsweise, die Weiterentwicklung und neue Entdeckungen in der Medizin.

Die anderen Kategorien sind nicht weniger interessant. Viele Videos bieten Überraschungsmomente, beeindruckende Szenen oder einfach nur einen „Ach, ist das süß“- Wohlfühlfaktor. Jedes dieser Online-Werke hätte es verdient, den Webvideopreis 2013 zu gewinnen, aber wer das Rennen macht, wird erst am 25.05.2013 im Capitol-Theater in Düsseldorf bekannt gegeben.

Quellen:

Zeit.de (3.Mai 2013): http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2013/05/03/webvideopreis-2013-nominierung/ (13.05.2013)

Webvideopreis.de: http://webvideopreis.de/webvideopreis/ (13.05.2013)

Webvideopreis.de : http://webvideopreis.de/nominiert/ (13.05.2013)

Youtube und das Fernsehen

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Legale Videostreamingdienste wie Netflix, der sich in den Staaten großer Beliebtheit erfreut, oder gestartete Ableger in Deutschland wie etwa Watchever und Lovefilm, geben dem Konsumenten einen Vorgeschmack, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte. Man zahlt einen monatlichen Beitrag, dafür hat man Zugang zu etlichen Serien und Filmen, ähnlich wie es Spotify für die Musik tut. So ist es beispielsweise möglich sein eigenes TV-Programm zu erstellen. Werbung bzw. Werbeblocks würden hinfällig werden, sofern die monatlichen Abogebühren des Konsumenten den Dienst rentabel halten.

Durch die Einführungen der Youtube-App auf jeder aktuellen Konsole und vielen TV-Geräten selbst, dringt auch Youtube immer mehr in dieses Territorium vor. Das Image der Spaß- & Katzenvideos haftet zwar Youtube noch an, aber ganz zutreffend ist es heutzutage nicht mehr. Die Produktionen wurden in den letzten Jahren immer professioneller, was nicht nur mit den immer bezahlbareren und besseren Videokameras, die heutzutage alle HD-Auflösungen unterstützen, zu erklären ist, sondern auch mit dem Partnerprogramm von Youtube selbst, bei dem die Produzierenden von den Youtube-Werbeeinnahmen beteiligt werden können. Neben dem wohlmöglichen Verlangen sich im Netz kreativ auszutoben, stieg dadurch auch der Reiz etwas vom Kuchen abzubekommen. Diese Entwicklung möchte das weltweit größte Videoportal nun weiter ausbauen.

Vor kurzem startete Youtube in Amerika eine neue Funktion, die in unseren Landen derzeit noch nicht verfügbar ist. So gibt es nun bezahlbare Abonnements für bestimmte Kanäle. In der Praxis können somit bestimmte Kanäle erst dann angesehen werden, wenn man für diese den jeweiligen monatlichen Betrag zahlt. Neben dem bereits gestarteten Youtube-Angebot „Movies“, bei dem man Spielfilme in voller Länge ansehen kann, sowie offizielle Kanäle von dem Dienst selbst, versucht diese neue Funktion das “Niveau” der Plattform weiter anzuheben. Zugleich dient es auch als neue Einnahmequelle. Ob eine weitere “Professionalisierung” mit der Einführung von kostenpflichtigen Kanälen gelingt und ob die Konsumenten bereit sind für bestimmte Kanäle Geld zu zahlen, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Quellen:

Handelsblatt (2013):  Youtube will Bezahlkanäle starten. URL: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/internetfernsehen-youtube-will-bezahlkanaele-starten/8186370.html (12.05.13)

 
heise online (2013): Netflix mit starken Zuwachs dank “House of Cards”. URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netflix-mit-starkem-Zuwachs-dank-House-of-Cards-1848186.html (12.05.13)

„Bin ich zu dick?“- Magerwahn im Vormarsch

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„Bin ich zu dick?“- Diese Frage stellen sich von Tag zu Tag immer mehr junge Mädchen und fangen an zu hungern, um einem angeblich „richtigen Ideal“ zu entsprechen. Sie zählen Kalorien, treiben exzessiv Sport und verzichten auf Mahlzeiten um ihrem „Traumgewicht“, welches meist einer irrealen Vorstellung unterliegt, nahe zu kommen. Sie fangen an ihre Freunde und ihre Familie zu belügen und setzten sich seelisch immens unter Druck. Sie wollen mit allen Mitteln versuchen dünn zu sein, denn sie setzten „dünn sein“ gleich bedeutend mit „schön sein“. Jedes verlorene Gramm ist ein Erfolg, ganz egal wie sehr die Seele oder die Psyche leiden. Begriffe wie „Anorexie“ oder „Bulimie“ fallen immer öfter, „Magersucht“ wird immer öfter diagnostiziert: in Deutschland leiden etwa 5 Millionen Menschen an Essstörungen. 10% aller Magersüchtigen sterben an ihrem Wahn. Doch woher kommt die Vorstellung, ein Körper ist nur perfekt, ist nur dann „schön“, wenn er „dünn“ ist, schon fast mager?

„Willst du Erfolg haben, musst du dünn sein“
Ungefähr solch eine Botschaft wird durch die Medien, vor allem durch Werbung vermittelt, für die vorrangig Mädchen und Frauen anfällig sind. Werden erfolgreiche Frauen gezeigt, so sind diese dünn. Sie entsprechen dem „geltenden Schönheitsideal“. So wird den Mädchen und Frauen signalisiert, dass schlanke Frauen Erfolg leisten können, Ansehen bekommen und dass dies eine erstrebenswerte Eigenschaft ist. Beispielsweise Mode- und Kosmetikwerbespots zeigen pausenlos dünne, schöne Frauen, die so auf einen imaginären Thron gehoben werden, den ein normales Mädchen so gut wie nie erreichen kann. Was allerdings kein Mädchen davon abhält es nicht zu versuchen und nicht wenigstens eine Diät auszuprobieren (oder zwei oder drei oder fünf…) Diese Vorstellung von einem schlanken Körper wird sogar soweit ausgebaut, dass in der amerikanischen Version von „Germanys Next Topmodel“, „Americas Next Topmodel“, ein zweifellos magersüchtiges Mädchen (Ann Ward, 1,88m und nur 44kg!!) zur Siegerin gekrönt wurde und dies für vollkommen okay befunden wurde! So muss sich auch Heidi Klum dem Vorwurf stellen, dass sie Mädchen im „Magerwahn“ befürworte, denn ihre Jury teilte letzte Woche einer (normal dünnen!) Kandidatin mit, sie habe etwas zugenommen und sei nun nicht mehr in der Position sich in einer Drehpause eine Portion Pommes zu gönnen. Durch das ständige Anpreisen übermäßig dünner Körper durch die Werbung und dem großen Einfluss der Modelbranche auf die Gesellschaft, ist es fast unmöglich sich dem Schlankheitswahn zu entziehen.

Gibt es dennoch keine Lösung für das Problem?
Dass es schwer ist etwas gegen den „Magerwahn“ zu unternehmen zeigen die hohen Zahlen der Betroffenenquote. Die Vorstellungen sind leider tief verankert, sodass man nicht von heute auf morgen ein ganzes Gesellschaftsbild ändern kann. Allerdings gibt es einige Ansätze etwas gegen den „Magerwahn“ zu unternehmen. Einen kleinen Schritt zur Besserung trug die Modewelt selbst bei, indem sie die kleinste „Size Zero“ abschaffte (was allerdings nur einen mäßigen Erfolg mit sich führt) und Designer nun versprechen keine magersüchtigen Models mehr unter Vertrag zu nehmen. Eine eindeutig effektivere Maßnahme entwickelte da Österreich: sobald scheinbar ideale Gesichter oder Körper gezeigt werden, die retuschiert wurden, muss eine Kennzeichnung vorhanden sein, damit junge Frauen kein scheinbar falsches Körperbild entwickeln. Die Politiker in Österreich könnten sich auch ein ähnliches Gesetz vorstellen, wie es kürzlich in Israel eingeführt wurde, das ein Model einen bestimmten BMI vorweisen muss.

Auch wenn diese Maßnahmen keine Garantie bieten, dass weniger Essstörungen entwickelt werden, stellen sie eine Art Anfang dar, im Kampf gegen den Magerwahn und sind demnach nur zu befürworten und im besten Falle noch weiter zu entwickeln.

Quellen:
www.onmeda.de/krankheiten/magersucht-ursachen-gesellschaftliche-und-familiaere-einfluesse-1535-5.html
www.n-tv.de/politik/Oesterreich-will-Werbung-zuegeln-article9925121.html
www.mobil.stern.de/lifestyle/leute/germanys-next-topmodel-dafuer-bist-du-zu-dick-554647.html
www.maedchen.de/artikel/magersucht-americas-next-topmodel-1060014.html
www.magersucht.de/krankheit/index.php

Der Fall Götze

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Das Thema Fußball ist momentan aus den Medien nicht wegzudenken. Zunächst machte die Selbstanzeige von Bayern München-Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung Schlagzeilen. Darauf folgte die Nachricht vom Wechsel Mario Götzes von Borussia Dortmund zu Bayern München. Und schließlich spielen genau diese beiden Vereine am 25. Mai im Finale der Champions League gegeneinander, was schon jetzt für große Aufregung unter allen Fußball-Fans sorgt.

Doch während sich schon jedes Medium und besonders jede Talkshow im deutschen Fernsehen eingehend mit Herrn Hoeneß beschäftigt hat und wir im Hinblick auf das Finalspiel in Wembley nichts tun können als abzuwarten, ist der Fall Götze mit Blick auf die Medien gleich aus zwei Gründen interessant.

Zum einen ist es die Art und Weise, in der die Öffentlichkeit von dem Transfer erfuhr. Die Nachricht von Mario Götzes Wechsel wurde am 23. April durch die Bild-Zeitung publik gemacht[1]. Brisant war dabei vor allem der Zeitpunkt der Veröffentlichung: An diesem und am folgenden Tag fanden nämlich die Hinspiele im Halbfinale der Champions League in München und in Dortmund statt.

Manch einem stellte sich da die Frage, wie die Bild-Zeitung an diese Information gekommen ist. Es ist davon auszugehen, dass weder Borussia Dortmund noch Götze selbst ein Interesse daran hatten, den Wechsel vor einem solch wichtigen Spiel zu verkünden. Für die Münchner hingegen kam die Nachricht genau zum rechten Zeitpunkt, denn sie lenkte von der Debatte um ihren Präsidenten Hoeneß ab und demonstrierte die Macht, die der Verein in der deutschen Bundesliga besitzt.

Hat die Bild-Zeitung also einen besonderen Draht zum FC Bayern München, der ihr so exklusive Informationen beschert, die noch nicht einmal zwischen den beiden Vereinen kommuniziert worden waren? Geschah die Veröffentlichung vielleicht sogar auf Druck der Münchner, die so die Aufmerksamkeit weg von Hoeneß und zurück auf den Sport lenken wollten?[2]

Wir werden wohl nie erfahren, wieso und wodurch diese Nachricht entstanden ist, doch macht dieses Beispiel erneut klar, welche Wirkung geschickt platzierte Meldungen haben können.

Zum anderen sind da die Reaktionen auf den Wechsel, der heftig diskutiert wurde und natürlich besonders unter den Dortmund- und Bayern-Fans hohe Wellen schlug. Diese taten ihre Meinung mit Vorliebe im Internet und besonders in sozialen Medien kund und zeigten dabei wieder einmal, dass von vielen das World Wide Web als ein nahezu rechts- und moralfreier Raum angesehen wird.

„Judas“ und „Verräter“ gehörten noch zu den freundlichsten Begriffen, mit denen Mario Götze auf seiner Facebook-Seite bedacht wurde. Im Laufe des Tages wurde schließlich die Kommentar-Funktion abgestellt, was jedoch die Facebook-Nutzer nicht davon abhielt, Beleidigungen und Beschimpfungen unter älteren Fotos und Beiträgen zu posten.[3]
Das scheint vielen im Internet besonders leicht zu fallen – man steht dem Anderen ja auch schließlich nicht direkt gegenüber. Und bekommt womöglich sogar noch ein „Gefällt mir“ für eine besonders ausgefallene Beleidigung.

Allein die Nachricht dieses Transfers hat also in den verschiedensten Medien schon für mächtigen Wirbel gesorgt. Hoffen wir, dass sich die Aufregung bis zum historischen Endspiel in Wembley wieder gelegt hat und Mario Götze dort in seinem letzten Spiel für Dortmund genauso viel Wirbel erzeugen kann.

 


[1] Seidel, Felix: Götze wechselt zu Bayern. Bild-Zeitung. 23.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.bild.de/sport/fussball/mario-goetze/wechselt-zu-bayern-30111116.bild.html)

[2] Rentz, Ingo: „Handelsblatt“: Wie „Bild“ der Götze-Scoop gelungen sein soll. Horizont. 24.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Handelsblatt-Wie-Bild-der-Goetze-Scoop-gelungen-sein-soll_114236.html)

[3] Bardow, Dominik: Heftiger Sturm gegen Mario Götze. Tagesspiegel. 23.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.tagesspiegel.de/sport/fan-wut-nach-wechsel-zu-bayern-heftiger-sturm-gegen-mario-goetze-/8108998.html)

Interviewdestaster auf dem roten Sofa

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Eine völlig genervte Schauspielerin und ein überforderter Moderator – Mehr brauchte es nicht um das Interview von Katja Riemann in der Sendung “Das!” vom NDR komplett aus dem Ruder laufen zu lassen.

Dabei wirkte der Rahmen der Sendung zu Beginn doch eher flach und das Thema unkompliziert: Hinnerk Baumgarten sollte mit ihr den neuen Film “Verratene Freunde” vorstellen, in dem sie eine der Hauptrollen darstellte. Dieses Vorhaben erwies sich jedoch als alles andere als leicht.

Zugegeben, das Interview startete mit sehr seichten Fragen zu ihrer Haarfarbe im Film. Was sie denn mit ihren Haaren gemacht hätte, ob sie gefärbt seien, fragte der zunächst fröhlich wirkende Baumgarten. Die trockene Antwort, es handle sich dabei um eine Perücke, wirkt noch sehr nachvollziehbar, denn das ist wirklich nicht die spannendste Frage, wenn es um eine Filmvorstellung geht. Doch danach beweist Katja Riemann nach allen Regeln der Kunst, wie man einen immer verunsicherten Moderator auflaufen lassen kann. Ihre Antworten sind abweisend, zickig und unkooperativ, sie reagiert absolut unwillig.

Sie ist nun in aller Munde, es hagelte Kommentare zu ihrem peinlichen Auftritt, es wurde jedoch sogar jede Seite in sozialen Netzwerken und ihre Website gesperrt, um einen sich ankündigenden Shitstorm zu vermeiden. Allerdings bleibt die Frage, ob die Fragen von Baumgarten nicht tatsächlich zu persönlich waren und der Bezug auf die kürzlich verstorbene Schauspielerin Rosemari Fendel, mit deren Tochter Riemann befreundet ist, sehr pietätlos?

Link zu einer Zusammenfassung des Interviews:

Quellen:

http://www.stern.de/kultur/tv/peinlich-interview-bei-das-katja-riemann-ist-offline-1985459.html

http://www.prosieben.de/stars/news/katja-riemann-nach-interview-flop-ich-rede-generell-nicht-gerne-ueber-privates-1.3543723/

Tatort: Internet

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Man stelle sich folgendes Szenario vor: Das langersehnte Lieblings-TV-Highlight wird erst in einigen Tagen ausgestrahlt und das Warten zieht sich ob der Vorfreude schier in die Länge.

Um genau diesem Phänomen Abhilfe zu schaffen, so scheint es, hat das Erste sich dafür entschieden, allen „Tatort“-Liebhabern ein kleines „Schmankerl“ zu bereiten:

Bereits im Frühjahr 2012 lief der erste interaktive „Tatort+“, an dem sich der gewillte Zuschauer im Internet selbst als Ermittler versuchen konnte. Während sich die letztjährige Ausgabe allerdings auf interaktive Partizipation im Nachhinein beschränkte, sollen die „Tatort“-Fans dieses Jahr die Möglichkeit dazu bekommen, bereits vorab eigene Ermittlungen zu tätigen.

In der Ludwigshafener Folge „Der Wald steht schwarz und schweiget“ (2012) konnte kein Mörder identifiziert werden, was durchaus als geeignete Ausgangsposition für derartige Zuschauerbeteiligungen angesehen werden kann und so beteiligten sich dann auch etwa 110.000 Nutzer am interaktiven Krimi-Rate-Spaß, von denen wiederum rund 20.500 auf den richtigen Täter setzten und somit den Status eines „Chefermittlers“ erreichten.[1]

Dieses Jahr habe man „[i]m Vergleich zum letzten Mal [...] nicht nur eine, sondern gleich zwei Schippen draufgelegt“[2], so Guido Bülow, Online-Redakteur des SWR, denn mittels „Google Hangout“, einer Anwendung des sozialen Netzwerkes „Google+“[3], besteht nun die Möglichkeit, Zeugen per Videochat ins Kreuzverhör zu nehmen und einen Blick in polizeiliche Akten zu werfen. Ferner kann der Zuschauer dieses Mal einige Vorabermittlungen anstellen, die sozusagen als Prolog und Hinführung zur Folge dienen und deren Auflösungen erst durch diese ans Tageslicht treten.[4]

Losgehen soll das Ganze noch vor der eigentlichen Ausstrahlung des Stuttgarter „Tatorts“ „Spiel auf Zeit“ am 26. Mai. Bereits acht Tage vorher, ab dem 18. Mai, hat ein jeder die Möglichkeit, sich durch Miträtseln zu beteiligen. Darüber hinaus ist bereits eine weitere „Tatort+“-Episode für 2014 in Planung.[5]


[1] Das Erste (2012): Schade, Tatort+ ist zu Ende!. Resümee der Online-Ermittlung zum SWR-Tatort “Der Wald steht schwarz und schweiget”. URL: http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/specials/tatort-plus-100.html. (12.05.13).

[2] Bouhs, Daniel (2013): Zeugen-Befragung per Google Hangout:

SWR schickt interaktiven “Tatort+” in Serie. URL: http://kress.de/tv-radio/detail/beitrag/121198-zeugen-befragung-per-google-hangout-swr-schickt-interaktiven-tatort-in-serie.html. (12.05.13).

[3] Google+: Funktionen. Hangouts. URL: http://www.google.com/intl/de_ALL/+/learnmore/hangouts/. (12.05.13).

[4] Bredehöft, Timo (2013): Zweiter interaktiver SWR-TATORT kommt im Mai. URL: http://www.tatort-fundus.de/web/meldungen/zweiter-interaktiver-swr-tatort-kommt-im-mai.html. (12.05.13).

[5] Digitalfernsehen (2013): Tatort+: Ermittlungen im Internet sind jährlich geplant. URL: http://www.digitalfernsehen.de/Tatort-Ermittlungen-im-Internet-sind-jaehrlich-geplant.101848.0.html. (12.0513).

Opfer der Medien oder berechnende Nutznießerin der medialen Plattform?

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Die Berichterstattung über den Fall um Amanda Knox ist seit 2007 immer noch präsent. „Der Engel mit den Eisaugen“ hat sich eingebrannt in das Gedächtnis. Selten hat ein Mordfall derart für weltweites Aufsehen gesorgt wie dieser. Der Fall Amanda Knox hält sich seit nunmehr sechs Jahren in der Öffentlichkeit. Die amerikanische Studentin geriet damals unter Verdacht im November 2007 ihre Mitbewohnerin Meredith Kercher kaltblütig ermordet zu haben – mit unzähligen Messerstichen.

Sie wurde zur Verdächtigen, weil sich ihre Zeugenaussagen widersprachen. Oder wurde sie zu der Verdächtigen gemacht? Durch fragwürdige Methoden der Polizei, durch die beispiellose Hetzjagd der Medien? Während des Prozesses wurde von der jungen Studentin ein Bild gezeichnet, das sie als „Engel mit den Eisaugen“, als Mädchen, das zu allem fähig scheint, darstellt. Vielleicht trug auch diese Negativität dazu bei, dass sie 2009, sie saß schon zwei Jahre in Haft, zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Trotz der Ermittlungspannen und trotz der Unklarheiten über den tatsächlichen Tathergang. Zwei Jahre später wendete sich das Blatt: die Freilassung der Angeklagten aus Mangel an Beweisen. Amanda ging zurück in ihre Heimat, mied die Öffentlichkeit, tauchte förmlich ab. Im März 2013 wird bekanntgegeben, dass der Prozess erneut aufgenommen wird. Erneut steht sie im Fokus. Doch sie wehrt sich verbal: mit ihrem Buch „Zeit, gehört zu werden“ möchte sie ihre Sicht der Dinge darstellen und das in der Öffentlichkeit von ihr konstruierte Bild als „eine Teufelin“ bereinigen. Sie tritt in diversen Talkshows auf, unter anderem bei Markus Lanz – um die Wahrheit über sich und ihre Rolle im Mordfall Meredith Kercher klarzustellen. Oder etwa, um ihr Buch zu vermarkten? Diese Vermutung liegt nahe, doch nach der neuerlichen Aufnahme des Verfahrens wird auch deutlich, dass sie die Menschen auf ihre Seite bringen möchte, die sie eigentlich schon als Mörderin abgestempelt haben. Mehrmals geht sie in dem Interview mit Lanz auf die Medien ein, sie spricht von einer „Vorverurteilung“, dass die Öffentlichkeit sie zu dem „Engel mit den Eisaugen“ machte und sie dadurch „eine ganz negative Berühmtheit“ erlangte. Und das Schlimmste daran war für sie, nichts dagegen machen zu können. Wie sie in dem Interview wirkt, ist vielseitig interpretierbar. Für die einen mag sie kühl und berechnend wirken, für die anderen reif und gefasst.

Entscheidend ist jedoch, dass dieser Mordfall noch nicht geklärt ist und noch nicht bewiesen ist, ob Knox die Mörderin ist oder nicht. Sollte sie unschuldig sein, hat sie die Chance verdient, Klarheit über ihr Schicksal als zu Unrecht Verurteilte, sowohl vor Gericht als auch in der Öffentlichkeit, zu schaffen. Sollte sich in den folgenden Ermittlungen der Verdacht gegen Amanda Knox erhärten, dann hätte man einer mutmaßlichen Mörderin eine mediale Plattform gegeben. Ein mediales Dilemma?! Man muss hoffen, dass durch das Aufrollen des Prozesses endlich Licht ins Dunkel kommt – egal in welcher Hinsicht. Die Familie von Kercher hätte es verdient, Gewissheit zu erlangen.

Lanz, Markus (2013): Amanda Knox bei Markus Lanz. Video vom 02.05.2013. URL: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1893638/Amanda-Knox-bei-Markus-Lanz  (zuletzt aufgerufen am 11.05.2013).

Bayer, Tobias (2013): Amanda Knox ist „bestürzt“ über neuen Prozess. 26.03.2013. URL: http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article114774335/Amanda-Knox-ist-bestuerzt-ueber-neuen-Prozess.html (zuletzt aufgerufen am 11.05.2013).

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO